Man muss kein mit allen Wassern gewaschener Heimwerker sein, um die typischsten Wasserprobleme im Haushalt zu beheben. Dabei reicht schon ein klein wenig Fingerfertigkeit und rudimentäre Werkzeuge, die sowieso jeder im Haus haben sollte. -

REGIONO|N-SERIE: WISSEN

Wasser marsch: Keine Angst vor Reparaturen an Wasserhahn, Waschmaschine und Co.

30.01.17 - Es tröpfelt, es zischt oder es läuft schlicht gar nichts: Wasser kann einem zuhause eine Menge Probleme bereiten, vor allem dann, wenn es nicht das tut, was der Besitzer von Wasserhahn, Toilettenspülung oder der Waschmaschine verlangt. Doch: Im Gegensatz zur Elektrizität ist die Eigenreparatur von solchen Problemen nicht mit den Gefahren eines Stromschlags verbunden – und hat alleine deshalb schon eine wesentlich niedrigere Hemmschwelle, auch für weniger erfahrene Heimwerker. Wer selbst Dinge erledigen kann, wie die Heizung zu entlüften , der kann auch einen Spülkasten reparieren oder den Heizstab seiner Waschmaschine tauschen. Im Folgenden lesen Sie, wie die drei typischsten Probleme behoben werden.

1. Toilette spült andauernd

In den meisten Haushalten sind heute Spülkästen verbaut, die die Toilette mit Wasser versorgen. In diesem Behältnis arbeitet ein vergleichsweise einfaches Hebelsystem, das über einen Schwimmer gesteuert wird. Und hier liegt oftmals auch die Wurzel allen Übels: Denn wenn die Mechanik über die Jahre, die sie im Wasser verbrachte, marode wurde, kann es dazu kommen, dass andauernd Wasser läuft – meist als kleines Rinnsal. Das sollte schnellstmöglich behoben werden, denn schon nach wenigen Stunden kann dabei eine ziemliche Menge Wasser verschwendet werden.

Diagnose

In den meisten Fällen liegt das Problem beim Schwimmer. Dieser „schwimmt“ auf dem Wasservorrat im Spülkasten. Ist er voll, schließt der Schwimmer über ein Hebelsystem automatisch den Ablauf. Das Problem liegt darin, dass der Schwimmer mit der Zeit seine Schwimmfähigkeit verlieren kann oder die Mechanik durch Kalkablagerungen an der freien Bewegung gehindert wird. Wichtig: Nicht wundern, wie dreckig es innerhalb des Spülkastens ist. Die Schmutzränder und schlammartigen Ablagerungen sind ein Gemisch aus Kalk und ausgespültem Rost der Wasserrohre, aber keine Fäkalien.

Reparatur

Hier kommt es darauf an, ob der Spülkasten über oder unter Putz verbaut wurde. Ersteres ermöglich es nämlich, freier zu arbeiten. Die Reihenfolge der Arbeiten ist jedoch prinzipiell gleich:

1. Den Deckel des Kastens bzw. die Wandblende abnehmen

2. Das Wasser über den Absperrhahn bzw. den Haupthahn abstellen (Im Urzeigersinn drehen)

3. Den Hebel betätigen, der sonst mit der Drucktaste verbunden ist. Dadurch läuft das verbliebene Wasser ab.

4. Schwimmer und Gestänge händisch mehrere male hin und her bewegen, bis sie wirklich leichtgängig sind.

5. Wasser wieder aufdrehen und prüfen, ob das das Problem bereits behoben hat.

6. Falls ja: Die Scharnierverbindungen mit einem Sprühöl benetzen, das Kunststoff nicht angreift (bspw. WD-40 oder Ballistol) und den Deckel wieder schließen.

7. Falls nicht: Die Schwimmer-Mechanik besteht meist aus Kunststoff und ist nur zusammengesteckt. Ein Foto vom eingebauten Zustand machen und dann die Teile auseinandernehmen

8. Die Dichtung unter dem Schwimmer auf Verschlammung und Kalkablagerungen prüfen. Ist sie stark verschmutzt, herausnehmen und mit einem weichen Lappen reinigen. Falls sie nicht porös ist, mit etwas Vaseline einstreichen und wieder einsetzen. Ist sie porös, im Baumarkt ein Ersatzteil besorgen.

9. Die mechanischen Teile für mehrere Stunden in ein Kalklöser-Bad legen und anschließend sauberbürsten

10. Alles wieder zusammensetzen und auf Funktion prüfen. Schwimmt der Schwimmer nicht auf, so muss er erneuert werden – ausbauen und als Vorlage in den Baumarkt mitnehmen.


2. Wäsche bleibt kalt / wird nicht sauber

Ob Bunt- oder Unterwäsche: Schmutzige Bekleidung wird erst dann richtig sauber, wenn das Waschmittel durch Wärme aktiviert wird und die Fasern, wie die Werbung es ausdrückt „porentief reinigt“. Und, ebenfalls wie man es aus der Werbung kennt: Kalk kann dem dafür nötigen Heizstab in der Waschmaschine über die Jahre mächtig zusetzen, sodass er zerstört wird und das Wasser nicht mehr erwärmt.

Diagnose

Läuft die Waschmaschine länger als üblich und ist die Wäsche gleich nach dem Ende des Waschgangs eiskalt, bzw. auch noch nicht ganz sauber, so ist in aller Regel der Heizstab die Wurzel allen Übels. Die Reparatur beginnt damit, sich Hersteller und Typ der Heizung zu notieren und damit ein Ersatzteil zu kaufen.

Reparatur

Bevor die Waschmaschine auch nur von ihrem Platz gerückt wird, ist als erstes der Netzstecker zu ziehen, damit jegliche Risiken ausgeschlossen werden. Die nun folgenden Arbeitsabläufe zum Heizstab-Tausch sind praktisch herstellerübergreifend gleich:

1. Maschine so drehen, dass man komfortabel an die Rückseite gelangt

2. Den hinteren Gehäusedeckel abschrauben

3. Den Heizdeckel suchen: Er liegt meist unter der Riemenscheibe und ist ein ovales Metallteil, an das mehrere Kabel führen (Stromzufuhr, Temperaturfühler und Erdung)

4. Die Kabel vom Heizstab entfernen (sind nur gesteckt) Dabei mit dem Temperaturfühler und der Stromzufuhr beginnen

5. Die zentral liegende Mutter, die den Heizstab festhält, lösen und danach das ganze Element nach hinten herausziehen

6. Die Dichtung des neuen Heizstabes mit etwas Vaseline oder Spülmittel einreiben, damit sie gut in die Fassung rutscht

7. Den Heizstab gerade in die Öffnung einführen. Danach die Mutter leicht mit den Fingern anziehen und die Trommel händisch drehen. Es dürfen keine Schleifgeräusche auftreten.

8. Die Mutter anziehen und dabei den Temperaturfühler festhalten, damit er sich nicht verschiebt.

9. Die Kabel beginnend mit der Erdung in umgekehrter Reihenfolge aufstecken, dann den Deckel wieder montieren und einen Probelauf mit etwas Wäsche starten

3. Wasserhahn am Waschbecken austauschen

Es gibt viele Gründe, warum man einen Wasserhahn tauschen möchte. In der Regel hat es damit zu tun, dass man sich an der Optik sattgesehen hat. Oder, weil selbst der Austausch der Dichtungen nicht dafür sorgen konnte, dass der Hahn nicht mehr tröpfelt. Keine Panik, auch diese Arbeit ist kinderleicht

Diganose

Verkratzte Oberfläche, verkalktes Innenleben oder nicht mehr zeitgemäßes Äußeres. Wenn eines davon zutrifft, muss der Hahn weichen. Diese Anleitung bezieht sich auf Hähne, die am Waschbecken fixiert sind und über Schläuche mit den darunterliegenden Absperrhähnen verbunden sind – die mit Abstand gängigste Variante.

Reparatur

Der erste Schritt ist das Bereitstellen eines kleinen Eimers und eines Handtuchs. Da man sich unter das Waschbecken legen muss, ist auch eine Taschen- oder besser Kopflampe nicht verkehrt. Wichtig ist auch hier die richtige Reihenfolge der Schritte, damit es nicht zu „Land unter“ im Bad kommt.

1. Die beiden Absperrhähne unter dem Waschbecken zudrehen. Sind diese durch Jahre der Nichtbetätigung schwergängig, mit einer Wasserpumpenzange und dazwischenliegendem Handtuch nachhelfen.

2. Beide Griffe für Warm- und Kaltwasser aufdrehen, um das restliche Wasser im System abzulassen. Bei einer Einhand-Mischbatterie den Hebel ein paarmal in beide Richtungen bewegen.

3. Merken, auf welcher Seite Warm- und Kaltwasser liegen.

4. Mit einer Zange die Muttern der beiden Schläuche, die den Hahn mit den Absperrhähnen verbinden, losdrehen (Eimer unterstellen, aus den Schläuchen wird etwas Wasser laufen) und einige Minuten leerlaufen lassen. Wichtig: Aus dem Absperrhahn darf kein Wasser austreten. Falls doch, Haupthahn abdrehen.

5. Unter das Waschbecken legen: Wo die Schläuche im Waschbecken „verschwinden“, ist ein langer Gewindestab mit einer Mutter zu sehen. Diese komplett abdrehen. Danach den alten Hahn samt Schläuchen nach oben herausziehen.

6. Neue Hähne müssen meist noch zusammengesetzt werden. Dabei nach Anleitung vorgehen und die Schläuche mit den richtigen Dichtungen unten in den Hahn drehen. Prüfen, ob die Markierung für Warm- und Kaltwasser auf der richtigen Seite sitzt. Falls nicht: Griffe sind meist nur gesteckt und können abgezogen und vertauscht werden.

7. Den neuen Hahn von oben einsetzen. Dabei darauf achten, dass die Dichtungen am unteren Ende der Schläuche nicht aus den Muttern fallen.

8. Unters Waschbecken legen und mit der Mutter den Hahn festschrauben. Diesen am besten von einer zweiten Person festhalten lassen, damit er sich nicht verdreht.

9. Die Schläuche am Absperrhahn festschrauben – dabei nicht mit zu viel Kraft anziehen, weil sonst die Dichtungen gequetscht werden.

10. Wasserhahn zudrehen, Absperrhähne aufdrehen und ein, zwei Minuten auf Undichtigkeiten prüfen. Anschließend Wasserhahn selbst auf Funktion prüfen – laufen lassen, bis keine Luft mehr austritt.


Bildquelle:

fotolia.com © Florian Villesèche


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