FULDA Abschluss „Tag der Katechese“

Bischof Algermissen erteilte „Missio canonica“

13.06.14 - In einer Eucharistiefeier im Hohen Dom zu Fulda hat Bischof Heinz Josef Algermissen am Donnerstag 38 Religionslehrerinnen und Religionslehrern aus der Diözese die sogenannte „Missio canonica“, die kirchliche Lehrbeauftragung erteilt. Mitgestaltet von Domorganist Prof. Hans-Jürgen Kaiser an der Orgel und dem Chor der Wigbertschule Hünfeld unter der Leitung von Thomas Nüdling, bildete die Messfeier den Abschluss des traditionellen „Tages der Katechese“ in der Woche nach dem Bonifatiusfest.

In seiner Predigt vor rund 200 Religionslehrern und Katecheten machte der Oberhirte deutlich, dass Gott „keine souveränen Alleskönner“ erwarte, sondern Menschen, die im entscheidenden Moment ihre Ängste eingestünden und sich von ihm befreien ließen. „Solche Menschen sind als Verkünder der Frohen Botschaft auch bei den Menschen gefragt.“ Denn an ihnen werde spürbar, dass Gott mitgehe. Bischof Algermissen wünschte den beauftragten Frauen und Männern, dass sie „Menschen mit in dieses Vertrauen hineinnehmen können“.

Eingangs hatte Bischof Algermissen die Bedrängnis der Jünger auf dem See Genezareth in Erinnerung gerufen und betont, dass auch angehenden Religionslehrern solche Erfahrungen nicht erspart blieben: „Da haben Sie gründlich studiert und müssen doch plötzlich erleben: Gut vorbereitete Unterrichtsstunden bleiben an der Oberfläche, Jugendliche machen sich lustig über Themen, die Ihnen persönlich am Herzen liegen, Ihre Berufsvorstellungen werden durchkreuzt, Ihre Zeitplanung gerät aus den Fugen, Sie arbeiten Tag und Nacht und sehen doch kein Land.“ Da könne man sich schnell am Abgrund fühlen. Nicht immer erwarte man gleich Rettung und Wunder, doch Gottes Gegenwart wolle man wenigstens spüren.

Gerade Religionslehrer und Katecheten könnten sich in der Geschichte von der Errettung der Jünger aus der Seenot durch Jesus wiederfinden. Mehr als andere Christen hätten sie im Studium Gottes Geschichte mit den Menschen bedacht und gelernt, pädagogisch und didaktisch klug darüber zu reden. „Doch wird Ihr Glaube erst da existenziell, wo Sie persönlich gefragt sind, wo Glaubenswissen und katechetische Konzepte an ihr Ende gelangen, wenn Ihnen das Wasser bis zum Hals steht“, gab Algermissen zu bedenken. Die Lösung des Problems komme oft ähnlich unerwartet wie im Evangelium „durch das gelassene Wort eines erfahrenen Kollegen mitten in hitziger Diskussion oder in der Stille von Meditation und Gebet, der Sie trotz Hektik nicht ausgewichen sind“.

In ihrer Rettung aus Seenot erahnten die Jünger etwas von der Größe Jesu Christi, der von Anfang an mit ihnen im Boot gewesen sei. „Glaube wächst dort, wo wir vertrauensvoll von uns selbst absehen, wo wir uns von Ihm anfragen lassen, uns auf Ihn einstellen lernen“, zeigte sich Bischof Algermissen überzeugt. Das Evangelium sei eine ernste Anfrage an das eigene Leben und den eigenen Dienst. Man müsse Gott Raum lassen, und daran entscheide sich, ob das eigene Mühen „pädagogischer Aktivismus oder geistliches Tun“ sei. So unterschiedlich die Jünger gewesen seien, sie hätten in einem Boot gesessen und allesamt ihre Ängste eingestehen müssen. „Miteinander erfuhren sie aber auch Gottes Nähe und seine Macht“, so der Bischof. Über die Jahrhunderte habe die Kirche im Boot ihr eigenes Bild erkannt. Der Oberhirte erinnerte daran, dass Laien und Priester, Ehrenamtliche und Hauptamtliche, Männer und Frauen, Engagierte und Fernstehende in einem Boot säßen. „Nehmen wir einander mit unseren unterschiedlichen Aufgaben und Fähigkeiten an! Achten wir darauf, dass wir, wo wir neue Wege gehen, einander mitnehmen und mitkommen lassen!“

Der Bischof forderte die Empfänger der „Missio canonica“ auf, je neu ihre eigene Sendung und Bevollmächtigung zu klären und das Profil als Religionslehrer durch die Verlebendigung der Sakramente Taufe und Firmung zu schärfen. „Tun Sie Ihren Dienst in Solidarität miteinander, mit dem Bischof und mit der Kirche in dem festen Glauben: Diese sichtbare Kirche hat Auftrag und Bedeutung für das Heil der Menschen“, schloss Bischof Algermissen.+++


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