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Der Bebraner Shkodran Mustafi kurz nach seiner Einwechselung gegen Portugal. Foto: imago/ Sven Simon - Foto: imago/ Sven Simon

KOMMENTAR Des einen Leid, des andern Freud

Spielt Shkodran MUSTAFI morgen wieder?

20.06.14 - Seine Nominierung war eine echte Sensation, nur absolute Fußball-Kenner wussten vor der WM mit dem Namen Shkodran Mustafi etwas anzufangen. Nun kennt ihn jeder "Rudelgucker". Und beim zweiten Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Samstag gegen Ghana winkt ihm sogar die Startelf. Mustafis Glück ist eng mit dem Pech zweier Mannschaftskollegen verbunden. Es ist wirklich niemandem zu wünschen, aber Verletzungen gehören zum Fußballsport. Superstars wie Frank Ribery und Radamel Falcao hatten Pech und müssen das größte Fußballfest der Welt von der Couch aus verfolgen. Bitter aus deutscher Sicht ist natürlich auch der Ausfall von Hoffnungsträger Marco Reus. Er hat sich im allerletzten Test der deutschen Nationalmannschaft vor der WM verletzt. Gegen Armenien zog er sich einen Teilriss des vorderen Syndesmosebandes oberhalb des linken Sprunggelenks zu - schmerzhaft und bitter für die einstige WM-Hoffnung.

„Ich weiß wirklich nicht, wie ich in Worten ausdrücken soll, was ich gerade empfinde. Ein Traum ist von einer zur anderen Sekunde geplatzt," sagte er in der "BILD"-Zeitung, als sein Ausfall feststand. Er war der stärkste Spieler der Bundesliga und sollte Jogis Jungs ins Finale führen. Scheinbar ist es im Leben nun einmal so, dass auf der einen Seite etwas schief gehen muss, damit sich auf der anderen Seite eine neue Chance eröffnet.

Des einen Leid, des anderen Freud

So hart es auch klingt: Der Traum, der für Reus geplatzt ist, ging für den Bebraner Shkodran Mustafi in Erfüllung. Er ist mit dabei am Zuckerhut und ist seit Sebastian Kehl der erste Osthesse, der den Bundesadler bei einer WM auf der Brust tragen darf. Der Jubel in der Region und vor allem in Bebra kannte keine Grenzen. "Unser Junge ist mit dabei." Doch das Schicksal hatte für Mustafi noch ein Schmankerl parat: In der 73. Minute des Auftaktspiels der Deutschen gegen Portugal stieg der nächste Dortmunder, Mats Hummels, zum Kopfballduell hoch und landete unsaft auf dem Rasen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht signalisierte der Abwehrchef, dass es nicht mehr weiter ginge. Aber wer dachte schon, dass der Youngster aus Bebra mit nur einem Länderspiel auf dem Konto, den Dortmunder ersetzten könnte?

Niemand, außer Bundestrainer Joachim Löw, der den 22-Jährigen ins kalte Wasser schmiss: "Ich hab immer noch nicht ganz verstanden, was passiert ist.... Es war ein unglaubliches Gefühl..!!!", schrieb Mustafi auf seiner Facebook-Seite. 20 Minuten WM-Luft schnuppern für den Osthessen und dann auch noch gegen Ausnahmespieler Christiano Ronaldo. Wem ist es zu verdanken? Seinem persönlichen Ehrgeiz, seiner Leistungsstärke und der Verletzungsmisere der Dortmunder Nationalspieler - des einen Leid, des anderen... - Sie wissen schon.

Debüt in der Startelf durchaus möglich

Und er hat seine Sache mehr als gut gemacht: Mustafi wirkte trotz des hohen Drucks abgeklärt, ließ sich kein Lampenfieber anmerken. Von Weltstar Ronaldo ging keine Gefahr aus. Das kann aus osthessischer Sicht schon wirklich stolz machen. Ob Mats Hummels bis morgen Abend zum Spiel gegen Ghana wieder fit wird, steht noch in den Sternen. Löw hat schon einmal auf Mustafi gesetzt. Er hätte auch Bayern-Star Bastian Schweinsteiger bringen können - Philipp Lahm wäre dann in die Defensive gerückt. Doch Mustafi war die Wahl des Bundestrainers. Warum soll er nicht wieder auf den Serie-A-Profi setzen? Das wär schon etwas, das Startelfdebüt unseres osthessischen WM-Botschafters. Was fest steht: mit einer Leistung wie gegen Ronaldo, wird Mustafi den Bundestrainer wohl kaum enttäuschen. (Julius Böhm)+++


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