13.03.14 - Der 27. Spieltag der Fußball-Gruppenliga Fulda hat es in sich: Derbytime in Waldhessen, "Pokalspiel" in Bachrain und das Top-Spiel um Platz zwei sind nur ein paar Beispiele. Sehen Sie hier eine Vorschau auf alle neun Partien.
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Die Platzherren im „Stadtderby" klarer Favorit
Für den FSV Hohe Luft geht es beim Bad Hersfelder Stadt-Derby bei den Hessen ums nackte Überleben: Sie starten als letzter der 19 Teams in die Gruppenliga-Restrunde und haben gleich einen schweren Brocken vor der Brust. Schon am Samstag (16 Uhr) könnte Hohe Luft mit einem Sieg Druck auf die anderen Kellerkinder ausüben, doch die Gastgeber haben etwas dagegen.
„Ganz klar ist, dass wir das Spiel gewinnen wollen", sagt Hessen-Abteilungsleiter Bernd Bürger zu ON, „wir sind zwar mit dem Unentschieden in Hünfeld etwas holprig in die Saison gestartet, aber ein Sieg sollte machbar sein, auch wenn es schwer wird." Denn: Es werde eine enge Kiste. „Für Hohe Luft ist es das erste Spiel. Wir haben keine Ahnung wo sie stehen." Die Rivalität sei im Umfeld der Vereine zu spüren: „Auf dem Rasen wird sich nichts geschenkt."
Spitzenduell um die „goldene Ananas" der Gruppenliga
Sowohl für Eichenzell als auch für Bad Soden geht es „nur" noch um den undankbaren zweiten Platz, der eigentlich nichts bringt. Aber immerhin trifft am Samstag (16 Uhr) in Eichenzell die Nummer zwei auf die Nummer drei der Gruppenliga. „Für mich ist das ein Derby, weil sich die Mannschaften schon aus der Verbandsligazeit kennen", meint Sodens Coach Klaus Dörner. „Eichenzell will den zweiten Platz genauso wie wir. Wenn wir nicht gewinnen, wird das am Gegner liegen, der ein starkes Team hat."
Britannia-Trainer Oliver Starke hat Respekt vor Bad Soden: „Sie sind ein gutes, vielleicht das spielstärkste Team der Gruppenliga. Deshalb wird es nicht leicht werden, sie zu schlagen." Für ihn sei nur eines besonders wichtig: „Ich hoffe, wir treten genauso als Mannschaft auf, wie wir es in Neuhof getan gaben. Wir wollen Bad Soden auf Augenhöhe begegnen."
Packendes Derby zu erwarten: Beide müssen gewinnen
Derbytime auch im Haunetal: Die SG Haunetal empfängt am Sonntag (15 Uhr in Wehrda) die SG Niederaula/Hattenbach. Für beide Teams geht es um wichtige Punkte, wobei die Ausgangslage für die Hausherren denkbar schlechter ist als die der SGN. Platz 17, vier Punkte zum rettenden Ufer und noch zwei Spiele mehr als die Konkurrent - das sind keine guten Vorzeichen für den Klassenerhalt. Deshalb muss für Haunetal dringend ein Sieg her. Niederaula/Hattenbach, dass auf einige Spieler wegen Verletzungen und Sperren verzichten muß, hat nur noch ein Polster von drei Punkten auf die Abstiegszone. Jedoch können sie den Vorsprung über das Nachholspiel gegen den TSV Rothemann am Ostermontag weiter ausbauen. Beide Teams sind gewill, das Spiel zu gewinnen und können auch gar nicht anders. Die Zuschauer wird es freuen, können sie doch ein packendes Derby erwarten.
Bednarek: "Müssen ein Pokalspiel draus machen"
Keine leichte Aufgabe für den TSV Bachrain am Wochenende: Sie empfangen am Sonntag (15 Uhr) die "Bayern" der Gruppenliga - den SC Borussia Fulda. "Wenn alles normal läuft, nehmen die Borussen die drei Punkte mit in die Johannisau", ist Bachrains Trainer Sven Bednarek ganz realistisch, "also liegt es an uns, dafür zu sorgen, dass es eben nicht normal läuft."
Er möchte dem Spiel eine Pokalspielatmosphäre geben: "Wir wollen unsere kleine Chance nutzen und - ja ich würde sagen - die Sensation schaffen." In jedem Spiel gebe es Momente, in denen man dem Spiel eine Richtung für sich geben kann. "Davon haben wir am Sonntag vielleicht einen und den gilt es zu nutzen." Ganz klar sei: "Fulda braucht einen schwachen Tag und bei uns sollte alles passen."
TSV Künzell will Petersberg-Spiel anknüpfen
"Wir wollen die nächsten drei Punkte gegen den Abstieg einfahren", kündigt Künzells Abteilungsleiter Thorsten Parzeller an. Mit dem SV Großenlüder haben die abstiegsbedrohten Künzeller am Sonntag (15 Uhr) keine leichten Gegner vor der Brust: "Großenlüder steht in der Tabelle vor uns. Das Hinspiel ging mit 0:1 verloren und wir hatten sowieso schon immer Probleme mit dem unangenehmen SV", erzählt Parzeller weiter.
Seiner Meinung nach liege der Schlüssel zum Erfolg darin, den Schwung aus dem Petersbergspiel vor Wochenfrist mitzunehmen: "Wenn wir so, wie in der zweiten Hälfte gegen Petersberg auftreten, bin ich guten Mutes." Sebastian Kress, der zu seinem Einstand direkt mit einem Doppelpack glänzte, wird wohl erneut im Mittelpunkt stehen.
Hünfeld motiviert - Ehrenbergs Kümmel mit Kreuzbandriss
"Wir sind gut in die Restrunde gestartet und wollen diesen Wind mit in die Partie nehmen", kündigt Ehrenbergs Trainer Marc Friedel an. Seine Mannschaft gastiert am Sonntag (15 Uhr) bei der Reserve des Hünfelder SV, die ihrerseits selbst einen guten Start hingelegt hat: Sie haben in der Rhönkampfbahn einen wichtigen Punkt gegen Hessen Hersfeld gesammelt.
"Das hat unsere Moral gestärkt", sagt der Abteilungsleiter des HSV, Joachim Hess. Dies zeige, dass die Hünfelder auch Favoriten Paroli bieten können. Auch die SG Ehrenberg reist als Favorit nach Hünfeld, wenn auch mit Verletzungssorgen. "Neben Igor Jaljaev, der ais privaten Gründen die Rückrunde fehlen wird, fällt nun auch Steffen Kümmel mit einem Kreuzbandriss aus. Das ist bitter", meint Friedel, "nun müssen die jungen Spieler Gas geben und das Team auffangen."
Müs im Trainerkarusell - Bronnzell will zur alten Form
"Wir sind mit einem Remis und einer Niederlage eher bescheiden gestartet", gibt Bronnzell-Coach Timo Möller zu. Deshalb wolle man am Sonntag (15 Uhr) beim Tabellenschlusslicht Müs unbedingt punkten. Zlatko Radic hat den SV während der Woche verlassen. Dennoch wollen die Müser eine "ordentliche Restrunde" spielen.
"Ich bin mir sicher: Müs wird eine schlagkräftige Truppe stellen", meint Möller, "ich befasse mich nicht mir Wechseln oder Verletzten beim Gegner. Wir müssen auf uns schauen." Ziel sei es, die guten Leistungen der Hinserie zu bestätigen. In Müs sollen die ersten drei Punkte her. Am Mittwochabend wurde bekannt, dass das Bronnzeller Spiel in Rothemann am grünen Tisch mit 3:0 Tore und drei Punkten für Rothemann gewertet wird, da Bronnzell einen gesperrten Spieler versehentlich eingesetzt hatte. Bronnzell hatte Kevin HOhmann nach einer Roten Karte und drei Spielen Sperre zu früh wieder eingesetzt - trotz Sperrvermerk. Der Aufsteiger hatte sich darauf verlassen, dass die Hallenkreismeisterschaft als Pflichtspiel gelten - was jedoch nicht der Fall ist.
Rothemann muss gewinnen - "Künzell hat es vorgemacht"
Nach dem Spielabbruch am vergangene Sonntag will der TSV Rothemann dem Kuddel-Muddel um Ausgang, Neuansetzung der Partie und weiterem Vorgehen trotzen und den RSV Petersberg schlagen. "Die Künzeller haben es vorgemacht, wie es geht: Wenn du da unten raus willst musst du auch mal bei einer Mannschaft gewinnen, die auf dem Papier Favorit ist", sagt TSV-Abteilungsleiter Dirk Odenwald.
"Die Spiele werden immer weniger und mit Bad Soden und Borussia Fulda warten in den nächsten Wochen noch Gegner auf uns, wo es schwer wird, etwas zu reißen. Heißt: Wir Müssen gewinnen." Nach dem Sportgerichtsurteil (siehe Bronnzell) hat Rothemann nun zwei Zähler mehr auf dem Konto und rückt mit dieser Entscheidung näher an die Nichtabstiegsplätze heran.
Bär: "Wir müssen das Lazarett aufbessern, um zur alten Stärke zu finden"
Der SV Neuhof ist gegen Eichenzell am vergangenen Wochenende nach 60 Minuten eingebrochen. "Das ist der schlechten Vorbereitung und den vielen Verletzten geschuldet", sagt Abteilungsleiter Alex Bär zu ON. Hauptziel sei es, das Lazarett zu lichten, um mit vollem Kader zur alten Stärke zurückzufinden.
"Bei Schlitzerland erwartet uns ein heimstarker und kämpferisch guter Gegner", prophezeit Bär. Er erwarte ein enges Spiel. Schlitzerland hat zum Rückrundenauftakt fast einen Punkt aus der Johannisau beim Spitzenreiter SC Borussia Fulda entführt. Die SGS will an die guten Leistungen anknüpfen und den Neuhofern das Leben schwer machen. (Julius Böhm) +++