Felix Kircher (am Ball) und seine Hünfelder siegten in Eschwege und steigen in die Oberliga auf Fotos: Carina Jirsch

02.04.2017 - HANDBALL

Eschweger TSV - Hünfelder SV 24:30 (11:12)

Wanfried patzt: Hünfeld krönt seine Saison und steigt in die Oberliga auf

Der Hünfelder SV hat Geschichte geschrieben! Zum ersten Mal steigt eine Herrenmannschaft des HSV in die Oberliga auf. Weil Wanfried in Fuldatal nur Unentschieden spielte und Hünfeld seine Partie in Eschwege souverän mit 30:24 (12:11) für sich entschied, steht der HSV drei Spieltage vor dem Ende der Landesliga-Saison als Aufsteiger fest.

Als die frohe Kunde, dass Fuldatal/Wolfsanger dem VfL Wanfried einen Zähler abtrotzte und so Hünfelds Aufstieg möglich machte, nach Eschwege gelang, herrschte kurz Ungläubigkeit im Lager der Hünfelder Handballer. Richtige Stimmung, wie kurz nach dem Abpfiff als der 30:24-Erfolg mit den Fans gefeiert wurde, wollte zunächst nicht aufkommen. „Wir haben zehn Minuten auf das Ergebnis gewartet und uns dann erst einmal angeschaut“, beschrieb HSV-Kreisläufer Felix Rehberg den Moment, als der größte Erfolg einer Hünfelder Herrenmannschaft feststand.

In der Kabine brachen dann alle Dämme und die Hünfelder starteten ihre Feier – ihre Aufstiegsfeier? „Grundlegend feiern wir jeden Sieg“, sagte HSV-Trainer Dominik Jäger, „aber heute mit dem Hintergedanken, dass wir den Aufstieg geschafft haben.“ Warum sich Jäger so zurückhielt? Weil der Hünfelder Aufstieg nur deswegen seit Samstagabend feststeht, weil die Kontrahenten aus Hersfeld und Wanfried am Ende der Saison Punkte abgezogen bekommen. Denn die sportliche Meisterschaft ist nach wie vor offen.

„Das ist auch das Ziel, das wir noch erreichen wollen“, stellte Jäger klar. Der Hünfelder Trainer, der nach der Saison aufhört, möchte sich natürlich auch mit der sportlichen Meisterschaft verabschieden. „Alles andere würde auch einfach blöd ausschauen.“ Einer, der sich auch mit dem Titel vom HSV verabschieden möchte, ist Felix Rehberg. Der Kreisläufer geht in der kommenden Saison für den Drittligisten Baunatal auf Torejagd. „Das ist das oberste Ziel“, sagte Rehberg, der den vorzeitigen Aufstieg nur mit einem Wort beschrieb: „Geil.“

Dass seine Hünfelder in Eschwege jubeln durften, lag an einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang. „Eschwege hat das bis dahin sehr gut gemacht“, sagte Trainer Jäger über die Vorstellung der Hausherren, mit denen seine Jungs im ersten Durchgang so ihre Probleme hatten. Zwar stand die Abwehr durchaus gut, Schwächen offenbarten die Gäste aber im Angriff. „Unser Abschluss war einfach nicht gut“, monierte Jäger, der in einer Auszeit seine Jungs neu einstellte.

Nach einem zwischenzeitlichen 4:7-Rückstand drehten die Gäste auf und stellten auf eine 12:11-Führung. „Unser Kader war einfach zu klein, um hier heute über 60 Minuten unsere Leistung abrufen zu können“, sagte ETSV-Trainer Liviu Pavel, der aufgrund der dünnen Personeldecke selbst auf dem Feld eingriff. „Gratulation an Hünfeld. Sie sind absolut verdient aufgestiegen und haben eine sympathische Mannschaft“, lobte Pavel, der am Ende der Saison Eschwege verlassen wird.

Zum Verhängnis wurde seinem ETSV die Viertelstunde nach Wiederanpfiff, in der den Hausherren gerade einmal drei Törchen gelangen und die Gäste mit ihrem bekannten Tempo-Spiel davonzogen. Die Abwehr stand immer besser und hinten vernagelte der stark aufgelegte Tim-Niklas Dörge förmlich seinen Kasten. Als Samuel Masché einen Siebenmeter, nachdem er schon geschlagen schien, noch entschärfte, kochte die Eschweger Halle.

Über 18:14, 22:16 und 25:20 zogen die Gäste davon und kamen letztlich zu einem ungefährdeten 30:24-Erfolg. Wie der Hünfelder Fahrplan nach dem vorzeitigen Aufstieg aussieht? „Wir werden ins Sportheim gehen, da werden wir sicherlich von einigen empfangen werden und dann wird es eine feuchtfröhliche Nacht“, sagte HSV-Spielmacher Felix Kircher und lachte. Denn obwohl die sportliche Meisterschaft noch offen ist, wird der größte Erfolg einer Hünfelder Herrenmannschaft ordentlich gefeiert werden. Da gab auch Trainer Dominik Jäger seine Erlaubnis. (Tobias Herrling)


DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Eschweger TSV: Laurian Brici, Cornel-Vedra Medrea – Michael Spannknebel (1), Philipp Müller (1), Maurice Meyer (1), Pascal Gebhardt (1), Mike Guthardt (1), Christian Löbens (2), Philipp Haaß (2), Tomislav Zidar (6/2), Liviu Pavel, Klaus Stephan (6/1), Niklas Vaupel (3).

Hünfelder SV: Tim-Niklas Dörge, Samuel Masché – Lennert Sitzmann (1), Fabian Sauer (6/6), Alexander Schott (1), Kevin Houston (1), Sebastian Müller, Tobias Abel, Lukas Rehberg, Alexander Unglaube (6), Benjamin Krso (5), Felix Kircher (6), Felix Rehberg (4).

Schiedsrichter: Daniel Adam/Simon Adam.

Zuschauer: 200.

Zeitstrafen: 3:3 (Lövens, Haaß, Pavel – 2x Sauer, Müller).

Spielfilm: 2:1, 5:3, 7:4, 9:9, 11:12 (Halbzeit), 14:14, 14:18, 16:22, 19:23, 20:25, 22:30, 24:30 (Endstand). +++

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