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13.09.13 - FULDA

AKTUELL! KLINIKUM will insolvente RHÖN-KLINIK kaufen - Aufsichtsrat sagt JA

Die Klinikum Fulda gAG will die insolvente Rhön-Klinik Gersfeld (Kreis Fulda) kaufen. Dafür hat der Aufsichtsrat des 1.000 Betten-Klinikums bei seiner jüngsten Sitzung am heutigen Freitagnachmittag "Grünes Licht" gegeben. Oberbürgermeister und Aufsichtsrats-Chef Gerhard Möller (CDU) sagte auf Nachfrage von osthessen-news.de: "Das Angebot ist abgegeben. Wir warten jetzt auf die Entscheidung des Insolvenzverwalters." Der Vorstand des Klinikums hat im Vorfeld ein ausführliches Konzept erarbeitet. Dieses habe das Gremium heute erörtert, diskutiert und verabschiedet. Die Rhön-Klinik ist eine Fachklinik mit den Disziplinen Urologie, Innere Medizin und Gynäkologie. Sie verfügt über 24 Betten im Akut-Bereich. Seit Bekanntwerden der Insolvenz im Februar dieses Jahres wird der Klinikbetrieb vollumfänglich fortgeführt.

Möller sprach am Freitagabend im ON-Gespräch von einer "noch sehr frühen Situation", in der noch viele Fragen offen seien. Er betonte: es gehe nur um den Kauf der Rhön-Klinik, nicht um den Erwerb des Rehazentrums. Möller sieht durch den möglichen Kauf neben der Fortführung des Klinikbetriebs weitere Chancen. „Wir haben dadurch mehr Möglichkeiten im Wettbewerb und können die medizinischen Kompetenzen des Klinikums dort einbringen. Und: Es geht auch darum, die Marktanteile zu vergrößern." Der Aufsichtsrats-Chef führte aus: „Wir würden uns keine unübersehbaren Risiken aufladen, wenn nicht positive Chancen für das Klinikum Fulda damit verknüpft wären."

Konkret heißt das: das Klinikum Fulda will Hochleistungsmedizin in die Rhönstadt bringen. Tageweise könnte es dann beispielsweise so sein, dass international anerkannte Spezialisten aus Fulda wie Chirurgie-Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Achim Hellinger oder Urologie-Chefarzt Professor Dr. Tilmann Kälble in Gersfeld behandeln, beraten oder operieren.

Für das Land Hessen ist klar: die Rhön-Klinik muss fortgeführt werden. Schließlich wurde der im Juli 2012 eröffnete Neubau in der Wolf-Hirth-Straße 18 mit einer beachtlichen Summe von 7,5 Millionen Euro gefördert. Die Gesamtinvestition lag bei 10 Millionen Euro. Sozialminister Stefan Grüttner machte kürzlich bei seinem Besuch in Fulda deutlich: „Als kommunales Haus der Maximalversorgung muss das Klinikum Fulda wie bisher Verantwortung in der Region übernehmen - und dazu gehört auch die Kooperation mit anderen Krankenhäusern." Ein deutliches Signal, an die Chefetage des Klinikums.

Wie sich der Insolvenzverwalter der Rhön-Klinik Dr. Franz-Ludwig Danko - er gehört der bundesweit tätigen Kanzlei Klüber mit Hauptsitz in München an - entscheidet, bleibt offen. Die Kaufsumme ist ebenfalls unklar. Dankos Sprecher, Sebastian Glaser (Köln), teilte der ON-Redaktion schriftlich mit: "Ausdrückliches Ziel des Insolvenzverwalters ist ein Verkauf und dadurch ein Erhalt des Klinikstandorts Gersfeld und möglichst vieler Arbeitsplätze. Allerdings kann er mit Rücksicht auf die Banken und Gläubiger die Klinik nicht unter Wert verkaufen. Insofern ist Voraussetzung für eine Einigung ein akzeptabler und angemessener Kaufpreis." Auch für den Reha-Bereich liegt dem Insolvenzverwalter ein Angbot vor, allerdings nicht vom Klinikum Fulda eingereicht.

OB Möller wollte keine weiteren Prognosen zu diesem Deal abgeben. Er sagte: „Jetzt heißt es: abwarten." Unbekannt ist auch, ob es neben dem Klinikum Fulda einen weiteren Mitbewerber gibt. Wann sich der Insolvenzverwalter und die Gläubigerversammlung entscheiden? Das kann noch einige Wochen dauern. (Christian P. Stadtfeld). +++

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