Seine Karriere ist einzigartig: Gentleman hat Reggae in und aus
Deutschland auf die internationale Bühne gebracht. Seit 30 Jahren
schreibt der Kölner Musikgeschichte als einziger Europäer, der weltweit
als authentischer Reggae-Musiker Erfolge feiert. Mit dem neuen
Studio-Album „Mad World“ manifestiert er einen weiteren Meilenstein, der
ihn zurück zu seinen musikalischen Wurzeln und gleichzeitig sein
Lebenswerk weiter nach vorne bringt.
Gentleman ist ein globaler Fixpunkt der deutschen Musikszene: Er
vereint internationale Anerkennung mit lokaler Relevanz und das seit
drei Dekaden. Er ist der Wunschkandidat für den Chorus der
Comeback-Single der Beginner, tourt mit den Fantastischen Vier und
strahlt mit der TV-Show „Sing meinen Song“ in gleich zwei Staffeln in
jedes deutsche Wohnzimmer. Er wurde vielfach mit Platin und Gold
ausgezeichnet und stand mehr als zwanzig Mal in den deutschen Top 100
Single-Charts. Allein seine eigene Edition von „MTV Unplugged“ beweist
sein Standing als internationaler Superstar.
Seit er 1998 „Tabula Rasa pt. II“ von Freundeskreis mit seinem Chorus
die gewisse Note verlieh, die den Song zu einem Grundstein deutscher
HipHop-Bewegung werden ließ, hat Gentleman essenziell zum Bestehen und
Wachstum von Reggae in Deutschland beigetragen. Sein authentischer Vibe
und die klaren Botschaften, verpackt in eingängige Melodien, machten ihn
über die Jahre zu einem alleinstehenden Symbol für Reggae-Vibes in
Germany. Die Alben „Trodin On“ und „Journey to Jah“ definierten
Reggae-Sound um die Jahrtausendwende und gaben einer ganzen Generation
eine Stimme. Bereits damals in der Szene anerkannt, landete Gentleman
mit
„Dem Gone“, „Superior“ und „Intoxication“ auf Beats der bekanntesten
Producer internationaler Hits, was ihn zum wichtigen Teil der globalen
Reggae-Bewegung werden ließ. Seine zwei folgenden Alben „Confidence“ und
„Diversity“ erreichten die Nummer Eins-Platzierung der deutschen
Album-Charts, was ihn nun auch zuhause offiziell zum Superstar kürte.
Doch sein Erfolg wäre durch die sieben Studioalben alleine nicht
derselbe gewesen, wenn Gentleman nicht auch durch seine Live-Performance
beeindrucken und mitreißen würde: Als Headliner auf nahezu jedem
relevanten Festival in Europa, USA, Mittel- und Südamerika sowie Afrika
begeistert er das Publikum und baute nachhaltig seine Fan-Gemeinde auf.
Gekrönt wurde sein musikalisches Schaffen im Reggae vorerst durch ein
sehr rares Kollabo-Album mit Bob Marleys Sohn, Ky-Mani Marley, im Jahr
2016.
„Reggae vereint die Menschen“ konstatiert Gentleman auf die Frage,
warum er immer noch an diese Musikrichtung von der kleinen karibischen
Insel Jamaika glaubt. „Es steckt etwas ganz Grundlegendes in Reggae, das
jeder Mensch sofort versteht. Zudem hat Reggae und Dancehall die
gesamte Pop-Musik so intensiv
beeinflusst, dass heute viele danach klingen. Aber dieses Echte,
Authentische, das kann nur entstehen, wenn man die Musik auch auf einem
spirituellen Level fühlt.“ Deshalb schließt sich für ihn auch ein Kreis
mit dem neuen Album „Mad World“, welches wieder vollständig auf Englisch
gesungen ist. „Die Songs auf deutsch waren wichtig und notwendig und
haben mich als Künstler auch stärker definiert“, sieht Gentleman seine
Arbeit um das deutschsprachige Album „Blaue Stunde“ aus dem Jahr 2020.
Mit „Mad World“ knüpft er da an, wo einst seine „Journey to Jah“
begann und richtet sich wieder an eine globale Audience. „Englisch
spricht Menschen auf der ganzen Welt an und die Message in meiner Musik
und in meinen Songs ist auch universal. Deshalb war es für mich nur
logisch, wieder auf Englisch weiterzumachen“, so Tilmann über die
Rückkehr von seinem sprachlichen Ausflug.
„Mad World“ als Albumtitel beschreibt den aus der Sicht des
Beobachters immer chaotischeren Zustand unserer Gesellschaft. Gentleman
kann als Künstler und Musiker nicht neutral oder unpolitisch sein,
sondern sieht es als seine Aufgabe an, Probleme zu benennen und Auswege
zu bieten. „Reggae hat seinen rebellischen Charakter nie verloren, es
ist Teil seiner DNS, unbequeme Dinge anzusprechen – und sie gleichzeitig
mit der Hoffnung zu versehen, dass man sie überwinden kann.“
Selbstbestimmtheit und Zuversicht waren schon immer der für ihn
relevante Kern der Philosophie des Reggaes. Das galt damals Anfang der
90er, als er als HipHop-Fan bemerkte, dass die Jamaikanischen
Dancehall-Acts nochmal mehr und nochmal Brisanteres zu erzählen hatten
und ihre MC-Styles nochmal drastischer und extremer waren als jene der
bereits erfolgreicheren und kommerzialisierteren US-Amerikanischen
Rapper. Und das gilt auch heute noch, wenn Dancehall und Afrobeats
weltweit durch die Charts pumpen und Gentleman für sich selbst die
Botschaft seines Reggae neu definiert. Dabei lässt er sich nicht in die
Schemata von Parteien oder fixen politischen Gesinnungen pressen,
sondern steht schon immer für seine eigene Philosophie einer besseren
Welt für alle.
Das Album „Mad World“ entstand in einer Phase in Gentlemans Leben, in
der er dem schnellen und gleichzeitig oberflächlichen Leben der
Großstadt entfloh und sich inmitten der inspirierenden Landschaft
Mallorcas neu situierte: Organic Food, self-sustainable Lifestyle,
weniger digitale Ablenkung, mehr natürliche Eindrücke bestimmen nun
seinen Alltag. Diese Reduktion der Komplexität spiegelt sich in den
Songs wider: Die Lösungen für eine immer komplizierter werdende Welt
liegen in der Einfachheit. Und im Glauben daran, dass letzten Endes das
Gute doch triumphieren wird – sei es im großen Ganzen oder im Kleinen,
Persönlichen. Die Songs sind geprägt von einer umfassenden Liebe, die
alles verstehen will, wenngleich sie auch vor Entsetzen vor der Welt da
draußen zurückschreckt. Dennoch siegt am Ende immer das Licht der
Hoffnung – vielleicht eine Konstante, die sich aus seiner christlichen
Erziehung als Pastorensohn durchzieht.
Auch musikalisch spürt man auch die Weiterentwicklung und
Spezialisierung: Feinfühlig arrangierte, modern produzierte und
kraftvoll wirkende Instrumentals bringen seinen Sound zeitgenössisch
anspruchsvoll über die Membrane. So klingt sein Reggae nicht
rückwärtsgewandt und sondern nach einem neuen Sound, passend zur neuen
Zeit. Insgesamt wirkt „Mad World“ wie ein Heilmittel genau entgegen
jener verrückten Welt, wie eine musikalische Therapie, die einen aus
einem Tief heraus mitnimmt, um das nächste Hoch zu erreichen.