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- Archivfotos (2): Julius Bömmes

REGION WAHNSINN! Deutschland - Brasilien 7:1

WIR SIND (VIZE-)WELTMEISTER! Was Uwe BEIN, Cesar THIER und Co. tippten

08.07.14 - Die Spannung vor dem WM-Halbfinale Brasilien gegen Deutschland steigt ins Unermessliche. Packen Jogis Jungs den Einzug ins Endspiel? Stürmt Miro Klose von Beginn an oder übernimmt er die Joker-Rolle? Kann die Seleção mit dem immensen Druck, der im eigenen Land auf ihr lastet, umgehen? Können die Gastgeber die Ausfälle des verletzten Stürmer-Stars Neymar und des gesperrten Kapitäns Thiago Silva kompensieren? Fragen über Fragen quälen alle Fußball-Fans vor dem Halbfinal-Kracher, den „Das Zweite" heute Abend live überträgt. Anpfiff im Estádio Mineirão in Belo Horizonte ist um 22 Uhr. osthessen-news.de suchte vor der Traumbegegnung das Gespräch mit heimischen Trainern und Fußball-Legenden und hakte bei ihnen nach, welcher Mannschaft sie die größten Chancen auf die Finalteilnahme einräumen.

Cesar Thier (TSG Hoffenheim, früher unter anderem Borussia Fulda und Kickers Offenbach):

Für die Seleção schlägt eindeutig das Herz des ehemaligen Torwarts César Thier, der als Mannschaftsbetreuer für die TSG 1899 Hoffenheim tätig ist und während seiner aktiven Spielerlaufbahn unter anderem für Borussia Fulda und Kickers Offenbach zwischen den Pfosten stand. „Ich freue mich selbstverständlich, wenn meine Landsleute das Finale erreichen", meint der in Santa Cruz do Sul geborene Brasilianer, der in Waldhessen kein Unbekannter ist, da er jahrelang in der Gemeinde Breitenbach am Herzberg gelebt hat. „Wegen der Ausfälle von Neymar und Thiago Silva liegen die Vorteile jedoch bei Deutschland", schränkt er ein. Während Brasiliens Kapitän aufgrund seiner Persönlichkeit unglaublich wichtig für die Mannschaft sei, könne der begnadete Neymar alleine ein ganzes Spiel entscheiden. „Seine Verletzung trifft uns richtig hart", meint César Thier. In puncto Aufstellung und Taktik rechnet der frühere Torwart auf beiden Seiten mit Überraschungen. Sowohl Löw als auch Scolari seien clevere Taktikfüchse.

Unser Fußball-Weltmeister von 1990: Uwe Bein (aus Heringen-Lengers (Werra), frühe runter anderem Eintracht Frankfurt)

„Diese Partie ist unglaublich schwer zu tippen", bekräftigt Uwe Bein, Fußball-Weltmeister von 1990, der in Bad Hersfeld wohnt. „Jeder kann jeden schlagen. Die Tagesform ist absolut entscheidend." Den verletzungsbedingten Ausfall Neymars bezeichnet der frühere Mittelfeldregisseurs als „Riesen-Schwächung" für das brasilianische Team. Aber: „So etwas kann natürlich auch eine Mannschaft beflügeln, ganz nach dem Motto ‚Jetzt erst recht’! Wenn die Brasilianer auf dem Platz explodieren, haben wir keine Chance. Spielen sie allerdings so wie bislang, erreicht die deutsche Elf das Finale." In Sachen Aufstellung ist Uwe Bein fest davon überzeugt, dass der Bundestrainer auf eine ähnliche Formation wie gegen Frankreich setzt – also mit Miro Klose in der Startelf. Später biete die Ersatzbank noch weitere alternative Möglichkeiten.

Markus Heide, Trainer der SG Hessen Hersfeld, sieht Klose ungern in der Startelf

„Ich schätze ihn sehr, würde ihn aber nicht von Beginn an bringen", betont er. „Klose ist eine perfekte Option für eine spätere Einwechslung, da er immer hellwach ist, wenn die Mannschaft ihn braucht und sich in deren Dienst stellt." Der Hessen-Trainer, der von einem knappen Sieg von Deutschland ausgeht, ist fest davon überzeugt, dass im Verlauf der Partie wenige Tore fallen werden und eine Verlängerung möglich sei. „Sicherlich hat Brasilien gehörig damit zu kämpfen, dass mit Neymar und Thiago Silva zwei wesentliche Spieler fehlen, aber vielleicht birgt dies auch eine günstige Gelegenheit für die Seleção. Wenn sich die Euphorie der brasilianischen Fans auf die Fußballer überträgt, wird es ganz schwer für uns." Dem gegenüber habe der deutsche Trainerstab keinen Master-, sondern einen Weltmeisterschaftsplan in petto: „Unsere Jungs werden sich optimal auf ihren Gegner einstellen", blickt Markus Heide zuversichtlich in Richtung Halbfinale.

Norbert Rickert (Bad Hersfeld-Asbach, aktuell Trainer SG Niederaula/Hattenbach)

Norbert Rickert, Trainer der SG Niederaula/Hattenbach, gibt zu bedenken, dass die Gastgeber in den vorangegangenen WM-Partien nicht überzeugt hätten. „Die Erwartungshaltung im eigenen Land ist riesig, geradezu hemmend – das ist unsere Chance. Meiner Ansicht nach können die Brasilianer die Ausfälle von Neymar und Thiago Silva besser auffangen, als den Druck, der auf ihren Schultern lastet." Sein Tipp? „Ich wünsche mir, dass wir weiterkommen, wobei von Verlängerung bis hin zum Elfmeterschießen alles möglich ist."

Ante Markesic (Bad Hersfeld, aktuell Trainer SVA Bad Hersfeld)

Auf einen 2:1-Sieg der deutschen Kicker spekuliert Ante Markesic, Trainer des SVA Bad Hersfeld. „Es wird ein hartes Stück Arbeit für uns werden, aber wir packen das", sagt er. Nach seiner Meinung wiegt die Sperre gegen Thiago Silva, der für Stabilität und Ruhe im Team gesorgt habe, schwerer als der Ausfall des Super-Stürmers. Hinzu komme der Druck der brasilianischen Fans. „Ich glaube, dass wir, wenn wir wie gegen Frankreich mit einem 4-2-3-1-System aufspielen, ins Finale einziehen werden." Wer im Fall der Endspielteilnahme unser Gegner sein wird, entscheidet sich indes morgen Abend (22 Uhr; Das Erste), wenn die Niederlande auf Argentinien trifft. Schaun mer mal, welchen „Weltmeisterschaftsplan" Jogi Löw & Co. dann ausgetüftelt haben... (Stefanie Harth) +++

Fußball-Weltmeister von 1990: Uwe Bein Archivfoto: Steffi Harth

Betreuer bei der TSG Hoffenheim: Der Brasilianer Cesar Thier


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