OBERELSBACH. Immer größere Beliebtheit erfährt das Projekt "Frühstücken: Gesund - Regional - Nachhaltig“ des Umweltbildungsteams vom Verein Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön. Für den Zeitraum 2008/2009 wurde es von der UNESCO nun erneut als Projekt der Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Michael Dohrmann, Fachbetreuer für Umweltbildung, nahm die Auszeichnung vor kurzem auf der didacta in Stuttgart entgegen.
Ernährung als Wirtschaftsfaktor der Region
Der Startschuss für dieses Projekt des Umweltbildungsteams fiel Anfang des Jahres 2006. Ziel der „Frühstückswochen“ ist es, gesunde Ernährung als wichtigen Pfeiler der Leistungsfähigkeit von Schülern ins Blickfeld zu rücken, aber auch die Ernährung als Wirtschaftsfaktor der Region heraus zu stellen. Ganz nach dem Motto "Wichtig ist nicht nur, was man isst, sondern auch wo die Produkte herkommen". Es sollen bewusste Ernährungsweisen gestärkt werden, die Bedeutung des Frühstücks als Teil der Familienkultur heraus gehoben werden und regionale Wirtschaftskreisläufe durch Aufklärung gestärkt werden.
"Fünf Sterne fürs Frühstücken"
Angelehnt an das Unterrichtsmaterial „Fünf Sterne fürs Frühstücken“ des Infodienstes „Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft“ vergeben die Kinder zunächst eigenständig Sterne für die optimale Zusammensetzung des Frühstücks. Dies muss erstens Getreideprodukte, zweitens Milchprodukte und drittens Obst oder Rohkost enthalten. Den vierten Stern gibt es, wenn gemeinsam und in schöner Atmosphäre gefrühstückt wird. Und da auch Bewegung ganz entscheidend fürs Wohlbefinden ist, gibt
es den fünften Stern für Bewegung nach dem Frühstück. Dieses „Fünf-Sterne-Frühstück“ wird in der Schulklasse natürlich auch praktisch umgesetzt.
Spielrisch & kindgerecht: Was sind Kohlenhydrate, Fett & Eiweiß?
Auf spielerische und kindgerechte Weise lernen die Schüler, was sich hinter den Begriffen Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß verbirgt, und bekommen anhand der Ernährungs-Pyramide einen Überblick über die
essenziellen Bestandteile einer gesunden Ernährung. Dazu gehört sicherlich nicht das völlig überzuckerte Müsli in einem großen Pappkarton, das das Umweltbildungsteam ebenfalls mit im Gepäck hat. Zu den ersten Problemen kommt es da schon, wenn die Kinder die Inhaltsstoffe auf der Zutatenliste vorlesen sollen. "Wir wollen die Kinder dazu ermuntern, nur das zu essen, was sie auch lesen und aussprechen können“, so Michael Dohrmann, Fachbetreuer für Umweltbildung. Dass der Kauf von Bio-Produkten und Produkten aus der Rhön einige Vorteile gegenüber den "Supermarktprodukten“ hat, ist ein weiteres
Vermittlungsziel der Frühstückswochen. Nicht nur der Energieverbrauch wird durch kurze Wege verringert, sondern auch die regionale Wirtschaftskraft gestärkt, was für die späteren Arbeitsplätze der
Schüler von großer Bedeutung ist. Spielerisch herüber gebracht wird diese Botschaft anhand des Beispiels Apfel zum Frühstück – einmal aus Neuseeland und einmal aus der Rhön.
Methodenvielfalt und direkter Alltagsbezug als Unterrichtskonzept
Die Inhalte der Aktionstage „Frühstückswochen“ mit intensiver Betreuung einzelner Schulklassen sind fächerübergreifend. Um die Schüler aktiv in den Themenbereich einzubinden ist der Aktionstag handlungsorientiert aufgebaut. Methodenvielfalt und der direkte Alltagsbezug ergänzen das
Unterrichtskonzept. Die Tatsache, dass die Auszeichnung der "Frühstückswochen“ als UN-Dekade-Projekt um weitere zwei Jahre verlängert wurde, ist darauf zurück zu führen, dass sich das Projekt um einiges weiter entwickelt hat. Während 2006 noch eine dreiwöchige Zeitspanne die Nachfrage der Schulen decken konnte, ist für 2008 ein zusätzlicher zweiwöchiger Zeitraum für die Frühstückwochen eingeplant, um der gestiegenen
Nachfrage nach diesem Angebot Rechnung zu tragen.
Hohe Teilnehmerzahl
Wurden im Jahr 2006 in drei Aktionswochen noch 13 Schulklassen mit 282 Teilnehmern erreicht, waren es im Jahr 2007 schon vier Aktionswochen mit 16 Schulklassen und 401 Teilnehmern. Für 2008 und 2009 sind jeweils fünf Aktionswochen geplant, in denen jeweils rund 20 Schulklassen und etwa 500 Schüler pro Jahr teilnehmen. Außerhalb des Naturparks gelegenen Schulen wird es durch die Teilnahme an Lehrerfortbildungen ermöglicht, das Konzept dieses Dekade-Projekts kennen zu lernen und in der Praxis
vor Ort umzusetzen.
Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“
Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgerufen. Damit sind die UN-Mitgliedstaaten die Verpflichtung eingegangen, in diesen zehn Jahren
besonders intensive Anstrengungen zu unternehmen, um das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Bildung zu verankern. In Deutschland koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) mit dem von ihr berufenen Nationalkomitee die Umsetzung der UN-Dekade. Als Beitrag zur UN-Dekade realisiert die DUK das Internet-Portal "Bildung für nachhaltige Entwicklung" www.bne-portal.de mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung(me).+++