Archiv


Viele offene Fragen konstatierte Christian Bolduan nach der Diskussion in der Albert-Schweitzer-Schule.

01.10.12 - ALSFELD

Tendenz: Eltern wollen zurück zu G9 - Große Beteiligung an Gesprächsrunde

Sie schlug nachhaltig ein, die Nachricht des Hessischen Kultusministeriums(HKM), zukünftig den hessischen Gymnasien wieder die Wahl zu lassen, ob sie G8 weiterführen möchten, zurück zu G9 wollen oder vielleicht beide Möglichkeiten anbieten. Auch die Albert-Schweitzer-Schule sieht sich vor diese Frage gestellt, zumal in wenigen Wochen die Informationsveranstaltungen für die zukünftigen fünften Klassen stattfinden. Geplant war eine Gesprächsrunde mit Eltern, Lehrern und Schülern demnach bereits, bevor Ministerin Nicola Beer mit einer Meldung aus dem Kultusministerium nachlegte.

Die Diskussion fand nun mit großer Beteiligung in der Alsfelder Albert-Schweitzer-Schule, dem größten Gymnasium im Vogelsbergkreis, statt. Und obwohl sich die Kultusministerin inzwischen nicht nur erklärt hat, sondern auch auf einige konkrete Anfragen des Landeselternbeirates geantwortet hat, waren nach wie vor viele Fragen offen. Dass ohnehin Gesprächsbedarf zu dem Thema G8/G9 besteht, zeigte sich nicht nur an der großen Resonanz, sondern auch an den Wortbeiträgen: G8, so war fast einvernehmlich zu hören, beeinträchtigt in den Augen der Eltern und auch einiger Lehrer die Kindheit der Schüler und das Familienleben gravierend.Vor dem Einstieg in die Gesprächsrunde brachte Schulleiterin Elisabeth Hillebrand die anwesenden Eltern, Lehrer und auch einige Schüler auf den aktuellen Stand: Das HKM sehe die Schulform G8 als angekommen, wolle sich aber der anhaltenden Unzufriedenheit stellen und bietet nun unter der Überschrift „Freiheit und Vielfalt als Markenzeichen der Hessischen Schullandschaft - Weiterentwicklung von G8 und Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9“ den Schulen selbst Lösungsmöglichkeiten an.

Vorteile von G8 sehe das Ministerium in den so geschaffenen gleichwertigen Voraussetzungen in einer globalisierten Welt, in der Möglichkeit, früher in Ausbildung oder Studium zu starten, und in der Chance, die gewonnene Zeit für Auslandsaufenthalte und Praktika zu nutzen. Die Nachfrage nach gymnasialer Bildung sei laut dem HKM mit der Einführung von G8 nicht zurückgegangen, Evaluationen zeigten keine schlechteren Abiturergebnisse als bei G9. Als Nachteil erachte auch das HKM die höhere Belastung der Schüler. Daher stellt es den Schulen, auch den Gymnasien und nicht wie bisher nur den Gesamtschulen, zur Auswahl, ob sie zukünftig bei G8 bleiben wollen, wieder zu G9 zurück möchten oder im Rahmen eines vorläufig für die Dauer von drei Jahren angelegten Schulversuchs ab der 7. Klasse beide Möglichkeiten, also sowohl G8 als auch G9, anbieten möchten. Ein Blick auf die Stundentafel verdeutlichte, was genau der Unterschied zwischen G8 und G9 ist: eine Verringerung der wöchentlichen Stundenzahl um vier bis fünf Stunden in der Mittelstufe.

Nach einigen weiteren Informationen eröffnete Elisabeth Hillebrand die Diskussionsrunde, moderiert von ihrem Stellvertreter Christian Bolduan.Einen breiten Raum nahm dabei die Frage ein, wer im Fall eines Schulversuchs mit G8 und G9 an der ASS die Einstufung der Kinder in der 7. Klasse vornimmt. Die Lehrer oder die Eltern? Und was, wenn die G8-Klassen nicht voll werden? Eine Vorgabe des HKM ist nämlich hierbei, dass nur vierzügige Jahrgänge dieses Parallelangebot machen dürfen und auch nur, wie eine Rückfrage der Schulleiterin beim HKM ergab, in einer 2:2-Lösung. Die Frage, ob ein Schüler nach der 6. Klasse schließlich G8 oder G9 besuche, dürfe keine Niveau-Entscheidung sein, wurde allseits gefordert. Unabhängig davon, ob ein Schüler besser oder schlechter sei, sei es wichtig, den Kindern wieder mehr Freizeit zuzugestehen: „Ich möchte, dass mein Kind am Nachmittag wieder spielen kann“, so und ähnlich lauteten die eindringlichen Appelle aus der Elternschaft.

Es folgten zahlreiche Rechenbeispiele, Was-wäre-wenn-Konstellationen, geprägt von persönlichen Erfahrungen und Präferenzen. Auch die Frage, ob man die Entscheidung denn überhaupt zu dem jetzigen Zeitpunkt über das Knie brechen müsse, wurde gestellt.Die Tendenz der Schulleitung geht in dieser Frage eindeutig in Richtung Schulversuch: „Wir sind unseren Kindern schuldig, dass wir im ländlichen Raum so viele Möglichkeiten schaffen wie wir können“; so Elisabeth Hillebrand. Ihre Schule mache bereits heute schon ein überdurchschnittlich breites Angebot, um Standortnachteile im Vergleich mit Ballungsgebieten auszugleichen. G8 gleichzeitig mit G9 anzubieten, sei für die Schule zwar die komplizierteste Lösung, werde aber den Anforderungen an ein Gymnasium im ländlichen Raum gerecht.Um zu ermitteln, welche Schulform sich die Eltern für die Albert-Schweitzer-Schule wünschen, wird es nach Klärung einiger Fragen und in Absprache mit den zuständigen Gremien Anfang November eine Umfrage unter der Elternschaft geben. Das Ergebnis, sollte es sich mit der Stimmung am Informationsabend decken, dürfte klar sein: Die Eltern der Alsfelder Gymnasialschüler wollen zurück zu G9. (pi)  +++


Elisabeth Hillebrand sprach sich für die Teilnahme an dem Schulversuch aus.

Über Osthessen News

Kontakt
Impressum
Cookie-Einstellungen anpassen

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Whatsapp
Instagram

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön