ROTENBURG. Die besten acht Landesauswahlmannschaften aus Deutschland trafen sich am vergangenen Wochenende in Rotenburg an der Fulda um ihren Deutschen Meister zu küren und um aus Sichtungsturnier für die Jugendnationaltrainer zu fungieren. Christian (Blacky) Schwarzer, Heiko Karrer und Co. hatten die Gelegenheit bei insgesamt 24 Begegnungen die besten Nachwuchsspieler des Jahrgangs 1997 zu beobachten und sich die Besten auf ihren Notizblöcken zu notieren, um daraus die Jugend-Nationalmannschaft zu bilden. Das Finale wurde mit 32:31 nach Verlängerung von Württemberg gegen Niedersachsen gewonnen. In der Partie mobilisierten die Spieler nochmals alle Kräfte und zeigten den gut 350 Zuschauern Handball vom Feinsten, so dass auch Blacky Schwarzer nach der Partie voll des Lobes war. „Mir ist nach dem was ich hier gesehen habe, nicht bange um die Zukunft des deutschen Handballs", so Schwarzer.
In der Vorrunde waren einige überraschende Ergebnisse zustande gekommen. So war das souveräne Auftreten des Landesverbandes Niedersachsen nicht erwartet worden. Durch zwei Erfolge über Saar und Bayern war die Teilnahme am Halbfinale bereits gesichert, ehe die Parte gegen Hessen verloren ging, was aber nichts an der Teilnahme am Halbfinale änderte. Ein richtiges Endspiel um den zweiten Halbfinalplatz gab es im letzten Vorrundenspiel der Gruppe 2 zwischen Bayern und Saar. Beide Teams hatten eine Partie gewonnen und eine verloren. Der Kader des Landesverbandes Saar war körperlich relativ klein, bestach aber durch eine gute mannschaftliche Geschlossenheit und konnte zahlreiche erfolgreiche Tempogegenstöße erfolgreich abschließen. Der Landesverband Baden war dagegen als ein Mitfavorit ins Rennen gegangen und startete mit einem knappen Sieg und einer deutlichen Niederlage. Hier war die letzte Vorrundenbegegnung bereits ein Endspiel um die Teilnahme am Halbfinale.
In einem hauchdünnen Spiel behielt Baden mit 22:21 die Oberhand über Brandenburg. Durch diese Resultate kam es zu den Halbfinalbegegnungen: Niedersachsen traf auf Württemberg und Baden spielte gegen Saar. Baden und Saar begegneten sich nur in den ersten Minuten auf Augenhöhe. Mitte der ersten Hälfte fand Württemberg immer besser in die Partie und überzeugte durch eine mannschaftliche Geschlossenheit. Tolle einstudierte Spielzüge führten immer wieder zum Erfolg. Das Saarland hatte in dieser Phase nur Einzelaktionen über den Rückraum dagegenzusetzen und hatte damit nur selten Erfolg. Die Außenspieler wurden in dieser Phase nicht mit ins Spiel einbezogen, was das Spiel ausrechenbar machte. Im zweiten Durchgang verlief die Partie noch einseitiger. Württemberg dominierte weiterhin und die Saarländer fanden kein Mittel gegen das teamorientierte Spiel der Württemberger. Schließlich zog Württemberg mit einem klaren 31:19 in das Finale des Länderpokals ein.
Das zweite Halbfinale verlief dagegen wesentlich ausgeglichener. Baden und Niedersachen agierten hochkonzentriert und machten kaum Eigenfehler. Beide Torhüter, Marius Gabel für Baden und Tom Landgraf für Niedersachsen, machten eine hervorragende Partie und entschärften zahlreiche freie Würfe der gegnerischen Angreifer. So blieb die Partie bis zum Ende äußerst spannend und eine Verlängerung lag im Bereich des Möglichen. Etwas glücklich aber nicht unverdient konnte Niedersachsen in den Schlusssekunden einen 19:18 Vorsprung verteidigen und zog in das Finale ein. Das Finale selbst hätte kaum spannender verlaufen können. Keine Mannschaft konnte sich von der anderen absetzen und so war es nicht verwunderlich, dass es zu einer Verlängerung kam. In dieser sah Niedersachsen über weite Strecken wie der Sieger aus, doch kurz vor Spielende gelang Württemberg der Führungstreffer. Niedersachsen blieben nun nur noch sieben Sekunden um den erneuten Ausgleich zu schaffen.
Die Last lag hierbei auf dem besten Spieler des Turniers, der einen Freiwurf direkt verwandeln musste. Trotz zehn Toren im Finale scheiterte Lukas Mertens in dieser Situation knapp und so war der Erfolg für Württemberg sicher. Der Jubel kannte auf der einen Seite keine Grenzen mehr, auf der anderen flossen die eine oder andere Träne.Mit der Organisation waren alle Landesverbände und auch der Deutsche Handballbund wieder sehr zufrieden. Die TG Rotenburg hatte die Ausrichtung in der Großsporthalle übernommen und überzeugte dort erneut als verlässlicher Partner. Insgesamt litt das Turnier zum wiederholten Male an einem geringen Zuschauerinteresse aus der Region. Es kamen allerdings zahlreiche Eltern und Verwandte der Spieler mit nach Rotenburg an der Fulda und nutzten das vielfältige Übernachtungs- und gastronomische Angebot der Fuldastadt. Handballinteressierte aus der Region wurden jedoch schmerzlich vermisst, insbesondere die jugendlichen Handballer der Region hätten hier einen hervorragenden Anschauungsunterricht nehmen können.
Allenfalls am Freitagvormittag war die Großsporthalle mit zahlreichen Schulkindern gut gefüllt. Diese hatten das Angebot der Ausrichter genutzt und besuchten die ersten Spiele in der Halle. Spielergebnisse Länderpokal:
Staffel 1:
Mecklenburg-Vorpommern - Brandenburg 23:17
Baden - Württemberg 19:26
Württemberg - Mecklenburg-Vorpommern 33:12
Brandenburg - Baden 18:20
Mecklenburg-Vorpommern - Baden 21:22
Brandenburg - Württemberg 21:31Staffel 2: Hessen - Saar 18:25
Niedersachsen - Bayern 26:21
Bayern - Hessen 30:24
Saar - Niedersachsen 25:27
Hessen - Niedersachsen 26:21
Saar - Bayern 25:23
Platzierungsspiele:
Mecklenburg-Vorpommern - Hessen 28:23
Brandenburg - Bayern 27:28Halbfinale: Württemberg - Saar 31:19
Baden - Niedersachsen 18:19Spiel um Platz 7: Hessen - Brandenburg 34:22
Spiel um Platz 5: Mecklenburg-Vorpommern - Bayern 21:20
Spiel um Platz 3: Saar - Baden 22:21 n.V.
Finale: Württemberg - Niedersachsen 32:31 n.V.Bildunterschrift:
1. Das Siegerteam aus Württemberg
2. Lukas Mertens (LV Niedersachsen) wurde von Blacky Schwarzer und dem DHB-Trainerteam in das All Star-Team berufen und als bester Spieler des Turniers bezeichnetVertreter der
Organisation:
Heide Aust
Schlossbergweg 4
36286 Neuenstein
Tel. 06677-918211+++