Bockspringen von Waldberg zum Kreuzberg – eine abgefahrene Idee, auf die der Vorsitzende der DJK Waldberg, Mario Ziegler, gekommen ist, um beim Vereinsgewinnspiel von Radio Primaton 10.000 Euro für die Vereinskasse zu gewinnen. Die DJK Waldberg hat das Event groß aufgezogen, über 50 Starter aus den eigenen Reihen auf die Beine gestellt und die acht Kilometer zum Kreuzberg in drei Stunden bockspringender Weise bewältigt. „Die einzigen die schlapp gemacht haben, war das Team vom Radio", feixten die jungen Männer nach dem Zieleinlauf.
Acht Kilometer zum Kreuzberg hinauf, bei Schneehöhen von 20 bis 30 Zentimeter und Temperaturen, die sich zwischen minus fünf und sieben Grad bewegten, ist an und für sich schon eine Herausforderung. Das ganze aber noch im Bocksprung, das ging schließlich doch ganz schön an die Kondition. „Aber wir haben durchgehalten. Es gab keinen Ausfall und keine Verletzten", freute sich Mario Ziegler, dass alle Teilnehmer die Aktion wohlbehalten überstanden haben.
Schon beim Start um 12 Uhr am Samstagmittag in Waldberg war die Stimmung
bestens. Die Warm-up-Party war bereits seit einer Stunde in vollem
Gange, es gab warme Getränke, Stimmungsmusik und viel gute Laune. „Wir
sind bereit. Wir holen den Sieg. Wir sind gut drauf", zeigten sich die
DJK’ler motiviert und selbstbewusst. Das Radioteam war zwar, ob der
eisigen Temperaturen, etwas skeptisch, doch Mario Ziegler erklärte.
„Minus sieben Grad, das ist für uns in Waldberg doch eine ganz normale
Wintertemperatur."
Wenn die DJK Waldberg eine Veranstaltung auf die Beine stellt, dann auch
richtig. Von Flyer, auf denen Werbung für das Vereinsvoting gemacht
wird, das nun in den nächsten zwei Wochen fällig ist, bis hin zu
T-Shirts mit dem Aufdruck „1. Rhöner Bockspringen – Waldberg-Kreuzberg"
reichten die Vorbereitungen. Die örtlichen Unternehmen zeigten sich
spendabel was die Verpflegung der Bockspringer anging und auch Bruder
Johannes-Matthias vom Kloster Kreuzberg ließ sich nicht lumpen. Es gab
Eintopf für alle, natürlich mit Bockwürsten. Er selbst verzichtete
allerdings auf eine aktive Teilnahme am Bockspringen, mit dem Hinweis
auf seine lädierte Bandscheibe, da wollte er kein Risiko eingehen.
Sogar ein Maskottchen hatte die DJK Waldberg mit dabei. Auch wieder
stilecht, wie konnte es anders sein: ein Ziegenbock. Der Bock musste
allerdings nicht die acht Kilometer zum Kreuzberg bewältigen, er wurde
im Anhänger gefahren. Beim Startschuss allerdings war der Ziegenbock mit
dabei. Angeblich hört er auf den Namen August, was er jedoch weder in
Waldberg noch am Kreuzberg unter Beweis stellte, sondern sich eher
bockig zeigte. Zu einem echten Waldberger Gaudi-Event gehören auch
Groupie, die mit bunten Plakaten die Bockspringer tüchtig anfeuerten.
Ja und was war unterwegs so los? Von „Sauschwer" bis „Supercool"
reichten die Kommentare der Teilnehmer. „Die Kniebreche war richtig
schwer", erzählte Philipp Hillenbrand. „Aber es war Spitze", wurde er
von weiteren Teilnehmern bestätigt. „Wir sind fit, aber die Radioleute,
die mussten wir mitschleppen."
„Richtig hart es war gegen den Berg anzuspringen", wurde immer wieder
betont. Doch Mario Ziegler, der die ganze Strecken ebenfalls mit sprang
war sehr überrascht, wie schwer das Springen bergab wurde. Vom Rhönjuwel
bis zum Kloster führt die Straße leicht bergab, es war im Grunde der
Zielspurt und der wurde für die Teilnehmer richtig hart.
Beim anschließenden philosophieren was den nun schwieriger war, bergauf
oder bergab, herrschte schließlich Einigkeit, dass nach acht Kilometern
hinauf zum Kreuzberg am Ende doch alles schwierig war. „Ich weiß nicht
wieviel Millionen Wanderer und Wallfahrer schon von Waldberg zum
Kreuzberg gegangen sind, aber Bockspringen hat noch keiner gemacht",
freute sich Ziegler über den Gemeinschaftsgeist seines Vereins.
Gut verpflegt wurden die Sportler unterwegs aus dem Bergwacht-Fahrzeug
heraus. Sebastian Arnold, der das Fahrzeug der Bergwacht Waldberg fuhr,
hatte von keinen ernsthaften Verletzungen oder Wehwehchen zu berichten.
Auch wurde das Angebot bei der Bergwacht mitzufahren von keinem
Waldberger genutzt. „Nur dem Radioteam fehlte die Fuß-Kondition",
grinste er.
„Ich bin stolz, dass alle durchgehalten haben. Vor allem auf die Kleinen von der C und E Jugend und die Mädchen bin ich stolz. Das war schon hart für sie, vor allem am Berg", freute sich Mario Ziegler, dass die DJK Waldberg Zusammenhalt und Gemeinschaftsgeist unter Beweis stellten. „Ich habe vor jedem, der das mit durchgehalten hat einen enormen Respekt." Der Aufdruck auf den T-Shirts lautete 1. Rhöner Bockspringen. Auf die Frage, ob denn weitere folgen werden, wiegte Mario Ziegler bedenklich den Kopf. „Ich weiß nicht, ob ich nochmal alle dazu motivieren kann." Mit dabei wäre aber auf jeden Fall der elfjährige Silan Kiesel: „Klar bin ich wieder dabei, das kann von mir aus jeden Monat dreimal stattfinden." Auch die 14jährige Selina Schulz würde jederzeit wieder mitmachen. „Es war zwar anstrengend und ich friere, aber es war lustig. Ich wäre trotzdem wieder mit dabei."
Für Mario Ziegler hat die DJK Waldberg jetzt schon einen tollen Sieg errungen. „Wir haben es durchgezogen." Jetzt geht es für den Verein um 10.000 Euro. Ab heute kann auf der Internetseite von Radio Primaton für die DJK Waldberg gestimmt werden. (me). +++