Archiv

War ein lebenslustiges Mädchen: Petra Hübner - Polizei

"Sehr stolz" über den Aufklärungserfolg: Kriminaldirektor Nobert Berndt - Klaus Dehnhard
31.10.02 - Bad Hersfeld
Sexualmord von 1976 durch DNA-Analyse geklärt: Täter (45) geständig
Die Schülerin Petra Hübner aus Bad Hersfeld ist 1976 von einem damals 19-jährigen Zivilangestellten bei der US-Armee ermordet worden. Der heute 45-jährige Täter, der seit 25 Jahren im nordhessischen Kassel lebte, wurde vor zwei Tagen festgenommen. Der Mann hat den vorsätzlichen Mord gestanden und sitzt jetzt in Kassel in Untersuchungshaft.
Kriminaldirektor Norbert Berndt und der Sprecher der Staatsanwaltschaft Fulda Harry Wilke erklärten auf einer Pressekonferenz, am 10.September 1976 habe der damals 19-jährige seinem Opfer auf freiem Feld aufgelauert, das 15-jährige Mädchen niedergeschlagen, missbraucht und mit einem Stoffgürtel erwürgt. Er konnte aufgrund der 26 Jahre alten Sperma-Spuren auf der Jeanshose des Opfers überführt werden. Damit ist der älteste Mordfall in Hessen und einer der ältesten ungeklärten Sexualmorde in ganz Deutschland aufgeklärt. Gleichzeitig ist das einer der ersten Fälle, bei dem Spezialisten des Landeskriminalamtes Wiesbaden ein neuartiges Verfahren zum Nachweis von nicht sichtbaren Spuren auf Kleidungsstücken eingesetzt haben.
In monatelanger "akribischer Ermittlungsarbeit" sichtete die Polizeidirektion Bad Hersfeld 283 alte "Spurenakten" und nahm 138 möglichen Verdächtigen in einem Massen-Screening freiwillige Speichelproben ab. Der nicht vorbestrafte 45-jährige gab die Speichelprobe jetzt freiwillig ab. Nach der Feststellung des Täters und Festnahme leugnete der Täter erst den Mord. Der Täter lebte mit seiner Familie ab 1974 in Bad Hersfeld, war 1977 nach Kassel gezogen, arbeitete unter anderem als Wachmann und ist seit 1994 arbeitslos.
Nach der Meldung eines "Treffers" durch die Kriminaltechnik des Landeskriminalamtes beantragte die Staatsanwaltschaft Fulda einen Haftbefehl gegen den jetzt 45- jährigen Jürgen W. aus Kassel. Unmittelbar anschließend ist am 29.10.02 der Haftbefehl durch das Amtsgericht Fulda erlassen worden. Noch am selben Tag konnte der Tatverdächtige mit Unterstützung von Kräften der Kripo Kassel durch Beamte der Kripo Bad Hersfeldersfeld in seiner Wohnung in Kassel festgenommen werden.
Nach einer umfangreichen Vernehmung legte W. ein Geständnis ab, wobei aufgrund seiner Einlassungen von einem vorsätzlichen Sexualmord auszugehen ist. Geständnis und der damals erhobene Tatbefund sind stimmig, so dass die Straftat als geklärt zu sehen ist.
Insgesamt ist die späte Klärung des schrecklichen Verbrechens - so hieß es heute morgen in Bad Hersfeld - auf eine engagierte und konsequenten Sachbearbeitung bei der Kripo Bad Hersfeld und insbesondere die gute Zusammenarbeit mit der Kriminaltechnik des Landeskriminalamtes in Wiesbaden zurückzuführen. +++

Viele Fragen gab es zum Verfahren der Spreichelproben an die Staatsanwälte Wilke (1.v.r) und Müller-Odenwald (2.v.r) - Klaus Dehnhard

Kriminalhauptkommissar Günter Küllmer war 1976 am Tatort und ist als einziger Beamter von damals noch im Dienst. - Klaus Dehnhard

Grosses Interesse der Medien - die Pressekonferenz in Bad Hersfeld. - Klaus Dehnhard

Kriminaloberkommissar Wieland Schmitt (rechts) kannte das Opfer als etwa Gleichaltriger selbst noch. - Klaus Dehnhard

Kriminaltechnik-Leiter Dr. Klaus Knuth vom LKA schilderte die DNA-Methode. - Klaus Dehnhard

Mit diesem abgesägten Schaufelstiel schlug der Täter zu - Fingerabdrücke blieben nicht auf dem Holz - Klaus Dehnhard

Die erfolgreiche "Riege" der Ermittler und Strafverfolger - Klaus Dehnhard

Polizeipressesprecher Matthias Heim (links) hatte ein Foto der 15-jährigen am Tisch. - Klaus Dehnhard

Hier im Gebäude der Polizeidirektion Bad Hersfeld wurde die Pressekonferenz abgehalten# - Klaus Dehnhard