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Das Exklusiv-Gespräch mit "Osthessen-News"..... - Fotos: Max Colin Heydenreich

.... heute mittag am Fuldaer Bahnhof ...

27.01.04 - Fulda

Dr. Wolfgang DIPPEL bald Fuldas neuer Bürgermeister?!

"Was mich an Fulda reizt? Die Stadt hat gute gegenwärtige Strukturen und ein starkes historisches Fundament, es gibt ein interessantes Kulturangebot und eine reizvolle Landschaft. Ich kenne Fulda und die Region Osthessen", sagte Dr. Wolfgang Dippel lächelnd am heutigen Dienstagmittag am Fuldaer Bahnhof exklusiv gegenüber unserer Redaktion. Dippel ist der Wunschkandidat der CDU für den vakanten Posten des Fuldaer Bürgermeisters - seine Wahl bei der Stadtverordnetenversammlung am 15. März gilt angesichts der Mehrheiten im Stadtschloss als sicher. Mit dem Amtsantritt könnte es allerdings noch bis zum 1. Juni dauern.

Der 49-jährige Christdemokrat aus dem nordhessischen Breuna hatte sich gestern Abend der CDU-Stadtverordnetenfraktion vorgestellt und Fragen beantwortet. Danach sprach sich - so Fraktionsvorsitzender Gerhard Stollberg heute - die Fraktion "mit mehr als 80 Prozent" für Wolfgang Dippel aus. Auch Oberbürgermeister Gerhard Möller, den Dippel aus den Gremien des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) und des Hessischen Landkreistages kennt, hat sich nach dem Gespräch für den nordhessischen Sozialexperten entschieden. In einem Gespräch mit "osthessen-news" sagte Dr. Wolfgang Dippel heute, er hätte "natürlich schon gehört, dass in Fulda ein Bürgermeister gesucht wird". Aber erst vor wenigen Wochen sei er direkt angesprochen worden. "Und die Ausschreibung habe ich damals gar nicht gekannt".

Früher sei er vor allem durch Fulda gefahren - in Richtung München, wo sein Bruder lebt. Und bei dem Namen Fulda habe er damals "an die drei B gedacht: Barock, Bischof, Bonifatius". Dass Fulda mehr zu bieten hat, erfuhr er dann durch seine Tätigkeit im Landeswohlfahrtsverband - und vielleicht auch von Gerhard Möller, den er von dort und auch aus der Arbeit im Landkreistag "gut kennt". Die veröffentlichte Bezeichnung "Controller" für seine Tätigkeit beim Landeswohlfahrtsverband, die wie eine Mischung aus Kontrolleur und Buchhalter klingt, rückte Wolfgang Dippel lachend etwas gerade: eigentlich sei er der Chef des Leistungsbereiches, für den er auch einem neuen Steuerungsmodell mitarbeitete und für das es eben auch "Controlling" gebe. Da der Leistungsbereich des LWV ganz Hessen umfasse, habe er einen guten Überblick über die landesweite Sozialpolitik, die Probleme und Möglichkeiten.

"Und von meinem Fundament her bin ich halb-und-halb: halb Finanzmann und halb Sozialpolitiker" meinte Dippel. Denn "gelernt" hat er ursprünglich den Kaufmanns-Beruf und dann im zweiten Bildungsweg ab 1982 Wirtschaft und Sozialwesen an der Gesamthochschule Kassel (GHK) studiert. Durch den Austausch der GHK im Sozialbereich kennt er auch die Fachhochschule Fulda. Auf jeden Fall soll Fulda für den 49-jährigen "kein Karriere-Sprungbrett" sein: "Wenn ich mich für eine Aufgabe zur Verfügung stelle, will ich auch längerfristig bleiben. Nach vier, fünf Jahren wieder weg - so ein Mensch bin ich nicht. Meinen bisherigen Berufsweg bin ich auch Stufe für Stufe gegangen, langsam aber beständig". Und dass Wolfgang Dippel über eine künftige Aufgabe in Fulda bereits bestens Bescheid weiß, zeigte seine Antwort auf die Frage nach persönlichen Arbeitsschwerpunkten: "Wenn Sie die Haushaltsrede von OB Möller bei der Einbringung und die Zielvorgaben der Fraktion aufmerksam gelesen haben, wissen Sie ja, was ansteht".

Der Rahmen sei "eng gesteckt", aber das kenne er ja schon vom LWV. Wichtige Punkte seien sicher das Klinikum Fulda, die Jugendhilfe - deren Fallzahlen in ganz Deutschland ansteigen würden -, die ganztägigen Betreuungsschulen und freiwillige Leistungen. etwa für Kultur. "Das soziale Feld ist hochinteressant und ich fühle mich berufen, diese Aufgabe zu übernehmen". Wobei Wolfgang Dippel gleich zweierlei klar machte: "Ich bin keiner, der sofort Gebührenerhöhungen verordnet - aber auch keiner, der nach der Rasenmähermethode spart". Er wolle gelassen an die Arbeit herangehen. Und seine Herkunft "aus einem kleinen Dorf" sei da eigentlich auch hilfreich: "Denn die Probleme sind doch heute fast identisch - in den Dörfern wie in den Metropolen - nur die Größenordnung ist eine andere". Kommunalpolitische Erfahrung bringt er - der seit 20 Jahren der CDU angehört - ebenfalls mit: als Abgeordneter im Kasseler Kreistag und stellvertretender CDU-Vorsitzender von Breuna.

Der 49-jährige wirkt im Gespräch humorvoll, unkompliziert und durchaus kritisch. Mit der Presse pflege er gern "einen offenen Umgang". Wolfgang Dippel ist verheiratet ("...und zwar mit der ersten Frau.."), hat drei Kinder (zwei Mädchen von 12 und 14 Jahren und einen 8-jährigen Sohn), ist vom Sternzeichen Skorpion und ein sportlicher Typ: früher hat er Fußball gespielt beim Tuspo Grebenstein in der Jugendleistungsklasse und in der Oberliga beim CSC 03 Kassel (einem Verein, der heute in der Bezirksliga spielt). Auch heute gehört Fußballspielen noch zu seinen Hobbys - neben Laufen und Saunagängen - und für Fulda hat er sich bereits vorgenommen, die Heimspiele der Borussen anzuschauen.

Mit seiner Familie hat er auch das fuldische Angebot und das Procedere im Fall seiner Wahl abgesprochen: nach einem möglichen Dienstantritt will er "kontinuierlich" in Fulda sein, eine kleine Wohnung nehmen und den Umzug der Familie "schrittweise" bewerkstelligen. Die beiden Töchter gehen auf ein katholisches Gymnasium und der Sohn in eine Breunaer Grundschule "in die er in 2 Minuten zu Fuß gehen kann". Auch wegen der Kinder wolle er den "Familien-Umzug" möglichst nicht überstürzen. Auf die Frage, wann er denn >beim LWV abkömmlich< sei, musste Wolfgang Dippel herzhaft lachen: "Ich bin hoffentlich nicht abkömmlich - das wär’ ja schlimm". Und ganz ernsthaft meinte er dann, die Termine müssten beim Verband und auch mit OB Möller abgestimmt werden.

"Gute Leute sind nicht von heute auf morgen frei", ergänzte Gerhard Stollberg, "aber wir rechnen so mit 1. Juni". In dieser Zeit könne Gerhard Möller das Sozialdezernat sicher mitschultern. "Wir sind der Überzeugung, dass Wolfgang Dippel ein sehr guter Mann für das Fuldaer Bürgermeisteramt ist und sind froh über diese Lösung". Intern, also aus den Reihen der Stadtverordneten, habe es ja keine Bewerbungen gegeben - es seien von der Fraktion selbst Leute angesprochen worden, ob sie für den Posten kandidieren wollten. (GABRIELE WEIGAND-ANGELSTEIN) +++


Dr. Wolfgang Dippel ist ein Mann der Gestik und Mimik...









- h


Dippel wurde heute mittag am Bahnhof abgeholt....

...ausgerechnet am "Kiss and Ride"-Platz ....


..von Gerhard Stollberg (CDU), dem Vorsitzenden des Haupt- und Finanzausschusses .....

Dippel kam um 12:45 Uhr mit dem ICE aus Kassel ...


...und nach dem Exklusiv-Gespräch mit "Osthessen-News"...

....stieg Dippel in Stollbergs Wagen und fuhr zu weiteren Terminen....

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