BAD HERSFELD

24.09.13 - Sie versprüht bei jedem ihrer zahlreichen Auftritte die pure Lebenslust. Sie, das ist die Tänzerin Atesh alias Barbara Dibowski, die das kulturelle Leben in Bad Hersfeld und Umgebung solo oder gemeinsam mit der von ihr gegründeten Tanzgruppe Balady seit vielen Jahren bereichert. Atesh ist türkisch und bedeutet Feuer. Begeisterung, Temperament, Leidenschaft, Einsatz, Energie gehören zu den Synonymen des Wortes Feuer und zu den Eigenschaften von Barbara Dibowski.

Schon als Kind und Jugendliche war sie immer in Bewegung. Zum einen, weil sie Freude daran hatte, aber auch um der Enge der elterlichen Wohnung zu entfliehen. Auf der Suche nach Freiheit, gepaart mit dem Willen, unabhängig zu sein, trampte sie schon mit siebzehn Jahren nach Istanbul. „Dort hat es mich gepackt. Die Menschen dort sind anders, es wird mehr gelebt. Sie sind impulsiv, das entspricht meinem Naturell", erzählt sie von ihren ersten Eindrücken vom Orient, wo sie auch die Musik und viele Tänze wie den Nesrin Topkapie kennen lernte. Sinti- und Romatänze erlernte sie bei mehreren Besuchen im Wallfahrtsort St. Amrie de la Mer in Südfrankreich „Diese Freiheit liebte ich". Heute gehören Mutter und zwei Töchter der Bad Hersfelder Sinti-Familie Feick zu der von ihr geleiteten Tanzgruppe.

„Die Leichtigkeit und die Vielfalt des orientalischen Tanzes reizen mich", begründet Julietta Feick ihre Tanzleidenschaft und ergänzt: „Diese Tanzform ist auch sehr geeignet für Frauen, die etwas kräftiger sind". Natürlich spielt auch das Alter der Frauen keine Rolle, denn die orientalische Tanztechnik trainiert den Körper auf sanfte Art und Weise von Kopf bis Fuß und sorgt für Geschmeidigkeit in den Bewegungen. Ein intensiveres Körpergefühl verhilft zu einer gesünderen und bewussteren Körperhaltung, bietet Raum für die eigene persönliche Entwicklung. „Wenn ich das Kostüm anziehe, bin ich jemand ganz anderes", schwärmt Nicole Lorenz, die Barbara Dibowski als orientalische Tänzerin vor über zwanzig Jahren bei einem Polterabend auf dem Tisch tanzen sah. „Das will ich auch machen", war sie sich in diesem Augenblick sicher.

„Sobald die Musik spielt, ist der Alltag weg, man kann total abschalten", oder „Jede Frau möchte einmal Prinzessin sein" sind weitere Argumente für den Tanzunterricht, der auch kulturelles Hintergrundwissen, Musik-, Rhythmus- und Stilkunde beinhaltet. Ihre eigene Ausbildung begann Barbara Dibowski bei Sigrid Brenner und ergänzte diese durch Folkloreprojekte und durch Unterricht bei vielen bekannten Dozentinnen im In- und Ausland. Sie ist Mitglied im Bundesverband für Orientalischen Tanz.

Vor zwanzig Jahren begann sie bei der Volkshochschule zu unterrichten. Inzwischen hat sie einen eigenen Tanzraum. Vertiefend organisiert sie jedes Jahr eine Tanzreise in den Orient. „Mit vierzig Frauen waren wir in Tunesien", erinnert sie sich. Bei einer der vielen Reisen nach Istanbul setzte eine Notlandung auf dem verschneiten Flughafen der Metropole die Frauen in Angst und Schrecken. Kairo war bisher auch ein beliebtes Ziel der Tanzgruppe, um Land, Leute, Kultur und Tänze besser kennen zu lernen und vor Ort Kostüme und Schmuckstücke für ihre Auftritte einzukaufen. Schon zehn Mal hat die Tanzgruppe Balady die Festzüge bei den Hessentagen bereichert, vor wenigen Wochen waren sie auch in Kassel dabei. Beim „Karneval der Kulturen" in Berlin sind die Frauen gern gesehen und auch bei der diesjährigen Festspieleröffnung sorgten sie für orientalisches Flair.

Im Abstand von eineinhalb Jahren organisiert die Gruppe Balady gemeinsam mit dem Duo Noaem eine auf ein bestimmtes Thema bezogene Tanzshow, die in Bad Hersfeld und Fulda aufgeführt wird. Auch bei der jährlichen Veranstaltung zum Weltfrauentag im Buchcafe´ ist die Tanzgruppe ein Programmpunkt. Ihr abwechslungsreiches Programm beinhaltet beispielsweise ägyptische Folkloretänze, Säbeltanz, Tribal Style und natürlich den klassischen Raks Sharki, hier unter dem Namen Bauchtanz bekannt. „Wir zeigen unsere Körper und spielen mit unseren Körpern", bekennt Barbara Dibowski. Pikierte Blicke, vor allem der weiblichen Gäste, müssen sie ab und zu bei öffentlichen, besonders aber bei privaten Veranstaltungen aushalten, für die sie solo, als Duett oder Gruppe in verschiedenen Besetzungen als Augenweide und zur Unterhaltung gebucht werden.

Bisher ist es den Frauen immer gelungen, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Erotik gehört dazu, vor allem bei den jungen orientalischen Tänzerinnen. „Mir ist es inzwischen wichtiger, rüber zu bringen, dass das Leben schön ist", betont Barbara Dibowski und befindet sich damit in bester Gesellschaft aller berühmten orientalischen Tänzerinnen, die ihre Lebenserfahrungen in den Tanz einfließen lassen. „Ich liebe die Frauen", betont Barbara Dibowski, die aus der Frauenbewegung kommt, immer ein offenes Ohr für ihre Mitmenschen hat, sehr sozial eingestellt ist und für sich den Weg gefunden hat, ein selbst bestimmtes Leben zu führen. Sie und ihre Familie leben schon immer eher „unangepasst" und haben nicht nur mit ihrem „Grünen Lädchen" in Bad Hersfeld ein Zeichen gesetzt, sondern speziell Barbara Dibowski durch intensives Auseinandersetzen mit der orientalischen Kultur in der Stadt und der Umgebung eine große Akzeptanz des orientalischen Tanzes erreicht.

Info unter: www.tanzgruppe-balady.de. Telefon Tanzwerkstatt 06621-12546. (Gudrun Schmidl) +++

Fotos: Gudrun Schmidl/ Balady

Atesh alias Barbara Dibowski


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