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Bestens gelaunt: Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München... - Fotos: Hans-Hubertus Braune

...und Wurstfabrikant. Vom Sparkassen-Vorstand Reinhard Faulstich bekam er einen Korb voller waldhessischer Stracke...

09.02.13 - BAD HERSFELD

Bayern-Präsident Uli HOENEß begeisterte beim Sparkassen-Forum - BILDER

Mit dem Fußballclub FC Bayern München ist das so eine Sache. Es gibt die Bayern-Liebhaber und die Bayern-Hasser. Irgendetwas dazwischen zählt für echte Fußballfans nichts. Für diese klaren Fronten sorgt in erster Linie der heutige Präsident des FCB, Uli Hoeneß. Wie kaum ein anderer kann er polarisieren. Doch dahinter steckt eine klare Strategie: Der FC Bayern soll interessant bleiben, er soll im Mittelpunkt stehen. Dass hinter den markigen Worten und bewussten Provokationen etwa in Richtung "Schwarz-Gelb" (Borussia Dortmund) oder "Blau-Weiß" (Schalke 04) mehr als nur plumpe Thekensprüche stecken, davon konnten sich am gestrigen Freitagabend rund 2.000 Besucher des Sparkassen-Forums in Bad Hersfeld überzeugen.

Sie erlebten eine Bayern-Präsidenten, der bestens gelaunt nach Waldhessen kam und einen tiefsitzenden Eindruck hinterließ. Hoeneß plauderte im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Hersfelder-Zeitung, Markus Pfromm, natürlich über seine Bayern, der Verpflichtung des weltbestens Trainers Pep Guardiola vom FC Barcelona, seinem schwäbisch geprägten Führungsstil und seinem freundschaftlichen Verhältnis zu Trainer Jupp Heynckes. Über den aktuellen Stand einer möglichen Verpflichtung des Dortmunder Topstürmers Robert Lewandowski ließ sich der 61-Jährige natürlich nichts entlocken.

Doch Hoeneß ist nicht nur Fußball. Bodenständig, konservativ und katholisch geprägt im Schwabenländle aufgewachsen, verkörpert der Manager die Werte, welche seine Eltern ihm und seinem ebenfalls in Fußballkreisen bestens bekannten Bruder Dieter mit auf dem Weg gegeben haben: "Meine Eltern haben sich für uns den Arsch aufgerissen", sagte Uli Hoeneß. Sie hatten eine kleine Metzgerei und dafür Tag und Nacht geschuftet. Aus diesen einfachen Verhältnissen heraus hat insbesonders Sohn Uli eine steile berufliche Karriere hingelegt. Der Spiegel adelte ihn jüngst in einem ausführlichen Beitrag. "Ich war in den letzten Tagen ganz schön nervös, weil ich nicht wusste was dabei heraus kam", sagte Hoeneß. Ein Spiegel-Journalist hatte ihn vor Weihnachten zwei Tage begleitet. Mit dem Ergebnis sei er jedoch sehr zufireden.

Der Bayern-Präsident und Wurstfabrikant wäre aber nicht er selbst, wenn er in der Phase des absolutes Erfolges nicht vor Selbstüberschätzung warnen würde. Hoeneß ist ein Mann der offenen Worte, direkt und ohne Scheu, Diskussionen und Kontroversen anzustoßen. Und er nimmt kein Baltt vor dem Mund. Von seinen Angestellten sowohl in der Wurstfabrik (1985 gründete Hoeneß gemeinsam mit Werner Weiß die heutige HoWe Wurstwaren KG in Nürnberg) als auch beim FC Bayern verlangt er Topleistungen und einen sauberen Charakter. Dies lebt er vor. "Ich erwarte von einem Bayern-Spieler, dass er einen Fehler nur einmal macht", sagte Hoeneß. Dafür stelle er sich ebenso schützend vor seinen Spielern sowie Angestellten und unterstütze sie dafür etwa bei privaten Problemen.

"Ein Chef muss für seine Angestellten da sein, muss sich um sie kümmern", unterstrich Hoeneß und monierte einen Werteverlust in unserer Gesellschaft. Dass Hoeneß die sprichwörtliche bekannte schwäbische Sparsamkeit beim FC Bayern fest verankert hat, wird erst auf dem zweiten Blick klar. Oberflächlich könnte man meinen, Deutschlands Topklub schmeisst die Millionen nur so zum Fenster heraus - etwa um Konkurrenten zu schwächen. Doch Verpflichtungen wie etwa des Spaniers Martinenz aus Bilbao für rund 40 Millionen Euro konnten die Bayern von ihrem Festgeldkonto stemmen. "Wir wollten einen kleinen Beitrag für die Spanier in der Euro-Krise leisten", sagte Hoeneß unter dem Applaus der Zuhörer. "Dem Berlusconi helfen wir aber net", haute er einen weiteren Spruch raus - sehr zur Freude des Publikums in der seit Wochen restlos ausverkauften Waldhessen-Halle.

"Wir wollen nicht mehr ausgeben als wir einnehmen", verfolgt Hoeneß eine ebenso einfache wie klare Strategie. Im vergangenen Jahr hat der FCB allein einen Umsatz von rund 373 Millionen Euro erzielt und gehört damit zu den Topklubs weltweit.

Wer am Freitagabend in der Festspielstadt knackige Worte in Richtung der sportlichen Kontrahenten etwa aus Dortmund oder Schalke gewartet hatte, der wurde erwartungsgemäß enttäuscht. Er sei ruhiger geworden und habe früher sicher manchmal "über das Ziel hinausgeschossen", erklärte Hoeneß. Deutscher Meister werden, sei das oberste Ziel in der laufenden Saison.

Die bekannte "Zornesröte" im Gesicht des Bayern-Präsidenten kam nur einmal auf: Die politischen Diskussionen um den aberkannten Doktortitel von Wissenschaftsministerin Annette Schavan und den daraus resultierenden Rücktrittsforderungen nannte Hoeneß als "schlechten Witz und Sauerei". Die Politik sei übrigens nichts für ihn. Die Entscheidungswege seien viel zu lang und die Spielchen zwischen Koalition und Oppossition um politsichen Entscheidungen könne er nicht verstehen. Gute Ideen müssten umgesetzt werden und nicht monatelang darüber diskutiert werden. Diese Einschätzungen kamen beim Publikum in Bad Hersfeld bestens an - ob Bayern-Fan oder nicht.

Rund 90 Minuten redete Hoeneß über die Bayern, Politik, Wirtschaft und vorallem über bodenständige Werte. Minutenlanger Beifall und Uli-Rufe hallten durch die Halle - sichtlich zufrieden blickte der 61-Jährige von der Bühne - wohlwissend, dass Erfolg und Zuneigung gerade im Fußballgeschäft oftmals nur eine Momentaufnahme sind. Vom Sparkassen-Vorstand Reinhard Faulstich bekam er noch einen Korb mit typisch waldhessischer Stracke mit auf dem Weg. Doch bevor Hoeneß in Richtung München aufbrach - die Bayern spielen am Samstagabend zu Huse gegen den FC Schalke - nahm sich der Bayern-Präsident jede Menge Zeit, um die unzähligen Autogrammwünsche und Fotoshootings zu erfüllen. Übrigens: Das Honorar für den Auftritt in Bad Hersfeld wurde zu 100 Prozent für einen wohltätigen Zweck gespendet. Es war ein inspiriender Abend. Uli Hoeneß begeisterte die über 2.000 Zuhörer mit seiner sympathischen und offenen Art - egal ob Bayern-Fan oder Bayern-Hasser. (Hans-Hubertus Braune)

Wikipedia über Uli Hoeneß: Ulrich „Uli" Hoeneß (* 5. Januar 1952 in Ulm, Baden-Württemberg) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und aktuell Präsident des FC Bayern München. Als aktiver Spieler gewann Hoeneß in den 1970er Jahren mit den Bayern nahezu alle wichtigen Titel im europäischen Vereinsfußball. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er 1972 Europameister und 1974 Weltmeister im eigenen Land. Nach seiner aktiven Karriere übernahm Hoeneß das Management beim FC Bayern und trug wesentlich dazu bei, den Verein finanziell und sportlich zu dem erfolgreichsten Fußballverein Deutschlands zu machen. Er ist seit November 2009 Präsident des FC Bayern München e.V., seit März 2010 Vorsitzender des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG und Mitglied im Aufsichtsrat der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG. +++


Gesprächsrunde mit Uli Hoeneß, Markus Pfromm (Geschäftsführer der Hersfelder Zeitung), dem Ex-Bayernprofi Michael Sternkopf und einem echten Bayern-Fan (von links).

Über 2.000 Besucher kamen in die Waldhessen-Halle nach Bad Hersfeld. Das Sparkassen-Forum war seit Wochen restlos ausverkauft.


Fotoshooting vor dem Auftritt: Reinhard Faulstich (Vorstand der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg), Uli Hoeneß und Markus Pfromm (von links)

Zufrieden über den hochrangigen Gast...


aus dem Süden Deutschlands.


Reinhard Faulstich ging in seiner Begrüßung auch auf die positive Geschäftsbilanz der Sparkasse Hersfed-Rotenburg im vergangenen Jahr ein.

Konservative Werte wie Loyalität, Offenheit und Bodenständigkeit verkörpert Uli Hoeneß...




Im Blick der 2.000 Zuschauer...


Ehrengäste: Michael Sternkopf, Weltklasse-Schützin Manuela Schmermund und Kulttrainer Dragoslav Stepanovic.


Hintergründiges, aber auch amüsante Antworten...

...auch zur Freude des Moderatoren Markus Pfromm.





Autogramme vom Präsidenten...


...und Handschlag für den jungen Bayern-Fan.

Sichtlich zufrieden über den lebhaften Applaus...


...der Bayern-Präsident kam in Bad Hersfeld bestens an.


Smalltalk mit "Stepi"...

...und Erinnerungsfotos...


Kurzer Plausch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Heiderich...

...und Autogramme...




Bekennender Bayern-Fan: Niederaulas Bürgermeister Thomas Rohrbach. Zahlreiche Rathauschefs aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg waren beim Sparkassen-Forum dabei.

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