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Typisches Bild eines Boliden am nächtlichen Himmel... - Beispielbild: Thomas Grau

REGION Nächtliche Leuchterscheinung

Keine Sternschnuppe oder Komet, sondern nur ein "Feuerbolide"

01.04.14 - Kein UFO, Sternschnuppe oder Komet, sondern eher ein "Feuerbolide" oder ein Stück verglühender Weltraumschrott. Das ist die fachliche Meinung des "ON-Experten" und Astronomen Michael Passarge vom Sonnenobservatorium Bad Salzschlirf (Kreis Fulda), den die Redaktion in der vergangenen Nacht um eine Beurteilung gebeten hatte. Die Beobachtungen vieler tausend Menschen, in der vergangenen Nacht über dem Himmel von Süddeutschland entweder ein UFO, eine Sternschnuppe oder einen Komet gesehen zu haben, hat eine Flut von Zuschriften an osthessen-news.de ausgelöst. Nicht zuletzt durch die Verbreitung über Google-News erhielt ON immer mehr Zuschriften per e-Mail mit weiteren Beobachtungen. Gegen 02:00 Uhr war die Zahl der e-Mails auf mehr als 120 (!) angewachsen. Dabei kamen die Mails vor allem aus Süddeutschland, aber auch aus NRW, Raum Mainz/Wiesbaden, vor allem Baden-Württemberg und viele auch aus der Schweiz. 


Bei seiner fachlichen Beurteilung ging Michael Passarge zunächst einmal dem Thema nach dem Ausschussverfahren auf den Grund, was es denn gewesen sein könnte. "Ein Komet fällt definitiv aus, da die Sichtung sich nach den Berichten im Zeitraum zwischen 10 und 15 sec. abspielten, also sehr kurzzeitig zu beobachten waren. Ein Komet zeigt sich bei Annäherung an unser Zentralgestirn Sonne zunächst und über Wochen recht schwach beim Blick durchs Teleskop. Wenn ein Komet dann mit dem bloßen Auge zu beobachten ist, dann zeigt er sich allabendlich vor dem Sternenhintergrund und durchläuft über Wochen aus unserem Blickwinkel ganze Himmelsareale" schreibt Michael Passarge.

Ein Komet ist auszuschließen, doch bleiben ja immer noch zwei Möglichkeiten übrig. Zum einen kann es ein Bolide gewesen sein, der umgangssprachlich auch als Feuerkugel oder Feuerbolide bezeichnet wird. Während Sternschnuppen eine Größe von bis zu 10 mm und einer Masse von bis zu 2 Gramm besitzen, sind Boliden wesentlich größer - ab 10 mm aufwärts und mit einer Masse von mehr als 2 Gramm. Täglich fallen übrigens rund 1 Tonne Boliden und 5 Tonnen Sternschnuppen auf die Erde. (Siehe auch unter http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Boliden-Phasen.jpg )

Bleibt noch die Möglichkeit von Weltraumschrott, der in die Erdatmosphäre eindringt. Das ist durchaus möglich, doch von daher unwahrscheinlich, da es sich nur um eine Leuchterscheinung handelte. Tritt beispielsweise eine Raketenstufe oder Teile davon in die Erdatmosphäre ein, so ist zunächst mit dem bloßen Auge eine Leuchterscheinung zu beobachten, die sich aber recht schnell in mehrere Fragmente aufteilt, die dann ihrerseits eine Leuchtspur (hervorgerufen durch die Reibung mit der Erdatmosphäre) zeigen.

Es gibt ein Meteoriten Netzwerk – eine Kamera steht meines Wissens bei Magdlos im Kreis Fulda - , deren Kameras in jeder Nacht eine Aufnahme im Fischaugenformat vom nächtlichen Firmament gewinnen. Es gilt einfach mal abzuwarten, was auf den Photos der Meteoriten Kameras zu sehen ist.

Eines ist aus meinem Blickwinkel schon jetzt sehr bemerkenswert: Schön, dass so viele Menschen eine schöne Himmelserscheinung beobachten konnten und sich hoffentlich daran erfreut haben. Da die Sichtungen allesamt am Abend des 31.03.2014 an osthessen-news.de abgesetzt wurden, ist auch auszuschließen, dass es sich um einen Aprilscherz handelte.

Ich selbst gehe derzeit von einem größeren Exemplar „Bolide – Feuerkugel" aus, dessen Eintrittswinkel in die Erdatmosphäre sehr flach verlief und das würde auch die lange und intensive Leuchtspur erklären. (Michael Passarge)   +++


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