Aus drei mach eins: Die Fusion der Sportkreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern ist vollzogen. Mit der Geburt des Sportkreises Main-Kinzig ist die Strukturreform des Landessportbundes Hessen (lsb h) an der Basis im MKK vollzogen. Den neuen Sportkreis Main-Kinzig e.V. bilden nun 578 Sportvereine mit rund 139.000 aktiven Sportlern.Zum Vorsitzenden wurde der ehemalige Vorsitzende des Sportkreises Hanau e.V., Stefan Bahn, gewählt; als Stellvertreter Sieglinde Weber (Hanau), Carsten Ullrich (Gelnhausen) und der Vizepräsident des lsb h, Helmut Meister (Schlüchtern). Als Verantwortlicher für Finanzen komplettiert Jens Fischer (Langenselbold) den fünfköpfigen, geschäftsführenden Vorstand.Die viel diskutierte und von einigen Betroffenen sehr kritisch angesehene Fusion zum größten Sportkreis in Hessen ist damit perfekt.
Die vom lsb h – Tag 2012 verabschiedete Strukturreform fordert, dass es pro Landkreis in Hessen nur noch einen Sportkreis geben soll. Um diese Forderung in die Praxis umzusetzen, hatte die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der drei Sportkreise im MKK in den vergangenen Monaten einen Fahrplan erarbeitet, den es auf dem gemeinsamen Sportkreistag abzuarbeiten galt. Fast dreieinhalb Stunden brauchten die Delegierten, bis in der Jahnhalle der TG 1837 Hanau die Tagesordnung abgehakt war.Die ARGE hatte geplant, die Fusion im Detail so zu vollziehen, dass die Vereine der Sportkreise Schlüchtern und Gelnhausen dem Kreis Hanau beitreten sollten. Die wurde aus rechtlichen Erwägungen heraus als der gangbarste Weg erachtet, da der Sportkreis Hanau als einziger der dreien bereits als eingetragener Verein (e.V.) existierte. Hierzu galt es für die Hanauer, ihre Satzung dahingehend zu ändern, dass sich der Wirkungskreis des Sportkreises Hanau e.V. künftig auf den gesamten Main-Kinzig-Kreis erstreckt und er seinen Namen in Sportkreis Main-Kinzig e.V. ändert.
Der bisherige Vorsitzende des Sportkreises Hanau, Stefan Bahn, eröffnete die Sitzung und war begeistert von der zahlreichen Anwesenheit der Sportvereine sowie der Ehrengäste: „Solch ein gutbesuchter Kreistag ist ein hervorragender Start für den neuen Sportkreis Main-Kinzig", äußerte sich Bahn zufrieden.Als Ehrengäste konnte Stefan Bahn neben der Vizepräsidentin des lsb h, Dr. Susanne Lapp, die Sportkreisvorsitzenden Uli Manthei, Jörg Wulf, Peter Dinkel, Carsten Ullrich und Helmut Meister begrüßen. Aber auch der Vorstandsvorsitzende der heimischen Sparkasse, Robert Restani zeigte seine Verbundenheit mit dem Sport genauso wie Alt-Landrat Charlv Eyerkaufer. Für das Staatliche Schulamt unterstrich Ludwig Borowik die gute Zusammenarbeit. Weitere Ehrengäste aus den Reihen der heimischen Politik vervollständigten die Gästeliste.
"Mitglieder müssen in den Vordergrund rücken"
Neben einem sportlich –akrobatischem Intermezzo der erfolgreichen Rope-Skipper der TG Hanau folgte ein Vortrag von Prof. Dr. Marcus Stumpf (FH Salzburg) mit dem Titel: „Und da waren es nur noch – Mitgliederorientierung im Sportverein". Stumpf, der an der Salzburger Fachhochschule lehrt, verdeutlichte mit seinem Vortrag vor allem die Wichtigkeit der Mitgliederzufriedenheit. Neben dem immer größer werdenden Konkurrenzkampf der Sportvereine untereinander und den zahlreichen kommerziellen Angeboten, wie z.B. Fitnessstudios, sieht der gebürtige Salmünsterer vor allem einen zentralen Punkt für den Rückgang der Mitgliederzahlen: „Der Hauptgrund für den Rückgang der Mitgliederzahlen in den hessischen Sportvereinen liegt meist darin, dass die Zufriedenheit der Mitglieder nicht in den Fokus gerückt wird", äußerte sich Stumpf kritisch.
Im weiteren Verlauf des Vortrages beschrieb der 38 jährige verschiedene Mitgliedertypen, von denen die sogenannten Fans das absolut höchste Gut eines Vereins darstellen. „Die Fans stehen emotional hinter dem Verein und sind die Mitgliedergruppe, die am ehesten ein Ehrenamt übernimmt", so Stumpf über die Rolle, die diese Gruppierung in den Vereinen einnimmt. Zum Ende des Vortrages stellte er ein eigens für den Landessportbund Hessen entwickeltes Programm vor, mit dessen Hilfe die Vereine ihre genauen Mitgliederzahlen in allen Bereichen und Altersklassen abrufen können. Mit dieser Hilfestellung soll es leichter werden, die eigenen Missstände zu ermitteln und für gezieltere Mitgliederorientierung zu werben. Nach der einstimmigen Satzungsänderung durch den Sportkreis Hanau e.V. wurden die Vereine der Sportkreise Gelnhausen und Schlüchtern im neuen Sportkreis aufgenommen, die Fusion zum neuen Sportkreis Main-Kinzig konnte offiziell vollzogen werden.
Vorstand
Neben dem geschäftsführenden Vorstand komplettieren Rainer Gimplinger (Referent Kindergarten, Schule und Verein, Leistungssport), Hans Jürgen Wolfenstädter (Referent Breitensport sowie Sport und Gesundheit), Jürgen Jung (Referent Umwelt/Infrastruktur), Ursula Steinau (Referent Bildung und Personalentwicklung), Brigitte Senftleben (Referent Sportabzeichen, Sportentwicklung, demografischer Wandel), Gabriele Ewald (Referent Familie, Frauen, Integration und Inklusion) und Erhard Bartel (Referent Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Archivwesen).
Die Wahl aller Vorstandsmitglieder erfolgte einstimmig und spiegelt den harmonischen Zusammenschluss der ehemals drei autoritären Sportkreise wieder.„Wir wollen Dienstleister für die Vereine sein", kündigte Stefan Bahn an. Die Wahlperiode dauert bis zum nächsten Landessportbundtag 2015. Danach wird turnusgemäß alle drei Jahre wieder gewählt. Der Sportkreistag sprach sich abschließend einstimmig dafür aus, Alfred Perschbacher und Gerhard Jockel nach jeweils 28 Jahren Vorstandsarbeit im Sportkreis Schlüchtern zu Ehrenmitgliedern des Sperrkreises Main-Kinzig zu ernennen. (Stefan Bahn) +++