Am dritten Wettkampftag standen Biathlon und Eisklettern auf dem Programm. Wieder einmal meinte das Wetter es gut mit den Athleten. Bei milden minus 15 Grad ging es in die Loipe. Doch statt mit dem Gewehr, mussten die Teilnehmer mit Pfeil und Bogen am Schiessstand antreten. "Meine Arme waren von dem Langlaufen schon so schwer, dass ich zum Schluss kaum noch den Bogen spannen konnte." erklärte Frank Busemann die besondere Schwierigkeit des Wettbewerbs. Seine Kraftanstrengung wurde schließlich noch mit Platz Drei belohnt.
Fredi Bobic hingegen hatte da ganz andere Probleme. Der Ex-Fußballer stand zum ersten Mal auf Langlaufski und hatte daher schwerwiegende Kontrollschwierigkeiten. Nach einem steilen Bergabstück fand er sich im Wald wieder: "Ich habe mich voll hingelegt und lag da wie ein Käfer auf dem Rücken. Dann habe ich die Ski abgeschnallt und bin gelaufen." Doch sah er bald ein, dass er so keinerlei Chancen hat und gab den Wettbewerb frustriert vorzeitig auf.
Cool und routiniert hingegen lief Stephan Bunse die zehn Kilometer lange Strecke ab. Seine gute Technik und seine Kondition als Triathlet ließen ihn mit 51,38 Minuten die Tagesbestzeit laufen. Knapp 2,30 Minuten später überquerte Kerstin Löffler das Ziel. Trotz der tollen Laufleistung reichte es nicht zum Sieg bei den Frauen. Denn sie kassierte zu viele Strafminuten beim Schiessen: "Ich habe mich echt geärgert. Das war immer sehr knapp vorbei." So verlor sie letztendlich den Sieg an Daniela Martens, die zweimal öfters ins Schwarze traf. Nach dem Ziel meinte sie selbstkritisch: "Das war einfach nur Glück."
Beim Eiswandklettern verließ Fortuna die Hessin jedoch wieder. Ein halbe Minute nachdem sie die 15 Meter hohe Eissäule in Angriff genommen hatte, hing sie schon im Sicherungsseil. Monique Gabrecht-Enfeldt erging es genauso: "Das war frustrierend. Da hat das Anziehen der Ausrüstung ja länger gedauert."
Schreiend gegen die Höhenangst
Eine eindrucksvolle körperliche aber vor allen Dingen mentale Höchstleistung zeigte Frank Busemann an dem künstlichen Gletscher. Der Athlet hat panische Höhenangst und überlegte lange, ob er überhaupt starten kann. Während dem Klettern brüllte er immer wieder gegen die eigene Angst an und rannte in 3,54 Minuten die Wand hoch. Busemann blieb der einzige Gipfelstürmer des Tages. Alle anderen Athleten stürzten entweder ab oder blieben bereits in der unteren Hälfte der Wand hängen. Auf dem sicheren Boden wieder angekommen, kollabierte Busemann fast vollständig. Erst circa eineinhalb Stunden später war der Ex-Hürdensprinter ansprechbar: "Zwei Drittel des Weges habe ich echt geglaubt, ich mache mir in die Hose. Danach haben meine Beine so gezittert, dass ich gar nicht mehr stehen konnte. Nie mehr wieder!"
Dirk Auer war der einzige weitere Teilnehmer, der in die Nähe des Gipfels kam. Doch im letzten Drittel verlor er den Halt und landete wie die meisten im Seil. Stephan Bunse hingegen stoppte seinen Vorwärtsdrang als ihn seine Kräfte verließen und sicherte sich mit Platz Zwei wichtige Punkte und den Tagessieg. Bei den Frauen blieben Monika Birk und Kerstin Löffler auf gleicher Höhe stecken, so dass Beide sechs Punkte erzielten. Kerstin Löffler hat damit ebenfalls mit einem ersten und einem zweiten Platz die Tageswertung gewonnen.
Stimmen zum Wettkampftag:
Benjamin Hartmann: "Den Biathlonwettbewerb fand ich sehr schwierig. Die Bogen hatten kein Visier, so dass mir das Zielen super schwer gefallen ist. Mit meinen Leistungen beim Eisklettern bin ich überhaupt nicht einverstanden. Ich hatte einfach keine Power mehr und wollte aber trotzdem immer weiter. Letztendlich bin ich dann abgestürzt, was mich viele Punkte gekostet hat. Das war strategisch unklug."
Monika Birk: "Heute war mein Tag. Das Schiessen war schwierig, ich wurde aber mit jedem Mal besser. Die Strecke war sehr schön aber anspruchsvoll. Ich war dann vom Biathlon so ausgepowert, dass mir dann die Muckis für die Eiswand gefehlt haben."
Fredi Bobic: "Der Tag fing gut an, weil ich zum ersten Mal die Nacht durchschlafen konnte. Beim Biathlon hatte ich einen riesen Respekt vor den Abfahrten. Ich habe mich voll hingelegt und lag da wie ein Käfer auf dem Rücken. Dann habe ich die Ski abgeschnallt und bin gelaufen. Beim Eisklettern war glaube ich die Schwierigkeit, den richtigen Pfad zu finden. Ich habe mich da richtig festgefahren. Zwei Mal hing ich da an nur einem Arm, da wurde dann die Muskulatur sauer."
Kerstin Löffler: "Der Biathlonwettbewerb war schön aber hart. Man hatte auf der ganzen Strecke keine Chance, sich zu erholen. Beim Schiessen habe ich mich echt geärgert. Das war immer sehr knapp vorbei. Bei der Eiswand wäre ich lieber weiter geklettert. Doch durch das Reglement, das ein Abrutschen so hart bestraft, ging ich lieber auf Nummer sicher. Das ist eigentlich nicht meine Art."
Stephan Bunse: "Auf den Biathlonwettbewerb habe ich mich am meisten gefreut. Das Langlaufen habe ich auch richtig trainiert. Als ich dann die Berge gesehen habe, dachte ich, das kann nicht wahr sein. Aber die Strecke ist superschön. Die Eiswand war brutal. Meine Arme haben nur noch gezittert. Deshalb einen riesen Respekt vor Frank, der da wie eine Glemse rauf ist."
Dirk Auer: "Den Biathlon habe ich nicht richtig hingekriegt, weil ich nicht weiß, wie man mit den dünnen Dingern unter den Füßen skaten kann. Trotzdem eine interessante Sportart. Werde mir jetzt einen Ausrüstung kaufen. In der Eiswand kam ich relativ weit, war letztendlich aber zu ehrgeizig. Aber ich gehe einfach keine Kompromisse ein."
Christine Braun: "Ich hatte starke Rückenprobleme, so dass ich keine volle Leistung zeigen konnte. Der Doc hat mir noch eine Spritze gegeben, so dass ich ein bisschen zugedröhnt am Start war. In der Eiswand kam ich erst auf die Idee, taktisch vorzugehen, als ich schon im Seil hing."
Monique Garbrecht-Enfeldt: "Biathlon war sauanstrengend. Ich hatte das Gefühl, da ist Kleber unter den Ski. Am ersten Berg habe ich schon geschielt. Das Klettern war nicht schön, sondern frustrierend. Da hat das Anziehen der Ausrüstung ja länger gedauert."
Frank Busemann: "Beim Biathlon waren meine Arme von dem Langlaufen schon so schwer, dass ich zum Schluss kaum noch den Bogen spannen konnte. Beim Eisklettern habe ich zwei Drittel des Weges echt geglaubt, ich mache mir in die Hose. Danach haben meine Beine so gezittert, dass ich gar nicht mehr stehen konnte. Nie mehr wieder!"
Daniela Martens: "Das Langlaufen war bei mir mehr ein Gestocher. Ich habe versucht, die miserable Technik mit Ausdauer und Kraft zu kompensieren. Beim Schiessen habe ich einfach Glück gehabt. Vor dem Eiswandwettbewerb, habe ich einen von der Crew beobachtet, wie er die Wand raufgeschossen ist und dachte: Das ist ja einfach. Mir ist das super peinlich, dass ich so früh abgestürzt bin." +++