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Hersel

28.07.13 - LAUFSPORT

HERSEL dominiert bei über 35 Grad und gewinnt Öko-Run Wächtersbach

Lienhard Hersel von Schul-Sport-Club Hanau-Rodenbach hat am Samstagabend den sechste Öko-Run in Wächtersbach gewonnen. Der Duathlon-Vizeeuropameister benötigte für die zehn Kilometer 36:43 Minuten und verwies Daniel Schmidt (TSV Ostheim/Rhön) und Stefan Zelle (Radlabor Frankfurt) auf die Plätze. Wichtige Punkte im Kampf um die Main-Kinzig-Challenge-Wertung ließ Burkhard Guthmann (Laufteam Selters) als Viertplatzierter liegen. Der Öko-Lauf war der fünfte von acht Läufen der Laufserie. Die besten vier Resultate werden gewertet. Bei den Frauen siegte Nicole Lönneker vom Team Naumheim vor der Challenge-Favoritin Nadine Richter (TSV Ostheim/Rhön).

Bei Temperaturen jenseits der 35 Grad überquerten 140 Athleten die Ziellinie am Wächersbacher Schwimmbad. „Wer heute gekommen ist, hat gewusst, worauf er sich einlässt", hatte der Sportliche Leiter der Challenge, Wolfgang Ruppert, Verständnis für die geringe Teilnehmerzahlen. Vier zusätzlichen Wasserversorgungsstellen hatte der Veranstalter eingerichtet und so erfolgreich verhindert, dass die Läufer wie die Fliegen umkippen.

„Ich bin froh, dass Daniel Schmidt auf dem letzten Kilometer keinen Druck gemacht hat. Bei diesem schwülen Wetter wäre das qualvoll geworden", berichtete Lienhard Hersel, der bereits drei Challenge-Läufe gewonnen hat und so zum Favoriten auf den Gesamtsieg avanciert. „Eigentlich wollte ich mich nur noch auf die Radrennen konzentrieren. Der Rest der Saison ist voll verplant. Jetzt denke ich schon darüber nach, beim Salinenlauf in Bad Orb oder beim Unterreichenbacher Herbstlauf zu starten."

Der Zweitplatzierte Schmidt hat zwar mit 5685 Punkten die Führung in der Main-Kinzig-Challenge übernommen, an einem Gesamtsieg glaubt der 29-Jährige aber nicht. „Lienhard Hersel ist einfach besser. Ich habe null Chancen." Ob er am Freigerichter Lauf Ende August den Halbmarathon oder den Zehner läuft, weiß der Unterfranke noch nicht. „Ich starte vorher in St. Moritz und entscheide kurzfristig, welche Strecke ich in Freigericht laufe."

Über seinen dritten Rang „unter Einsatz seines Lebens" war der Frankfurter Steffen Zelle überglücklich. „Vor allem im offenen Feldstück war es unerträglich heiß. Ich bin aber freiwillig hergekommen und der Ausrichter hat mich mit der kalten Dusche nach dem Ziel dafür angemessen entschädigt", hatte sich der 29-Jährige nach all den Strapazen dennoch ein paar Scherze parat.

Einer durfte natürlich nicht fehlen. Kultläufer Kalli Flach wusste genau, was ihn erwartete. „Trinken, trinken, trinken und vorher eine kalte Dusche", war für den 75-Jährigen das einzige, was diesmal zählte. Dass er für den Zieleinlauf doppelt so lange brauchte wie der Sieger, spielte keine Rolle.

Bei den Frauen hatte sich Nicole Lönnecker aus Naumheim den Öko-Lauf ausgesucht, um auf Rekordjagd zu gehen. „Ich hatte gehört, dass die Strecke vermessen ist und schnell sein soll. Leider hat es bei diesem Temperaturen nicht gereicht, meine Bestleistung unter 40 Minuten zu schrauben. Aber ich war dicht dran, bin aber keine Hitzeläuferin", sagte die 37-Jährige.

Nicht auf Sieg gelaufen war die Challenge-Führende Nadine Richter . „Bei dieser Hitze gehe ich kein Risiko ein. Für mich ist die Main-Kinzig-Challenge in erster Linie eine gute Trainingsmöglichkeit", so die Zweitplatzierte. 

„Ist wie in der Sauna", meinte der Sieger des Fünf-Kilometer-Laufes, Julien Gottfried vom SCC Hanau-Roden. Der 16-Jährige war 17:47 Minuten unterwegs und distanzierte Moritz Martin, um 30 Sekunden. „Für Läufe bei tropischen Temperaturen braucht man viel Erfahrung und muss auf seinen Körper hören", so der Sportwissenschaftler und Vizeweltmeister im Windsurfen.

Das hatten nicht alle getan. Eine 14-Jährige kollabierte kurz vor Ziel. „Sie ist das Rennen zu schnell angegangen. Nach der schnellen ärztlichen Versorgung geht es ihr wieder gut ", meinte Bernd Lein vom Organisationsteam. Sich einfach nur „gut gefühlt" hatte sich Franziska Bock. Die 14-Jährige vom LAZ Gießen führt die hessische Bestenliste über 2000 Meter an und lief über die fünf Kilometer in 19:20 Minuten persönliche Bestzeit. Dass der 5000-Meter-Lauf eine halbe Stunde nach hinten verschoben wurde, begrüßten alle Läufer. „So gab es doch ein paar schattige Meter mehr", sagte der Drittplatzierte Lenny Löffler vom SSC Hanau-Rodenbach, der vor zwei Wochen den Märchen-Staffellauf von Hanau nach Bremen bestritten hatte. Mit Maximilian Hamburger stellte der SSC Hanau-Rodenbach auch den Sieger des Schülerlaufes. (Dietmar Kelkel) +++


Schmidt und Guthmann

Start 5000m


Siegerin Bock

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