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Der neue Papst Franziskus

...und Fuldas Bischof Algermissen ist "zufrieden und erfreut"

14.03.13 - ROM

Die 115 Kardinäle in Rom haben sich im 5. Wahlgang entschieden: es wurde ein Kardinal zum neuen und 266. Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt. Rund 1,2 Milliarden Katholiken in der Welt haben nun wieder einen geistlichen Führer als Nachfolger des Ende Februar zurückgetretenen Papst Benedikt der XVI. Überall auf der Welt läuteten am Mittwochabend die Glocken. Auf dem Petersplatz hatten sich tausende versammelt und warteten auf den neuen Papst, der um 20:22 Uhr auf dem berühmten Balkon trat. Sein Name: Papst FRANZISKUS, es ist der Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio (76). Erstmals in der Kirchengeschichte ein Mitglied des Jesuitenordens.  Er gilt als konservativ, ist aber auch für seinen Einsatz für sozial Schwache bekannt. Bereits 2005 war er beim Konklave ein wichtiger Gegenkandidat des zurückgetretenen bisherigen Papstes Benedikt XVI.

Geboren wurde der neue Papst am 17. Dezember 1936 als Sohn italienischer Einwanderer in Buenos Aires. Bis heute hat Bergoglio sowohl die argentinische wie auch die italienische Staatsangehörigkeit. Nach dem Diplom als Chemie-Ingenieur entschied sich Bergoglio für den Priesterberuf und trat in die Gesellschaft Jesu ein. Er studierte Philosophie und Theologie und lehrte währenddessen Literatur und Psychologie. Nach seiner Priesterweihe im Dezember 1969 wurde er bald Jesuitenprovinzial Argentiniens. Von 1980 bis 1986 war Bergoglio Rektor der Theologischen Hochschule von San Miguel. Um seine Dissertation zu beenden, kam er 1985 zu einem längeren Aufenthalt nach Deutschland – und spricht seither neben Spanisch und Italienisch auch Deutsch. Seit 1992 Weihbischof in Buenos Aires, ernannte ihn Papst Johannes Paul II. im Sommer 1997 zum Erzbischof Koadjutor und im Februar 1998 zum Erzbischof der Hauptstadt-Diözese. Seit 2001 gehört Bergoglio dem Kardinalskollegium an. Kardinal Bergoglio war von November 2005 bis 2011 Vorsitzender der Argentinischen Bischofskonferenz

"Mit großer Freude" gratulierte der Freiburger Erzbischof Dr. Robert Zollitsch im Namen der Deutschen Bischofskonferenz und aller katholischer Christen Deutschlands dem neuen Heiligen Vater zu seiner Wahl. Wir sind froh, nun wieder einen Papst zu haben, der die Weltkirche leiten wird. Das schlichte Glaubenszeugnis seiner ersten kurzen Ansprache und sein Gebet zeigen der Welt: Der Heilige Vater ist bereit, das wichtige Amt und die hohe Verantwortung in tiefem Gottvertrauen zu übernehmen. Wir stehen an seiner Seite!Mit Papst Franziskus I. ist der Kirche ein Oberhaupt geschenkt, das die spirituellen Impulse von Papst Benedikt XVI. und von Papst Johannes Paul II. aufnehmen wird. So hat die katholische Kirche einen Papst, der in Kontinuität zu seinen beiden Vorgängern steht. Gleichzeitig wird der Heilige Vater eigene Impulse und Schwerpunkte setzen. Der lateinamerikanische Kontinent darf stolz sein, erstmals in der Geschichte der Kirche einen Nichteuropäer als Papst zu stellen"

Papstname ist Programm: Option für die Armen.

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Bischof Dr. Martin Hein, brachte in seiner Stellungnahme zum Ausdruck, dass die Wahl von Jorge Mario Bergoglio SJ sicher für viele eine Überraschung sei, da er nicht zum inneren Zirkel der Kandidaten gehört habe. Für ihn als Protestanten, so Hein weiter, sei vor allem aber der gewählte Papstname bedeutsam: Die Anknüpfung an Franz von Assisi könne man als Programm verstehen. Franz sei mit seiner Option für die Armen einer der großen inneren Reformer der Kirche gewesen. Mit der Wahl dieses Papstes sei zudem der Blick der römisch-katholischen Kirche über Europa hinaus geweitet. Und von einem Angehörigen des Jesuitenordens könne man erwarten, so Hein wörtlich, „dass er durchsetzungsfähig ist und weiß, wie man etwas auf den Weg bringt". Hein wünscht dem neugewählten Papst in dieser für die katholische Kirche schwierigen Situation Geduld, Energie und Gottes Segen.

"Sein Name ist Programm"

"Weil er den Namen Franziskus gewählt hat, ist er mir von Anfang an sympathisch". Zufrieden und erfreut zeigte sich gestern Abend bei einer spontanen Pressekonferenz in Fulda der katholische Bischof Heinz Josef Algermissen zur Papstwahl. Eigentlich war er sicher, dass es etwa acht Wahlgänge würden. Umso mehr waren Algermissen und sein Sekretär Dirk Gärtner überrascht, als sie kurz nach 19 Uhr den Fernseher einschalteten und den "weißen Rauch" über dem Vatikan sahen. Für Algermissen ist zugleich "sein Name auch Programm". Die meisten der 115 Kardinäle hätten sich "etwas dabei gedacht", den Argentinier zu wählen. Der Fuldaer Oberhirte nannte die Wahl eine "Überraschung des Geistes, der die Kirche immer weiter führt". Schließlich wehe mit jedem neuen Pontifex im Vatikan auch "ein neuer Wind". Algermissen ist aber auch sicher, dass der neu Papst "nicht mehr so systematisch theologisch vorgeht wie Benedikt XVI."

VIDEO-Ausschnitte von der Pressekonferenz zeigt "osthessen-news" hier im Laufe des heutigen Vormittags. +++ 


Nicht nur in Rom läuten gestern Abend die Glocken

Tausende jubeln auf dem Petersplatz



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