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Große Freude bei Rocky. Elvira Reinmüller begleitet ihn und sein Herrchen beim wöchentlichen Besuch im Ev. Altenzentrum Hospital. - Fotos (5): Gudrun Schmidl

SCHENKLENGSFELD Sehnsucht nach Rocky

Kontakt zu Tieren positiv fürs Wohlbefinden

12.02.14 - Rocky wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Ev. Altenzentrums Hospital in Bad Hersfeld sehnsüchtig erwartet. Jeden Mittwoch kommt der Labrador-Riesenschnautzer-Mischling mit seinem Herrchen Hans Otto Manns zu Besuch. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich der Kontakt zu Tieren positiv auf das Lebensgefühl und das Wohlbefinden von Menschen auswirkt und das drücken die strahlenden Gesichter der pflegebedürftigen Menschen auch aus. Sie genießen es, Gesellschaft zu haben, das weiche Fell von Rocky zu streicheln oder ihn mit Leckerlies zu füttern. „Da hilft kein Kompliment, etwas Nahrhaftes muss es sein", scherzt eine alte Dame.

Hans Otto Manns, der nach jahrzehntelangem kräftezehrendem Dienst beim Deutschen Roten Kreuz etwas kürzer treten wollte, wurde 2007 auf das von dem DRK-Ortsverein Schenklengsfeld initiierte Pilotprojekt „Therapiehunde" aufmerksam.DRK-Ortsvereinigung Schenklengsfeld Vorreiter Gudrun Ernst und ihr Berner Sennenhund Olli waren das erste Team der Ortsvereinigung. Sie haben im Jahre 2002 ihre Ausbildung bei Mensch und Tier – Verein der tiergestützten Therapie e.V. in Brandenburg - und „Frauchen" an gleicher Stelle zusätzlich ihre Trainerausbildung für Therapiehunde absolviert. Sie ist im Ausbildungsteam und als Prüferin für Therapiehunde des DRK LV Hessen tätig. Inzwischen begleitet sie ihr Berner Sennenhund Gino bei ihren gemeinsamen Einsätzen zum Beispiel im Pflegeheim Seniana-St. Ullrich in Hünfeld.

Bisher über 2.000 dokumentierte Einsätze

Rund zwanzig Einrichtungen werden von den fünfzehn geprüften Teams zumeist im wöchentlichen oder gelegentlich im vierzehntägigen Rhythmus besucht. Durch die Teams können Altenpflegeheime, Kindergärten, Wohnheime für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen Tiere in das Alltagsgeschehen oder die pädagogische Arbeit integrieren, ohne dass die Einrichtung selbst einen hohen organisatorischen oder personellen Aufwand hat. Es liegen viele weitere Besuchswünsche vor, die jedoch wegen der begrenzten Zahl der Teams, von denen die Hundeführer oftmals noch berufstätig sind, nicht erfüllt werden können.

Zuwendung und soziale Kompetenz

Elvira Reinmüller aus Friedewald und ihr Golden Retriever Cindy sind seit 2008 ein geprüftes Team und gehen zurzeit in den Kindergarten Friedewald und ins DRK Seniorenzentrum am Schloss in Friedewald. Seit November 2012 besuchen die beiden regelmäßig die Patienten in der geschlossenen Psychiatrie und Geriatrie des Klinikums Bad Hersfeld, um sie aufzumuntern. Sinnes- und Bewegungsanreize setzen, Sozialkontakte stiften, den Ausdruck von Gefühlen erleichtern, Abwechslung schaffen, Körperkontakt ermöglichen, Einsamkeit abbauen und Freude schenken sind Motivation für die Hundeführer, die allesamt ehrenamtlich, das heißt freiwillig und unentgeltlich unterwegs sind.

Ausbildung als Therapiehundeführer

Sie werden intensiv auf ihre Einsätze vorbereitet. Nach bestandenem Eignungstest gehen Menschen in die vierzig Unterrichtseinheiten umfassende Therapiehunde-Grundausbildung, die sowohl praktische als auch theoretische Inhalte vermittelt. Es folgen Hospitationen bei erfahrenen Therapiehundeführern und schließlich die Abschlussprüfung. Elvira Reinmöller erwarb im Jahr 2013 den Lehrschein für Therapiehundeausbilder und äußert sich im Gespräch mit osthessen-news.de mehr als begeistert über ihre Arbeit mit ihren beiden Hunden, denn Cindy wird inzwischen von Hundedame Mia, einem Bearded Collie, unterstützt. „Hunde sind ohne Vorurteile, sie kennen keine Berührungsängste. Der Hund sagt aber auch – hier will ich nicht hin", erzählt sie aus ihrem Erfahrungsschatz. Durch ihre Besuche im Kindergarten Friedewald ist sie besonders für die Begegnung zwischen Hund und Kindern sensibilisiert. „Für die Kinder gelten 10 goldene Regeln. Was darf ich? Was darf ich nicht?" Aber auch die eigene Wahrnehmung „Was braucht mein Hund?" ist wichtig. Eine Stunde Besuchszeiten sind für den Hund genug, gerade wenn es etwas hektischer zugeht.

Die gegenseitige Verlässlichkeit von Hund und Mensch ist Grundvoraussetzung für diese Tätigkeit. Der Hund sollte ein Grundgehorsam haben, geduldig und frei von Aggressionen sein. Eine enge Bindung an seinen Besitzer ist wichtig und die ist auch bei Hans Otto Manns und Rocky, den sein Herrchen aus dem Tierheim in Alsfeld geholt hat, deutlich spürbar. „Rund sechzig Einsätze habe ich im Jahr", erzählt der rüstige Rentner, der in wenigen Tagen 71 Jahre alt wird. Es war und ist ihm wichtig, etwas Sinnvolles in seinem Leben zu tun. Um den vielen Nachfragen gerecht zu werden, möchte der DRK-Ortsverein Schenklengsfeld sehr gern weitere Therapiehundeführer ausbilden. Informationen unter www.drk-schenklengsfeld.de oder Telefonnummer 06629-1284 (Gudrun und Peter Ernst). (Gudrun Schmidl) +++

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