Zu Beginn des neuen Jahres zieht Landrat Manfred Görig (SPD) eine sehr positive Bilanz der ersten sechs Monate seiner Amtszeit, die am 10. Juni 2012 begann: „Wir haben ein Dutzend zukunftsorientierter Themen angepackt und in Gang gesetzt. Und das in einem beachtlichen Tempo." Die Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern arbeite zielbewusst und zuverlässig. Die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung sei die Grundlage fürs Gelingen der politischen Vorgaben im Interesse der Bürgerschaft. Führungsstärke müsse sich insbesondere dort beweisen, wo die Themen „wirklich extrem komplex" seien. Diesem Anspruch wolle er gerecht werden, hebt Görig hervor. Der „Vorrat an solchen Themen" bezeichnet der Landrat als „nicht zu knapp" und nennt beispielhaft die Finanzlage und die Sicherung des Kreiskrankenhauses.
Organisationsreform der Verwaltung bringt Einsparungen
Seit dem 1. Januar ist eine Reform der Verwaltungsorganisation in Kraft, die für den Landrat „Einsparungen, mehr Effizienz, mehr Logik und mehr Zielgenauigkeit" beinhaltet. Aus 16 Ämtern wurden jetzt nur noch 12, Zuordnungen einzelner Sachgebiete wurden neu geordnet, „damit die Aufgabenerledigung im Interesse von Bürgern und Wirtschaft besser zusammenpasst". Als Beispiele nennt Manfred Görig die Zusammenfassung von Liegenschaftsverwaltung und Schulen im Dezernat des Ersten Kreisbeigeordneten Peter Zielinski (Grüne) und die Einsortierung von Wasserrecht, Naturschutz und Kreisstraßen im Bauamt, das von Kreisbeigeordnetem Heinz Geißel (FW) geleitet wird.
RAL-Gütesiegel „Mittelstandsfreundlich"
Sehr stolz ist Landrat Görig auf die Verleihung des Prädikats „Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung". Dieses RAL-Gütesiegel wurde der Kreisverwaltung als erster Kommune in Hessen im Dezember 2012 verliehen. „Wir zeigen damit unsere Dynamik, unsere Zuverlässigkeit und unsere Modernität", unterstreicht der Landrat.
Schutzschirm entlastet den Kreishaushalt um 32 Millionen Euro
Die Organisationsreform sei darüber hinaus ein wesentlicher Punkt zur Kriterienerreichung des kommunalen Schutzschirms gewesen, der dem Landkreis eine Entlastung von 32 Millionen Euro bereits in diesem Haushaltsjahr bringe. „Ich habe mit Nachdruck in Wiesbaden für faire Bedingungen des Schutzschirms verhandelt – und bin mit dem Ergebnis überaus zufrieden", hebt Görig hervor.
Sicherung des Kreiskrankenhauses
Die Sicherung des Kreiskrankenhauses in kommunaler Trägerschaft ist für Landrat Görig das „Schwergewicht unter den Herausforderungen der Daseinsvorsorge für unsere Bürgerinnen und Bürger". Hier habe der Kreistag im Herbst 2012 richtige und wichtige Weichen gestellt. Der Vertrag zwischen dem Kreis und dem Lauterbacher Eichhhof-Krankenhaus zur deutlichen Erweiterung der Kooperation sei inzwischen unterzeichnet, und die Verhandlungen mit Bad Hersfeld zur Verflechtung mit der dortigen großen kommunalen Klinik auf gutem Wege.
Geburtshilfe modern und attraktiv
Die Geburtshilfe im Kreiskrankenhaus sei „nicht nur gesichert", sondern deutlich verbessert worden. Für werdende Mütter sei es jetzt noch attraktiver, ihr Baby im Vogelsbergkreis zu bekommen, nämlich im Kreiskrankenhaus in Alsfeld. Der Landrat habe sich vor Ort von der Zufriedenheit der Mütter und des Personals überzeugen können.
Endlich wieder Sportförderung
Nach einer über zweijährigen Pause habe der Kreis durch die Neufassung der Sportförderrichtlinien die Vereine endlich wieder mit Geld versorgen können. Der Investitionsstau sei aufgelöst, und vor allem die Jugendarbeit in den Vereinen profitiere erheblich. 9000 Jugendliche in 90 Vereinen seien direkt betroffen durch diese Reform. Mehr als 26.000 Euro für die Jugendarbeit seien bereits ausgezahlt worden.
Bürgerdialog im Internet
Als erster Landkreis in Deutschland nutzt Landrat Görig seit November das Werkzeug „direktzu" zum Bürgerdialog im Internet. Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an dieser Form der Teilhabe am politischen Geschehen bezeichnet Görig als „außergewöhnlich hoch". Tausende von Interessenten seien bereits auf der Seite gewesen, Dutzende Themen befänden sich in der Diskussion. „Mit ist wichtig, herauszufinden, was die Menschen bewegt. Ich will mich nicht nur auf die Einschätzungen in politischen Gremien verlassen", unterstreicht der Chef der Kreisverwaltung.
Auf dem Weg zum Geopark
Nachdem in den vergangenen Jahren viele wissenschaftliche Daten erhoben worden seien, begibt sich Landrat Görig nun als Vorsitzender des im Dezember 2012 gegründeten Vereins „Vulkanregion Vogelsberg" auf den Weg zur Zertifizierung als Nationaler Geopark. Für den Landrat sei es wichtig gewesen, „jetzt kraftvoll und mit guten Argumenten" zu starten. Görig ist überzeugt, dass in den kommenden Monaten noch viele weitere Kommunen zu den neun Gründungsmitgliedern hinzustoßen werden. „Wir haben geo-wissenschaftlich als größtes Vulkangebiet in Mitteleuropa etwas ganz Besonderes zu bieten", sagt Görig. Der Geopark habe das Ziel, die Möglichkeiten unter einem Dach zu vernetzen. Dies könne dann als Dachmarke deutlich kraftvoller nach außen vermarktet werden als bisher. Darüber hinaus werde die Touristik-Organisation in Kürze auf solide Füße gestellt.
Fachstelle gesundheitliche Versorgung kommt
Damit der Vogelsbergkreis auch in Zukunft genügend junge Ärztinnen und Ärzte hat, wird sich eine Fachstelle im Kreishaus mit der Unterstützung und Vernetzung zum Beispiel bei der Ausbildung intensiv beschäftigen. In wenigen Wochen werde die Fachstelle ihre Arbeit aufnehmen.
Schnelles Internet für alle
Schnelles Internet ist für Landrat Görig eine wesentliche Grundlage für die Daseinsvorsorge und fürs Mithalten im Wettbewerb mit anderen Landkreisen und mit den Metropolen. Mit der OVAG führe er „sehr intensive Verhandlungen". Gerade für die heimische Wirtschaft sei die Versorgung mit schnellen Übertragungsraten „zum Teil eine Frage des Überlebens." In wenigen Wochen werde der Landrat die nächsten konkreten Schritte zur Realisierung der Breitbandversorgung durch Glasfaser bekanntgeben.
Erstmals Duales Studium in der Kreisverwaltung
Mit fast 800 Beschäftigten sei die Kreisverwaltung einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Region. Daraus ergebe sich eine hohe Verantwortung auch für qualifizierte Aus- und Weiterbildung. Dieser Anforderung stelle sich der Kreis und biete nun die moderne Möglichkeit eines „Dualen Studiums" an. Landrat Görig kündigt in seiner Stellungnahme an, diesen Ansatz weiter zu verfolgen.
Kreis-Seniorenbeirat
Noch im ersten Halbjahr wird Landrat Görig einen Kreis-Seniorenbeirat ins Leben rufen. Dabei werden 19 Vertreterinnen und Vertreter aus den Städten und Gemeinden unter dem Vorsitz des Landrats die Interessen der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger sichtbar machen und Handlungsempfehlungen für die Politik ableiten.
Turnhalle für Gymnasium und Berufsschule
Der Bau einer neuen Gemeinschafts-Turnhalle für das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium und für die Vogelsbergschule in Lauterbach wird in wenigen Monaten beginnen. Der Abriss des ehemaligen Supermarktes in der Lauterstraße stehe kurz bevor, erläutert Landrat Görig.
Neue Wascherdeschule wird 80 Prozent weniger Energie verbrauchen
Im Herbst dieses Jahres wird die Energiesanierung der Wascherdeschule in Lauterbach beendet sein. Sie bringe wesentliche Verbesserungen für Schüler und Lehrer und eine „beeindruckende Energieeinsparung". Die „neue" Wascherde werde nur noch ein Fünftel des bisherigen Energieverbrauchs aufweisen.+++