Nachdem die Athleten am Samstag nach einer 16 stündigen Anreise völlig erschöpft in Whitehorse angekommen waren, ging es auch gleich nach dem Abendessen ins Bett. Schließlich hieß es am nächsten Morgen bereits um 7:30 Uhr: Auschecken! Denn per PKW ging es dann nach Dawson City, die 700 km entfernte ehemalige Hauptstadt des Goldrausches.
Doch bevor sich Teilnehmer und Promis auf den Weg machten, erklärte "Strietzel" Stuck in einem Briefing noch einmal die Spielregeln:
· Alle zehn Events sind Wettbewerbe gegen die Zeit.
· Das Gewinnerteam erhält 6 Punkte, die zweite Mannschaft 5 Punkte, bis hin zum sechsten Platz, für den es noch einen Punkt gibt.
· Sollte ein Team bei einem Event nicht ins Ziel kommen, erhält es keine Punkte.
· Tritt es bei einem Wettkampf erst gar nicht an, hagelt es sechs Strafpunkte.
· Sollte am Ende Punktgleichheit zwischen mehreren Teams herrschen, entscheidet die Addition der Einzelzeiten.
· Das Gewinnerteam erhält - ganz stielecht im Land des Goldrausches - einen echten Gold-Nugget.
Neben der Teamleistung, wird auch die beste Einzelleistung gewürdigt. Der jeweils beste männliche und weibliche Athlet bessert seine Haushaltskasse mit 3.000 kanadischen Dollar auf. Zudem gab der zweifache Le Mans Sieger bekannt, dass Giované Elber erst am Dienstagabend zur Truppe stoßen wird. Leider verhindern Visa-Probleme, dass der Brasilianer rechtzeitig am Start ist. Doch bis dahin wird der Ballkünstler von Stuntman Dirk Auer würdig vertreten. Der "Rocket-Man" war wegen Filmaufnahmen sowieso im Yukon-Gebiet und hat den Organisatoren spontan zugesagt.
"Der Weg ist das Ziel"
Die Überfahrt von Whitehorse nach Dawson City stand unter dem Motto "Der Weg ist das Ziel". Das Wetter meinte es besonders gut mit den Neuankömmlingen und verwöhnte sie mit strahlendem Sonnenschein und vergleichsweise milden minus 20 Grad. "Das Panorama war einzigartig. Einmal stand sogar ein Wolf mitten auf der Straße." erzählte sichtlich beeindruckt Fredi Bobic. Bei der Challenge hat er am meisten Respekt vor den kalten Nächten im Zelt: "Ich glaube, dass wird richtig kräfteraubend. Eigentlich bin ich läuferisch ja gut, aber ob ich unter den Bedingungen noch Leistung bringen kann, wird sich noch zeigen."
In Dawson City angekommen, wurde es für die Teilnehmer zum ersten Mal richtig ernst. Jetzt hieß es Zelt aufbauen. Nicht nur wegen der kalten, tauben Finger und der Dunkelheit keine leichte Aufgabe. "Ich bin jetzt total platt. Du kriegst in den gefrorenen Boden überhaupt keinen Haken rein." meinte Benjamin Hartmann. Auf die kommenden Events angesprochen, meinte der Triathlet: "Am meisten Sorgen habe ich vor dem Geländewagen-Parcours, schließlich bin ich noch kein so geübter Fahrer. Die Wettbewerbe bei den es auf die Kondition ankommt, sollten mir mehr liegen."
Stephan Bunse freut sich, dass jetzt bald losgeht. "Der Berglauf sollte mir entgegen kommen." Auf die Überfahrt angesprochen meinte er: "Absoluter Wahnsinn! Du fährst hunderte von Kilometer und dir kommen gerade mal ein dutzend Autos entgegen. Diese Einsamkeit kann man sich in Deutschland gar nicht vorstellen. Daniela Martens hat zwar zwei Jahre in Kanada gelebt, doch ist auch sie zum ersten Mal im Yukon. "Am meisten gefallenen mir die stark verschneiten Bäume." Die Challenge sieht sie als "riesiges Abenteuer, weil man gar nicht abschätzen kann, was auf einen zukommt. Die Bedingungen sind so extrem, die kann man nicht simulieren."
Ihr Teamkollege Frank Busemann hingegen kennt die Bedingungen. Schließlich ist er bereits 2007 bei der Challenge angetreten, doch aufgrund einer Virusinfektion musste er am Ende aufgeben. "Dabei war ich so ehrgeizig. Ich habe 3 Monate lang sechs Mal die Woche trainiert - und dann das." Diesmal war die Vorbereitung nicht so professionell: "Ich hatte vor fünf Wochen eine Blinddarmoperation und musste dementsprechend kürzer treten. Aber vielleicht geht es ja dann besonders gut, wenn man ohne Erwartungen in den Wettkampf hineingeht." Doch trotz allen Ehrgeizes und Gewinnausschreibungen: bei der Challenge geht es nicht in erster Linie um Sieg und Platzierung. Denn jeder, der die Challenge besteht, darf sich als Sieger fühlen. +++