FRANKFURT/ ODER
Kodokanteam Neuhof
Judo: GIMPEL holt Bronze bei den Deutschen Meisterschaften U21
22.03.14 - Ihre dritte Medaille auf einer Deutschen meisterschaft sicherte sich Anja Gimbel (Kodokanteam Neuhof) am vergangenen Sonntag bei den bei den Deutschen Einzelmeisterschaften der Frauen U21 im brandenburgischen Frankfurt/Oder. Die mehrfache hessische und südwestdeutsche Meisterin zeigte wieder mal, dass sie zu den derzeit erfolgreichsten Judoka in Hessen zählt. Gleichzeitig war sie auch die einzige Medaillengewinnerin der dreiundzwanzig hessischen Teilnehmer bei diesen Meisterschaften. Dabei hatte die neunzehnjährige Fachoberschülerin gute Chancen auf eine Finalteilnahme und selbst der Titelgewinn war in Sichtweite. Doch es kam anders als erwartet.
Eine überragende Leistung mit drei schnellen Erfolgen deutete an, dass Anja Gimbel bei der Medaillenvergabe mitreden wollte. Drei vorzeitige Ippon-Erfolgen gegen Anna-Maria Bock (BY/TSV Falkenheim) nach 1:00 Minute, 45 Sekunden gegen die Berliner Vizemeisterin Jennifer Hartfiel (BE/ BC RANDORI Berlin) und 10 Sekunden gegen die Westdeutsche Meisterin Isabelle Requardt (NW/ Polizei SV Herford) benötigte die Neuhoferin um das Halbfinalteilnahme zu erreichen. Ihre Kontrahentin, Theresa Döhrer (TH/ SV Schmalkalden) hatte sich mit einem Freilos und Erfolgen über Alexandra Stube (Rheinland) und Sandra Freyberg (Schleswig-Holstein) für das Halbfinale qualifiziert. Anja Gimbel ging diesen Fight sehr aktiv an, konnte aber gegen Döhrer, die ebenfalls in der Linksauslage kämpft, nicht ihre gewohnte Griffposition erlangen um eine entscheidende Technisch anzubringen.
Eine zwischenzeitliche Shido-Strafe (für Heraustreten aus der Kampffläche ohne Aktion) brachte die Thüringerin in die bessere Position. Eine alles entscheidende Würftechnik am Mattenrand (nach 0:55 Minuten) von Gimbel wurde leider um Sekundenbruchteile vom Referee zu früh mit „Mate" unterbrochen und damit ungültig. Trotz anhaltender Aktionen der Neuhoferin konnte die Thüringerin den den Vorsprung (durch eine Ermahnung) über die Zeit (4:00 Minuten) retten und stand somit im Finale. Jetzt blieb nur noch die Chance über die Trostrunde, um im „kleinen Finale" die Bronzemedaille zu sichern. Gegen Friederike Steinhof (SN/ Judoclub Leipzig), die sehr defensives agierte, gelang Gimbel nach knapp zwei Minuten durch eine Konteraktion eine Yuko-Wertung und damit einen wichtigen technischen Vorsprung, den sie im Kampfverlauf auch geschickt bis zum Kampfende verteidigen konnte.
Vereinskollege Jonas Reimund, der sich erstmals für die Titelkämpfe in der Klasse bis 55 Kilo qualifiziert hatte, traf auf Hannes Fran (MV / PSV Schwerin). Trotz mutig und aktionsreich geführtem Kampf konnte Reimund die Überlegenheit seines Gegners nicht ausgleichen und landete nach 1:05 Minuten nach einem blitzschnellen Seoi-Nage (Schulterwurf) in der mit einer akrobatischen Einlage in der Kopfbrücke, die aber nach idem Reglement ebenfalls als Ippon (voller Punkt) gewertet wurde. Durch eine weitere Niederlage seines Gegners in der nächsten Runde, schied auch Reimund vorzeitig aus dem Wettbewerb aus. „ Anja war bei dem entscheiden Halbfinalkampf zu stark auf das Erreichen des Finals fixiert, konnte dadurch nicht wie gewohnt offen und variabel kämpfen. Hier hat sicherlich auch die psychische Anspannung und das ggf. anstehende Finale die mögliche Leistung reduziert. Und so geht dann ein Kampf verloren, der eigentlich gewonnen werden müsste.
Gegen beide Finalteilnehmer hat sie in den vergangenen Jahren immer gewonnen, aber so ist nun mal Judo. Insgesamt sind wir als Verein zufrieden und freuen uns über den verdiensten Erfolg, denn mit Reimund und Gimbel hatten wir die beiden einzigen qualifizierten Athleten der osthessischen Region am Start." kommentierte Trainer Albrecht Melzer (Kodokan Neuhof) die Leistungen seiner Athleten. +++