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Karola Schmidt - sie wurde im Januar 1999 ermordet.... - Max Colin Heydenreich

Das Haus "Horaser Weg 42" am heutigen Tage .... - Max Colin Heydenreich

23.05.03 - Fulda

2 Männer (37+44) wegen Mordes an Karola Schmidt (89) verhaftet

Nach über viereinhalb Jahren intensiven Ermittlungen ist es der Kriminalpolizei Fulda gelungen, einen der grausamsten Morde in der Region Osthessen aufzuklären. Zwei Männer wurden durch DNA-Analysen überführt, im Januar 1999 die damals 89-jährige Karola Schmidt brutal in ihrem Haus in Fulda, Horaser Weg 42, umgebracht zu haben. Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um zwei Männer im Alter von 37 und 44 Jahren aus Kassel und Fulda, die bereits in Untersuchungshaft sitzen. Der 44-Jährige hat die Tat teilweise gestanden, der 37-Jährige hat seine Aussagebereitschaft durch seinen Rechtsanwalt signalisiert.

Im Januar 1999 war die damals 89-jährige Karola Schmidt in ihrem Haus in Fulda grausam umgebracht worden. Die Täter, die in den 90er Jahren Nachbarn gewesen sind und sich von Gaststättenbesuchen kannten, hatten die allein in ihrem Einfamilienhaus lebende Frau bei einem Einbruch mit Hieben und Tritten misshandelt und mit einem Messer schwer verletzt. Die 89-Jährige lag vermutlich noch vier Tage hilflos in der Wohnung, bevor sie ihren Verletzungen erlag. Die Täter hatten unter anderem das Telefonkabel aus der Wand gerissen, so dass die Frau keine Hilfe rufen konnte.

Die beiden Tatverdächtigen wurden durch DNA-Analysen überführt und am Montag dieser Woche festgenommen. Jahrelang war nach ihnen gefahndet und mehr als 1.500 Spuren verfolgt worden. Das Polizeipräsidium Osthessen und die Staatsanwaltschaft Fulda gaben heute ihren Fahndungserfolg bekannt. Allerdings verweigerte die Polizei heute weitere Auskünfte über die beiden Tatverdächtigen, die in Kassel in Untersuchungshaft sitzen. Der 44-Jährige sei verheiratet, der 37-Jährige ledig. Hinzu kommt, dass mehr Details auch dem jüngeren Mitbeschuldigten Hinweise auf Informationen geben könnte. Dies wollen Polizei und Staatsanwaltschaft verhindern.

Bei der Pressekonferenz heute morgen im Fuldaer Polizeipräsidium wurde vor allem die intensive und nie nachlassende Geduld und Hoffnung der Kripo-Beamten gelobt. "Bei uns werden keine Verbrechen ad acta gelegt" sagte Polizeipräsident Kolter. Und auch der Sprecher der Staatsanwaltschaft Fulda, Harry Wilke, erklärte, "die DNA-Analyse sei inzwischen zu einem scharfen Schwert der Ermittlungen" geworden und aus der Arbeit nicht mehr wegzudenken. Die Überführung der beiden Täter war nicht die Arbeit von "Kommissar Zufall", sondern das Ergebnis "akribischen Kripo-Arbeit".

Die selben Täter sind auch für die Begehung weiterer abscheulicher Straftaten verantwortlich. Am 04.05.1997 öffneten sie auf dem Frauenbergfriedhof in Fulda das Grab einer 98-jährigen Frau, die etwa zwei Wochen zuvor beerdigt worden war. Sie gruben sich bis zum Sarg hinab und brachen den Sargdeckel in Höhe des Kopfes der Leiche auf. Somit konnten sie Kopf und Gesicht der Toten sehen.

Am 14.02.1998 brachen sie in die Leichenhalle des gleichen Friedhofes ein. Dort öffne-ten sie gewaltsam einen Kühlraum, in dem der Leichnam einer 75-jährigen Frau lag. Sie vergingen sich an der toten Frau und manipulierten an ihrem Körper. In einem Wasch-becken ließen sie einen Kothaufen zurück. Am 29.08.1998 brachen sie in eine Gaststätte in Fulda ein und stahlen Nahrungsmittel und Musik-CD's. Auch dort blieb ein Kothaufen zurück.

Da die Täter an allen Tatorten Körperpartikel zurückließen, konnte die Polizei auswert-bares DNA-Spurenmaterial sichern. Dadurch ist es möglich Personen bei Übereinstim-mung der Proben beweiskräftig zu identifizieren, man spricht dabei auch vom geneti-schen Fingerabdruck. Insgesamt hatten sich 1598 verschiedene Spuren während der Ermittlungen angesam-melt, davon allein 1.192 zu analysierende Speichelproben. Im Laufe der Zeit wurde das mögliche Lebensalter der verdächtigen Personen sukzessi-ve erweitert, die betreffenden Personen angeschrieben und zur Speichelprobe vorgela-den.

Vor wenigen Tagen erhielt auch einer der Tatverdächtigen, der mittlerweile nach Kassel gezogen ist, eine Vorladung zum Speicheltest. Beunruhigt und voller Ahnung, dass die Polizei ihm nach vier Jahren auf die Spur gekommen war, wandte er sich an einen Kas-seler Rechtsanwalt. Ebenfalls nahm er telefonisch Kontakt zu seinem noch in Fulda lebenden Mittäter auf. Dieser rief ebenfalls einen Rechtsanwalt in Fulda zu Hilfe. Vor-sorglich ließ er der Staatsanwaltschaft Fulda mitteilen, dass er einmal in dem Haus der Karola Schmidt gewesen sei, mit der Ermordung aber nichts zu tun habe.

Zwischenzeitlich waren ihre Speichelproben ausgewertet, das Ergebnis stand fest. Die Übereinstimmung der DNA-Proben erhärtete den Tatverdacht gegen die beiden Männer. Zeitgleich schlug die Kripo zu und nahm am Montagmorgen in Kassel und Fulda die Täter fest.

In seiner ersten Vernehmung hat der 44-jährige Fuldaer seine Tatbeteiligung eingeräumt und ein Teilgeständnis abgelegt. Weitere Details der Straftaten werden in den Verneh-mungen ans Licht kommen. Auch der zweite Täter, ein 37-jähriger in Kassel lebender Mann, hat seine Aussagebe-reitschaft durch den Rechtsanwalt angekündigt.

Die beiden Täter haben sich in den neunziger Jahren in Fulda kennen gelernt. Sie waren Nachbarn und häufig gemeinsam zu Gaststättenbesuchen unterwegs. Dabei wurde re-gelmäßig und viel Alkohol getrunken. Beide Täter sind bereits polizeilich in Erschei-nung getreten. Der 44-jährige Fuldaer trat einmal wegen Körperverletzung in Erschei-nung. Der 37-jährige Kasseler ist wegen Körperverletzungsdelikten und Bedrohungen bekannt.

Die vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit insbesondere zwischen Staatsan-waltschaft und der Kripo Fulda hat dazu beigetragen, dass dieses grausame Verbrechen, das auch in der Öffentlichkeit für große Bestürzung sorgte, jetzt nach mehr als vier Jah-ren aufgeklärt werden konnte. Beide Behörden bedanken sich bei den Zeugen und betei-ligten Dienststellen, die ihre Ermittlungen unterstützt haben. Ebenfalls den Medien wird gedankt für ihre Präsentation und Berichterstattung. +++


Ein Bild der 89-jährigen und das "Mordhaus" - heute fotografiert. Es wird derzeit renoviert und hat einen neuen Besitzer. - Max Colin Heydenreich

Das "Mordhaus" - ein Polizeibild aus dem Januar 1999 .... - Max Colin Heydenreich


Ein Polizeibild von der Leichenhalle als Tatort .... - Max Colin Heydenreich

Luftbild von Fulda "rund um den Frauenberg". Der rote Pfeil markiert das "Mordhaus". - Max Colin Heydenreich


Ist stolz auf "seine" Polizei - Osthessens Polizeipräsident Gero Kolter. - Max Colin Heydenreich

Der Erfolg tut gut - das war den Vertretern von Staatsanwaltschaft und Polizei anzusehen .... - Max Colin Heydenreich


Groß war das Interesse der Medien an diesem Kriminalfall..... - Max Colin Heydenreich

Das Dezernat "K11" war über die Jahre immer "am Ball" geblieben ...meinte Kommissariats-Chef Klippstein. - Max Colin Heydenreich


Die schreibenden "Presse-Kollegen" ...... - Max Colin Heydenreich

... und viele TV-Teams waren zur Pressekonferenz heute mittag gekommen .... - Max Colin Heydenreich


Die DNA-Analyse ist zur einem scharfen Schwert der Verbrechensbekämpfung2 sagte Staatsanwalt Harry Wilke. - Max Colin Heydenreich

..... und Kriminaloberrat Dieter Willhardt freute sich und.... - Max Colin Heydenreich


... lobte die Beharrlichkeit der Beamten und besonders die von KOK Thomas Langer... - Max Colin Heydenreich

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