24.02.13 - FULDA

"Ein Pionier bei Naturschutz und Heimatkunde" - Willy KIEFER (86) verstorben

Knapp 20 Tage vor seinem 87. Geburtstag ist in dieser Woche nach langer Krankheit der in der Region Osthessen gut bekannte, anerkannte und geschätzte Heimatforscher Willy KIEFER (im Bild links) verstorben. Im Mai 2011 war Kiefer nach 21 Jahren aus dem Vorstand des Fuldaer Geschichtsvereins verabschiedet worden. Auf den Verstorbenen geht eine der ersten archäologischen Lehrpfade im deutschen Raum zurück. Das Rhöndorf in Tann (Kreis Fulda) wäre vermutlich ohne ihn nie entstanden. Und Gleiches gilt für den geologischen Lehrpfad auf der Wasserkuppe, der heute vielen Interessierten Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Region gewährt. Kiefer hat  Wegenamen in Wald und Flur hinterlassen und wesentlich das Bild der Heimatforschung der letzten Jahre mitgeprägt.

Bei seiner Verabschiedung sagte Fuldas Oberbürgermeister (und Vorsitzender des Geschichtsvereins) Gerhard Möller (im Bild 2.v. rechts) wörtlich: „Willy Kiefers Name steht für die Heimatforschung". Viele heimatgeschichtliche Veröffentlichungen seien mit seinem Autorennamen verbunden. Willy Kiefers Engagement und fruchtbare Erfahrungen hätten sowohl in den Vorstand als auch in die interessierte Öffentlichkeit hineingewirkt. Vom Umweltbereich bis hin zum Naturschutz habe Willy Kiefer Pionierarbeit geleistet, würdigte Möller sein Werk.

Wie Möller ausführte, gehörten dazu auch die Sachgebiete „Heimatpflege" und die Geschäftsführung des 1963 gegründeten Naturparks „Hessische Rhön". Gerade um den Naturpark habe sich Kiefer besonders verdient gemacht, weshalb ihm Rhönklubpräsidentin Regina Rinke die Justus-Schneider-Medaille verlieh. Bereits Jahre zuvor war ihm hierfür die Alexander-von-Humboldt-Medaille in Hamburg verliehen worden.

Vieles habe er für den Geschichtsverein auf den Weg gebracht. „Wir haben Verständnis dafür, dass Sie vor einigen Monaten gesagt haben, nicht mehr im Vorstand mitwirken zu können", reflektierte der Vereinsvorsitzende auf Kiefers Wunsch und verband ihn mit dem Dank dafür, dass „wir so viele Jahre auf Sie bauen konnten". Als äußeres Zeichen des Dankes überreichte Möller eine historische Ansicht, die einen Bezug zu Kiefers Wohnort, dem Münsterfeld, hat.

Schon bei einer offiziellen Feier zum 80. Geburtstag (2007) war das Engement Kiefers auch vom langjährigen Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger gewürdigt worden. "Bescheidenheit ist seine Tugend. Taten schätzt Willy Kiefer mehr als Worte". Der Jubilar sei unverzichtbar für die Vorstandsarbeit, die er durch sein Wissen und Engagement unglaublich bereichere, betonte Hamberger.

1927 wurde Willy Kiefer als Sohn der Eheleute Franz und Maria Kiefer in Fulda geboren. Nach der Schulzeit, u.a. an der Domschule, trat Kiefer in den gehobenen Verwaltungsdienst bei der Regierung Kassel ein. Der Krieg bedeutete für ihn, wie für viele junge Männer, eine Zäsur. 1944 erfolgte die Notdienstverpflichtung bei der Luftwaffe. Im Januar 1945 schließlich die Einberufung. Im Mai des gleichen Jahres begann die Laufbahn beim Landratsamt Fulda. Nach den entsprechenden Verwaltungsprüfungen wurde Willy Kiefer 1955 zum Kreisinspektor ernannt. Drei Jahre später heiratete Willy Kiefer Ehefrau Liane, mit der er drei Kinder hat. 1991 endete für ihn die aktive berufliche Laufbahn nach 47 Dienstjahren als Oberverwaltungsrat bei der Kreisverwaltung, wo er zuletzt das Amt für Umweltschutz und Landschaftspflege geleitet hatte.

Willy Kiefer selbst betonte im Mai 2011, gerne wäre er noch länger im Vorstand des Geschichtsvereins geblieben. Doch die Krankheit mache ihm schwer zu schaffen. Mit Freude denke er an die erfüllten Jahre im Verein zurück. +++

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