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Tamino ist begeistert. Um den Merkur-Transit bis zum Schluss zu verfolgen, bleibt er sogar freiwillig länger in der Schule. - Fotos: Suria Reiche

FULDA Seltener als eine Sonnenfinsternis

Der Blick nach oben hat sich gelohnt: Schüler begeistert vom Merkur-Transit

10.05.16 - Vielleicht wissen Sie es. Vielleicht auch nicht. Sie sind am gestrigen Montag Zeuge eines sehr seltenen Ereignisses geworden. Sie haben gar nichts davon mitbekommen? Kein Wunder, denn um zu sehen, wie sich der Merkur vor die Sonne schiebt, braucht es ein Teleskop und das - ganz wichtig - muss mit einem Filter versehen sein, der die Augen schützt.

Sehen Sie genau hin: Der kleine schwarze Punkt am rechten Rand der Sonne ist der Merkur. ...

Auf der Hans-Nüchter-Sternwarte der Freiherr-vom-Stein-Schule in Fulda hatten sich am Montagmittag schon einige Schüler um eines der Teleskope versammelt. Darunter auch Tamino Steuding. Der Elfjährige liebt alles, was mit Sternen und Astronomie zutun hat - also war der sogenannte Merkurtransit ein Muss für ihn. "Ich hab schon mal eine Sonnenfinsternis gesehen. Da musste ich mir den Transit natürlich auch anschauen", sagte er. Und damit hat er vollkommen recht, denn das Ereignis, das am Montag bis 20.41 Uhr am Himmel zu sehen war, ist viel seltener als eine Sonnenfinsternis.

"Spektakulär ist das, was wir am Himmel sehen, nicht wirklich", schob Aloys König, Mitarbeiter im Planetarium, ein, "Eigentlich ist es nur ein winziger schwarzer Punkt, der auf der Sonne zu sehen ist." Einer der Schüler habe sogar schon gedacht, es handele sich dabei um Dreck am Okular des Spiegelteleskops. Trotzdem: Wenn ein so seltenes Himmelsereignis stattfindet, dann lohnt es sich, durchs Teleskop zu schauen.

Aloys König wusste einiges über den Merkur-Transit zu erzählen.

Auch in der großen Kuppel der Sternwarte konnte man nach oben schauen. ...

Begonnen hat der Merkurtransit um 13.12 Uhr mit dem Auftauchen des Planeten am Ostrand der Sonne. Bis 20.41 Uhr konnte man sehen, wie er sich an ihr vorbeischiebt. Aber Vorsicht! "Man darf auf keinen Fall ohne eine geeignete Schutzfolie durch das Teleskop schauen", warnte König. In der Sternwarte der Freiherr-vom-Stein-Schule war es deswegen auch für Besucher möglich, einen Blick durch das Teleskop gen Himmel zu werfen. Zudem gab es noch bis in den Abend hinein sachkundige Führungen und Bildvorträge.

Wenn es nach Tamino geht, hätte das jeder tun sollen: "Immerhin haben wir ja richtig Glück mit dem Wetter! Ich hatte schon Angst, dass es bewölkt wird." Und wenn man so begeistert von einer Sache ist, dann bleibt man auch gern mal länger in der Schule: "Ich werde erst um 20 Uhr abgeholt." Genug Zeit also, um noch mindestens einen Blick nach oben zu werfen. (Suria Reiche) +++


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