Das Hünfelder Rathaus: links der Platz mit Haupteingang, rechts das über eine Brücke zu erreichende Gebäude mit künftigem Bürgerbüro - Archivfoto: Harald Friedrich

HÜNFELDGeneralplaner aus Region gefunden

Magistratsauftrag: 6-Mio-Euro-Rathausumbau und barrierefreie Gestaltung

21.04.17 - Der Generalplaner für den beabsichtigten Umbau des Hünfelder Rathauses ist gefunden. Wie Erster Stadtrat Theo Flügel mitteilt, konnte im Rahmen eines europarechtlichen Ausschreibungsverfahrens jetzt ein Architektenbüro aus der Region beauftragt werden. Dieses Büro soll jetzt die Planungen vorantreiben, sodass zum Jahreswechsel mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, die nach einer Kostenschätzung auf über 6 Millionen Euro beziffert werden. Die Stadt rechnet dazu mit Zuwendungen des Landes Hessen und des Bundes aus dem Kommunalen Investitionsprogramm in einer Größenordnung von rund 1,5 Millionen Euro.

Grundlage für die Planungen ist eine Konzeptstudie, die bereits durch den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung beraten wurde. Diese sieht unter anderem eine energetische Sanierung des Gebäudes vor. Außerdem sind umfangreiche Umbauten erforderlich, um die heutigen Anforderungen im Brandschutz zu erfüllen. Weiteres Ziel ist die barrierefreie Umgestaltung des Hauses, damit auch Rollstuhlfahrer und mobilitätseingeschränkte Menschen alle Büros des Rathauses ungehindert erreichen können. Gegenwärtig ist dies nur über eine Rampe seitlich des Rathauses und über den Rathauskeller möglich. Der vorhandene Lastenaufzug entspricht angesichts seiner geringen Abmessungen heute in keiner Weise mehr rechtlichen Anforderungen, um beispielsweise Rollstuhlfahrer in die oberen Etagen zu bringen. Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer sollen deshalb über einen Eingang in der Rathausgasse einen Aufzug erreichen können, der die Besucher in die fünf Etagen des Rathauses bringen kann.

Archivfoto O|N: Luisa Diegel

 Auch brandschutztechnisch sind umfangreiche Investitionen erforderlich. Dies gilt insbesondere für die Büros in den oberen Etagen, für die kein zweiter Rettungsweg zur Verfügung steht. Deshalb sieht die Konzeptstudie vor, ein zweites kleines Treppenhaus zu schaffen, über das sich bei Bedarf die Menschen bei einem Brand in Sicherheit bringen können. Außerdem soll das Rathaus über eine gläserne Brücke mit dem Nachbargebäude verbunden werden. In dieses Nachbargebäude wird künftig ebenerdig barrierefrei das Bürgerbüro zur Verfügung stehen. Auch für den Rathaussaal als Veranstaltungsstätte muss ein zweiter Rettungsweg hergestellt werden. Dieser soll dann über die gläserne Brücke zum Nachbargebäude an der Ecke Mittelstraße/Rathausgasse führen.

Auch die technische Infrastruktur des Rathauses bedarf erheblicher Investitionen. So sind viele Leitungen Jahrzehnte alt, einige sind sogar so alt wie das 125-jährige Gebäude selbst. Im Zuge des Umbaus sollen auch umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Gebäudesubstanz erfolgen. So gibt es beispielsweise an den Sandsteingesimsen Feuchteschäden, auch im Kellergeschoss kommt es immer wieder zu Gebäudeschäden durch aufsteigende Feuchtigkeit in diesem historischen Gebäude. Undicht ist auch der gesamte historische Treppenaufgang und die Brunnenkammer des Rathausbrunnens, die dringend saniert werden müssen, um weitergehende Schäden zu vermeiden.

Allein die Sanierungsarbeiten, der Brandschutz, die Barrierefreiheit und die Energieeffizienz
werden mehr als die Hälfte der Investitionskosten erfordern. Allerdings sollen die umfangreichen Arbeiten auch dazu genutzt werden, den Zuschnitt des Gebäudes im Inneren an moderne Verwaltungsstrukturen anzupassen. Das betrifft sowohl die Büroräume als auch die technische Infrastruktur im Bereich der EDV-Netze.

Angesichts der Liquidität und der jetzt erhältlichen Fördermittel solle die Chance genutzt werden, so der Erste Stadtrat, das Rathaus zukunftsfähig zu machen, ohne das denkmalgeschützte äußere Erscheinungsbild zu verändern. Die einzigen beiden Eingriffe in die Fassade seien der Eingang auf der Rückseite und die gläserne Brücke zum Nachbargebäude. Ansonsten solle das Rathaus in seinem stadtbildprägenden Erscheinungsbild unverändert bleiben. +++




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