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Borussen-Präsident Jörg Dietz und Peter Enders, Geschäftsführer der Krah+Enders-Gruppe. - Fotos: Hendrik Urbin

08.02.13 - FULDA

Sympathien für die Borussia: Drei Unternehmer packen an - Neues Konzept

Mit gerade einmal 24 Punkten dümpelt die erste Mannschaft von Borussia Fulda auf Platz zehn der Fußball-Gruppenliga und das Abstiegsgespenst sitzt im Nacken. Die Zeiten, in denen die Borussen vor 18.000 Zuschauern in der Regionalliga gegen den 1. FC Nürnberg spielten (1996), sind längst Vergangenheit. Doch der Traditionsverein sieht zumindest einen Lichtstrahl am Horizont. Die Unternehmer Peter Enders (Geschäftsführer der Krah+Enders-Gruppe), Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Hans-Dieter Alt sowie Markus Röhner, Vorstandsvorsitzender der R+S solutions Holding AG, stellten am Donnerstagabend ihre Vision zur Zukunft des SC Borussia Fulda der Öffentlichkeit vor. Bescheidenheit und ein langsamer Aufbau stehen dabei im Mittelpunkt.

Rechts im Bild: Wollen Borussia Fulda in eine gute Zukunft führen (v.li.): Markus Röhner, Hans-Dieter Alt, Jörg Dietz und Peter Enders.

"Wir sind ein Gruppenligist, ein einfacher, kleiner Verein. Wir haben einen Traum, eine Vision", sagte Peter Enders. Das einstige Aushängeschild der Region sei weit davon entfernt, große Töne zu spucken. Vielmehr soll ein langfristig angelegtes Konzept den Verein dazu verhelfen, mittelfristig wieder eine fundierte Jugendabteilung anbieten zu können. Der Nachwuchs spiele dabei eine wesentliche Rolle. Es soll ein soziales Netzwerk rund um das altehrwürdige Borussen-Stadion gebildet und angeboten werden. Das Stadion und seine angegliederten Trainingsplätzen als beliebter Treffpunkt der Nachwuchsfußballer, Senioren und den Fans - so der Wunsch der Verantwortlichen.

"Es geht uns nicht darum, Borussia in zwei Jahren wieder in die Oberliga zu führen. Wir müssen im Kern anfangen und Qualität im ganzen Verein anbieten", ergänzte Alt. Die drei Unternehmer wollen den künftigen Beirat der Borussen bilden. Dazu soll in Kürze eine Mitgliederversammlung einberufen werden. Vorausgesetzt, sie werden dort gewählt, wollen Alt, Enders und Röhner gemeinsam mit den Vorsitzenden Jörg Dietz und Reinhard Buchhagen (weilte am Donnerstag im Skiurlaub) die Arbeit aufnehmen. "Wir haben uns verpflichtet, zumindest fünf Jahre im Beirat mitzuarbeiten. Unser Konzept ist auf drei Jahre angelegt", sagte Enders. "Entsprechend wollen wir nun Sponsorengespräche führen und diese auch langfristig an den Verein binden", sagte Alt.

Zunächst sei das Ziel, die erste Mannschaft in der Gruppenliga zu halten. Gelingt dies, ist der Aufstieg in die Verbandsliga eine weitere Zielsetzung. Derzeit haben die Borussen nur fünf Juniorenmannschaften. "Uns nützt es nichts, wenn die Erste in der Oberliga spielt und im Nachwuchsbereich passiert nichts", unterstrich Enders. Der Nachwuchs soll gleichermaßen wieder aufgebaut werden. "Wir können uns bei unseren Nachbarvereinen einiges abschauen. Wir sind ganz bescheiden und wollen dahin kommen, wo andere erfolgreiche Vereine der Region bereits sind", so Enders.

Die finanzielle Situation von Borussia Fulda sei durchaus positiv. "Wir haben kaum noch Verbindlichkeiten und können positiv nach vorne schauen", erklärte Dietz, der in der Vergangenheit zusammen mit Bruchhagen den Traditionsverein fast im Alleingang führen musste. "Auch im Vorstand sollen zwei, drei Leute dazu kommen. Wir führen einige vielversprechende Gespräche", sagte Dietz. Auch in Sachen Sponsoren gebe es positive Tendenzen. So sei der Getränkehersteller "Rhönsprudel" mit im Boot. Über Zahlen und die Höhe der finanziellen Unterstützung wollten die drei designierten Mitglieder des Beirates keine genauen Angaben machen.

Angesprochen auf die Frage, warum er als Unternehmer mitmache, sagte Röhner: "Ich habe mir das lange überlegt. Borussia passt gut in unser Konzept". Gerade bei den jungen Leuten ziehe Fußball. "Fußball ist die beste Basis, um eine Netzwerk zu bilden und Kontakte zu knüpfen", ergänzte Röhner. R+S unterstützt derzeit unter anderem auch den Handball-Bundesligisten TV Großwallstadt und ist auch in Lübeck - in den Regionen ist auch das Unternehmen vertreten -  im Sponsoring aktiv. Dies merke R+S auch an den Bewerberzahlen, so Röhner.

"Der Name Borussia Fulda ist relativ verbrannt", sagte Röhner. "Der Verein polarisiert. Die Skepsis ist groß. Wir müssen viel Überzeugungsarbeit leisten", ergänzte Enders. "Aber es lohnt sich, das Projekt Borussia Fulda anzupacken. Wir stehen mit unseren Namen und zeigen, dass wir langfristig was bewirken wollen", so die drei Unternehmer übereinstimmend.

Nach turbulenten Jahren mit häufigem Personalwechsel in den Führungsetagen des Vereins, soll Borussia nun vom Grund auf neu aufgebaut werden. Mit dem Hünfelder Hessenliga-Trainer Oliver Bunzenthal konnte bereits ein namhafter Trainer für die nächste Saison verpflichtet werden. Die Seniorenmannschaften der Borussen trainierten am Donnerstagabend und wurden nach der Trainingseinheit von Peter Enders über die Neuigkeiten der Zukunftsentwicklungen informiert. Nach langen Jahren als eine Art "graue Maus" in den Fußballniederungen will Borussia künftig wieder für positive Schlagzeilen sorgen. Den Machern ist es zu gönnen, schließlich braucht eine Region wie Osthessen ein Zugpferd mit klangvollem Namen. (Hans-Hubertus Braune) +++


Am Donnerstagabend im Fokus der Medien.

Den knapp 10 anwesenden Medienvertretern ...


... wurde das neue Konzept für die Zukunft von Borussia Fulda vorgestellt.

Wollen sich in den künftigen Beirat von Borussia Fulda wählen lassen: Markus Röhner (li.), Hans-Dieter Alt (2.v.li.) und Peter Enders (re.).
Hier zusammen mit Borussen-Präsident Jörg Dietz.

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