Osthessen Sport
Schmerzmittel sind im Amateursport ein weit verbreitetes Problem. Symbolbild: Pixabay

15.06.2020 - REGION

Von Herzproblemen bis zur Nierenschädigung

Sportmediziner Michael Conze warnt vor Schmerzmitteln im Amateursport

Die #pillenkick-Recherche von Correctiv und der ARD-Dopingredaktion über den Missbrauch von Schmerzmitteln im Fußball hat eine bundesweite Debatte losgetreten. Nicht nur im Profi-Fußball, sondern auch im Amateurbereich werden Ibuprofen und Co. genommen - obwohl die Spieler nicht einmal Schmerzen haben. ON|Sport hat sich mit dem Fuldaer Kardiologen und Sportmediziner Michael Conze über die Gefahren unterhalten.

Denn auch in Osthessen sind Schmerzmittel im Sport nichts Unbekanntes. "Ich kenne das noch aus meiner eigenen Karriere. Ich habe es ja selber gemacht", sagte Arne Steinberg von Correctiv im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Den Link zur Umfrage schickte Steinberg auch an seine Bekannten in Osthessen, "da haben auch welche mitgemacht", so der 29-Jährige.

"Das Problem dabei sind mehrere Dinge", sagt Michael Conze vom MVZ im Altstadt-Carree in Fulda: "Wenn man ständig Schmerzmittel nimmt, tritt ein erhöhtes Verletzungsrisiko auf. Der langjährige Abusus kann zu einer verschlechterten Blutdrucksituation führen, bestimmte Mittel können zu Herzproblemen und Nierenschädigungen führen." 

Michael Conze vom Altstadt-Carree in Fulda. Archivfoto: Martin Engel

Der Leistungsdruck auf einem Niveau in der Bundesliga führt zur regelmäßigen Einnahme von Schmerzmitteln, wie die Dokumentation gezeigt hat. Doch abseits dieses Drucks auf Amateurebene ist der Grund ein anderer: "Kein Sportler will auf der Bank sitzen, nur weil er Probleme hat", so Conze. Doch zeigen Nutzen-Kosten-Verhältnis klar, dass Fußballer, Handballer und Co. nicht wirklich viel damit verdienen - sondern in den meisten Fällen Verletzungen verschleppen und dem Körper schaden.

Ein Risiko, das weder dem Profi-, noch dem Amateursport gerecht wird. Doch verboten sind Schmerzmittel nicht, weshalb es jedem Sportler selber überlassen ist, ob er dieses Risiko eingeht. "Jeder muss es für sich selber abwägen, ob er es mal macht und eine Verletzungsgefahr billigend in Kauf nehmen will", sagt Conze. Aufgrund der Gefahren, die von der häufigen Einnahme von Schmerzmitteln ausgehen kann eine Entscheidung, die man wohl nochmal überdenken sollte. (tw) +++

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