Mit einer tollen Moral holte die Fuldaer Borussia noch ein 3:3-Remis bei Rot-Weiss Frankfurt, denn es war heute Nachmittag ein wahrlich "verrücktes" Fußballspiel im Frankfurter Stadion am Brentanobad. Der gastgebende Aufsteiger Rot-Weisws Frankfurt trat nach dem 2:0-Hinspielsieg in Fulda selbstbewusst gegen die Borussia auf. Im 4-4-2-System unter Klaus Dörner und Jochen Maikranz angetreten, wollten die Frankfurter auch im Rückspiel etwas Zählbares holen. Dem gegenüber stellte Borussen-Trainer Henry Lesser fast die gleiche Startelf wie in der letzten Woche. Lediglich für den Verletzten Olivier Djappa lief Stanislav Szilagyi auf. In der Tabelle belegt Fulda jetzt den achten Rang.
Eben besagter Szilagyi war es dann auch, der die erste Duftmarke im Spiel setzte. Der slowakische Neuzugang traf endlich wieder für die Oberligamamnnschaft der Borussia mit seinem vierten Ssisontor, in dem er eine Naciri-Vorlage cool einlochte (30). Doch noch vor der Pause wendete sich das Blatt. Borussia hatte das Spiel im Griff und lag auch verdient in Führung. Zu diesem Zeitpunkt schafften es die Hausherren nicht, den SCB ernsthaft in Gefahr zu bringen. Wären da nicht die Standardsituationen: gelich zwei Mal klingelte es im Kasten von Roland Borrmann. Zunächst erzielte Adam Freund ein Freistoßtor: der Ball wurde aber unglücklich von der Mauer so abgefälscht, dass Borrmann keine Abwehrchance hatte. Die hatte er auch 120 Sekunden später nicht. Emanuele Guiliana verwandelte einen Foulelfmeter sicher zum 2:1-Pausenstand für die Frankfurter.
Nach dem Seitenwechsel spielte die Borussia zunächst verunsichert. Geschockt von den Gegentoren hatte Frankfurt mehr vom Spiel. Doch wieder musste ein Freistoß herhalten, um die Frankfurter Führung auszubauen. Wieder war es Freund, der auch 3:1 erhöhte (55.). Zu diesem Zeitpunkt gab wohl keiner mehr einen Pifferling auf die Borussia, da Rot-Weiss noch eien dicke Chance versiebte. Doch weit gefehlt! Borussia spielte beherzt und witterte seine Chance. Angetrieben von unbändigem Kampfgeist und dem Willen, das Spiel noch zu drehen, erspielten die Fuldaer sich Torchancen. Die beiden Offensivspieler waren dann für den Anschlusstreffer erfolgreich. David Schimmelpfennig bediente René Ochs, der zum 2:3 traf (77.). Das Glück des Tüchtigen erarbeitete sich der SCB in der Schlussphase. Als alle schon mit dem Schlusspfiff rechneten, war es wieder einmal Benjamin Bunzenthal, der auch schon in der Vorwoche traf. Der Stürmer zeigt, wie wichtig er für den SCB ist und erzielte in der zweiten Minute der Nachspielzeit mit seinem sechsten Saisontreffer das gerechte 3:3.
Der SCB hätte sich gerne drei Punkte mitgenommen. Nach diesem Spielverlauf war dies aber auf jeden Fall ein Punktgewinn. Ein Punktgewinn für die Moral. Zudem tankten die Stürmer Szilagyi und Bunzenthal durch ihre Treffer wieder Selbstvertrauen. (STEFFEN BOTT).
Henry Lesser (Trainer SC Borussia Fulda)
"Bis zum 1:1 haben wir eigentlich nicht gedfacht, dass wir das Spiel verlieren können. Wenn man aber durch Standardsituationen 1:3 in Rückstand gerät, muss man am Ende aber froh sein, dass man noch einen Punkt holt. Rot-Weiss hat ein starkes 4-4-2 gespielt. Meine Mannschaft hat aber bis zum Schluss gekämpft und den Punkt noch verdient geholt."
Rot-Weiss Frankfurt: Wagner - Strack, Dienst, Velagic, Freund, Koubadija, Oymak, Musci, Guiliana, Ebongolle, Ciftci.
SC Borussia Fulda: 1 Roland Borrmann - 2 Adam Benn, 4 Kai Möller, 16 Samuel Ghebreamlak - 14 Mikayil Kabaca (ab 80.: 9 Redouane Saroukh), 12 Christopher Krause, 8 Samir Naciri, 18 Benjamin Bunzenthal - 3 David Schimmelpfennig, 17 René Ochs - 20 Stanislav Szilagyi.
Schiedsrichter: Voltin (Wiesbaden).
Tore: 0:1 Stanislav Szilagyi (30.), 1:1 Adam Freund (38.), 2:1 Emanuele Guiliana (40., Foulelfmeter), 3:1 Adam Freund (55.), 3:2 René Ochs (77.), 3:3 Benjamin Bunzenthal (90.+2).
Zuschauer: 100. +++