Gehört die leere Milchtüte nun eigentlich in den Gelben Sack beziehungsweise in die Gelbe Tonne, oder nicht? „Selbstverständlich", versichert Achim Wolfert, Technischer Betriebsleiter der Firma Fehr Umwelt Hessen GmbH & Co. KG in Bad Hersfeld. Er muss es wissen, denn schließlich landen täglich Hunderte von waldhessischen Gelben Säcken auf „seinem" Hof, die darauf warten, in die über ganz Deutschland verstreuten Sortieranlagen verfrachtet zu werden.
Bis vor etwa vier Jahren verlief die Mülltrennung noch recht einfach: Verkaufsverpackungen, die mit dem Grünen Punkt versehen waren, wanderten in den Gelben Sack. Hintergrund: Mit dem Inkrafttreten der „Verpackungsverordnung" in 1991 begann die Ära der Duales System Deutschland GmbH – ein Zusammenschluss von Herstellern von Produkten aller Art, die nun gesetzlich dazu verpflichtet waren, sich selbst um die Entsorgung ihrer Verpackungen zu kümmern. Waren Joghurtbecher, Duschgelbehälter und Co. nicht mit einem Grünen Punkt markiert, durften sie vom Verbraucher auch nicht in den Gelben Sack geworfen werden, egal ob sie wiederverwertbar waren oder nicht.
„Mittlerweile haben neun weitere Anbieter den Markt erobert – ein zehntes System befindet sich gerade im Lizenzierungsprozess", erklärt Achim Wolfert. „Anfang 2009 wurde neu geregelt, dass die Hersteller ihre Verpackungen nicht mehr selbst entsorgen dürfen, sondern sie einem der Anbieter überantworten müssen." Das Ende der Grünen-Punkt-Kennzeichnungspflicht: Nur noch auf wenigen Konservendosen, Spülmittelflaschen und Milchtüten prangt das einstige Markenzeichen für duale Entsorgungssysteme.
„Gleich geblieben ist allerdings, dass sämtliche Verkaufsverpackungen in den Gelben Sack kommen und der Verbraucher beim Kauf der Produkte einen Teil der Entsorgungs- beziehungsweise Wiederverwertungskosten mitträgt", erläutert der Technische Betriebsleiter. „Wer sich bei der Mülltrennung unsicher fühlt, dem sei empfohlen, sich den Gelben Sack genau anzuschauen – auf diesem findet sich eine Auflistung sämtlicher Abfallmaterialien, die in diesem gesammelt werden dürfen." Obwohl auf einem Großteil der Verkaufsverpackungen kein Grüner Punkt mehr aufgedruckt sei, verlaufe die Mülltrennung recht reibungslos.
„Bei unseren Kunden hat sich im Verlauf der Zeit ein Automatismus entwickelt. Natürlich beantworten wir gerne alle Fragen zu dieser Thematik", meint Achim Wolfert und lässt seinen Blick über die Gelben Säcke, die auf dem Gelände der Firma Fehr zwischenlagern, schweifen. In wenigen Stunden werden Hunderte von ihnen auf Lkw verladen, um letztendlich in den Sortieranlagen ihrer Bestimmung zugeführt zu werden – der Wiederverwertung. Dann wird sich der Hof für kurze Zeit leeren – bis die Bewohner des Landkreises Hersfeld-Rotenburg abermals für Nachschub sorgen werden. Der Kreislauf ist geschlossen... (Stefanie Harth)
In den Gelben Sack gehören...
Verpackungen aus Kunststoff:
- Folien: zum Beispiel Tragetaschen, Beutel, Einwickelfolien
- Kunststoffflaschen: zum Beispiel von Spül-, Wasch- und Körperpflegemittelprodukten
- Schaumstoffe: zum Beispiel Obst- und Gemüseschalen und andere geschäumte Verpackungen, Styropor...
Verpackungen aus Metall:
- Konservendosen, Getränkedosen, Aluminium, vollkommen entleerte Spraydosen...
Verpackungen aus Verbundstoff: wie Saft- und Milchkartons, Vakuumverpackungen, Kaffeeverpackungen. +++