Fulda stand gestern voll und ganz im Zeichen der Hoffnung. In grellen – wie sollte es auch anders sein – grünen Shirts starteten am Donnerstagmorgen 200 Sportler, Prominente und Engagierte quer durch Hessen. Die „Tour der Hoffnung" (damals: „Tour Peiper") feiert in diesem Jahr ihr 30-Jähriges Jubiläum mit Tourstart in Fulda. Ziel des Charity-Events ist es, krebskranken Kinder und deren Angehörigen mit den gesammelten Spenden unter die Arme zu greifen. Viele Radler sind bereits alte „Tour-Hasen" und schwören auf die Gemeinschaft der Radfahrtruppe. Schnelligkeit und Wettkampfgedanken sind unwichtig, auf den Zusammenhalt und den guten Zweck kommt es an. Von der Möbelstadt Sommerlad verläuft die Tour mit Zwischenstopp am Universitätsplatz in Fulda über Schlitz, durch Bad Hersfeld bis zum heutigen Etappenziel Melsungen.
Foto: Eine letzte Laola-Welle vor dem Startpfiff um 09:30 Uhr.
Weitere Etappenziele sind in den kommenden Tagen Northeim, Kassel, Hofgeismar und Bad Wildungen. Bereits am gestrigen Dienstag startete die Tour mit einem Prolog in Gießen, welcher ebenfalls prominent besetzt wurde, u.a. befand sich Ex-Boxer Henry Maske unter den Hoffnungsradlern.
Ein gut gefülltes Programm erwartete die Radler direkt am ersten Zwischenstopp an Fuldas Universitätsplatz. Landrat Bernd Woide und Stadtbaurätin Cornelia Zuschke begrüßten den grünen Trupp. Zuschke sprach von einem „Gänsehautmoment" und lobte das Engagement der Radfahrer. Moderiert von Sportreporter Werner Damm wurden Spendenchecks überreicht, die musikalische Begleitung gab die Schweizer Sängerin Géraldine Olivier zusammen den Kindern vom Kindergarten Neuenberg: sie sangen gemeinsam die Tourhymne. Als Höhepunkt der Spendenübergabe wurde der Scheck des Fuldaer Spendenkontos enthüllt, wobei Erwartungen bei weitem übertroffen wurden: ganze 74.000 Euro gehen in die Charity-Kasse. Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen kommentierte den Scheck mit einem leichten Augenzwinkern: „Endlich hat Fulda mal was Gutes gemacht!" Als abschließenden Showact der besonderen Art landete Fallschirmweltmeister Klaus Renz mit Eberhard Gienger inmitten der grünen Menge.
Für die Organisation der Tour in Fulda ist Familie Wagner aus Neuenberg zuständig. Bereits seit 15 Jahren engagieren sie sich für den reibungslosen Ablauf der Hoffnungstour. Die älteste Tochter Katrin Wagner erkrankte im jungen Alter von fünf Jahren an Leukämie, seitdem ist es für sie selbstverständlich, sich bei der Organisation zu beteiligen. Heute ist Katrin komplett genesen und möchte sich für andere Kinder und Familien stark machen und das mit Erfolg: Über 27 Millionen Euro konnte mithilfe der Aktion in den letzten 29 Jahren gesammelt werden - allein 1,6 Millionen Euro im letzten Jahr. Ein weiteres Anliegen der „Tour der Hoffnung" ist es, die Krebsforschung finanziell zu unterstützen. Innerhalb der letzten 30 Jahre konnte die durchschnittliche Chance auf Heilung bei Leukämie von 60% auf 86% gesteigert werden.
Das Fuldaer Spendenkonto bleibt auch in Zukunft bestehen, gespendet werden kann auch nach der Tour:
Update: In Fulda kam mittlerweile eine Spendensumme von 80.000 € zusammen, Sommerlad überreichte 20.000 € und in der Gemeinde Schlitz wurden 34.000 € zusammen getragen. Damit kann die Region Fulda sensationelle 134.000 Euro an die Tour der Hoffnung spenden.(km)+++
In Richtung Schlitz ging die Reise Weiter.
Eine letzte Stärkung vor der 100 Kilometer-Strecke.
20.000 Euro spendete Sommerlad für den guten Zweck.
Géraldine Olivier sang zusammen mit den Kindergartenkindern aus Neuenberg die Tourhymne.
v.l.: Dr. Stephan Wagner, Stadtbaurätin Cornelia Zuschke, Gabriele Wagner, Katrin Wagner.
Schirmherrin Petra Behle.
Petra Behle überreichte Cornelia Zuschke eine Flasche Wein mit "Tour der Hoffnung"-Aufdruck.
Bischof Heinz Josef Algermissen gab den Reisesegen.
Klaus Renz und Eberhard Gienger landeten Zielsicher auf dem Universitätsplatz.
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