Der Prälat Erwin Sturm

Bischof Algermissen predigte

21.07.13 - NEUHOF

"Großer Zeuge christlicher Wurzeln" - Prälat Erwin STURM 60 Jahre Priester

„Nicht hoch hinaus, sondern unten am Boden. Das ist die Wahrheit über uns Priester, sozusagen die Platzanweisung, die Jesus Christus selbst vornimmt." – Genau diese Worte konnten am heutigen Sonntagmorgen vom Fuldaer Bischof Algermissen Prälat Erwin Sturm (86) zugeschrieben werden: anlässlich seines diamantenen Priesterjubiläums wurde er heute geehrt. Und genau dort, wo er am meisten „Wirken" konnte – in seiner Pfarrei Mariae Himmelfahrt in Rommerz (Gemeinde Neuhof im südlichen Landkreis Fulda). 40 von den insgesamt 60 Priesterjahren verrichtete er dort seinen Dienst. Die 250 Gemeindemitglieder, die das Pontifikalamt zu Ehren ihres langjährigen Pfarrers besuchten, dankten es ihm mit ihrer Anwesenheit und einer fast vollen Kirche. Das Pontifikalamt mit Bischof Algermissen konzelebrierten Diakon Josef Gebauer (Fulda) Pfr. i. R. Bernhard Axt (früherer Pfr. von Rommerz) Pfr. i. R. Prälat Erwin Sturm und Pfarrer Dr. Dagobert Vonderau.

Dass Erwin Sturm gerade kein „Macher in der Kirche oder ein Pastoralstratege" gewesen sei, betonte Bischof Algermissen in seiner Predigt deutlich. Vielmehr habe Sturm sich immer in der rechten Bescheidenheit geübt. Menschen seien allesamt „zerbrechliche Gefäße. Aber bei aller Zerbrechlichkeit doch Träger eines großen Schatzes: Jesus Christus, Heiland und Erlöser der Welt." Dass Prälat Sturm nie ein „religiöser Routinier oder Funktionär" gewesen sei, hob der Bischof hervor und .dankte: „Ihnen ging es darum, bei allem Dies und Das den „innersten Punkt" nicht zu verlieren."

Vielen Menschen schenkte Pfarrer Sturm das Sakrament der Taufe, der Buße oder der Ehe. Viele Eucharistiefeiern hat er in seinem Leben abgehalten und gefeiert, aber auch in einem weiteren Feld ist Prälat Sturm seit Jahrzehnten als Heimat- und Denkmalforscher "berühmt".  Seine Leidenschaft gilt der Kirchen- und Kunstgeschichte des Bistums Fulda. Mit den Bänden „Die Bau- und Kunstdenkmale des Fuldaer Landes", „Die Bau- und Kunstdenkmale der Stadt Fulda" und „Die Bau- und Kunstdenkmale des Hünfelder Landes" habe er drei Grundlagenwerke geschaffen, die aus der kirchen- und kunstgeschichtlichen Forschung nicht mehr wegzudenken seien, so der Dank von Bischof Algermissen. Er selbst greife immer wieder dankbar zu diesen Büchern, um sich zu informieren.

Am vergangenen Freitag (19. Juli) konnte Pfarrer i.R. Prälat Erwin Sturm sein Diamantenes Priesterjubiläum begehen. Er war im Jahre 1953 durch Bischof Dr. Johannes Baptist Dietz in der Klosterkirche Frauenberg geweiht worden.

Prälat Sturm, geboren am 12. Mai 1927 in Fulda, besuchte das Städtische Realgymnasium, wo er, unterbrochen durch den Militärdienst, im Frühjahr 1947 das Abitur ablegte. Sein Hochschulstudium in Philosophie und Theologie absolvierte er von 1947 bis 1953 an der Theologischen Hochschule zu Fulda. Nach seiner Weihe 1953 wurde er Kaplan in Frankenberg. 1958 wechselte er als Kaplan an die Stadtpfarrei Hanau. Als Kaplan kam er 1963 auch nach Rommerz, wo er dann über vier Jahrzehnte bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Juli 2004 als Pfarrer wirken sollte.

Neben seiner seelsorglichen Tätigkeit widmete sich Sturm der Heimatforschung, wovon eine Fülle von Publikationen zeugen. Hier sind besonders seine grundlegenden Bände „Die Bau- und Kunstdenkmale des Fuldaer Landes" zu nennen. Für seine Verdienste um die Heimatforschung wurde ihm 1975 das Bundesverdienstkreuz verliehen und der Kulturpreis des Rhönklubs zuteil. 1987 erhielt er zudem vom damaligen Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger den Kulturpreis der Stadt Fulda. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1997 in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Erforschung der Geschichte des Bistums Fulda zum Päpstlichen Ehrenprälaten. Seit 1963 wirkte Pfarrer Sturm auch als Präses der KAB Rommerz. Erzbischof Dr. Johannes Dyba betonte 1998, Prälat Sturm sei durch seine Forschungstätigkeit „der große Zeuge der christlichen Wurzeln unserer Heimat" geworden. (cl/bpf).  +++


- Fotos: Christina Leinweber



Bischof Algermissen mit dem Neuhofer Pfarrer Vonderau, zu dessen Kirchengemeinde Rommerz gehört






Der Rommerzer Kirchenchor begleitete die Eucharistiefeier






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