Archiv

05.03.08 - Lauterbach

Jagdbehörde appelliert an Hundebesitzer: "Vierbeiner an die Leine nehmen"

Ganz besonders in der Brut- und Setzzeit - also von März bis Juni - können Hunde im Wald zu einer tödlichen Bedrohung für Jungwild werden. Darauf macht die Jagdbehörde im Landratsamt in einer Pressemitteilung aufmerksam. Die Fachleute in der Behörde appellieren an die Hundebesitzer, zumindest in diesen Monaten ihre Vierbeiner anzuleinen.

"Trächtiges Reh von wildernden Hunden gerissen"; "Hund hetzt Rehe über Straße und verursacht schweren Verkehrsunfall" - solche Meldungen seien in diesen Wochen oft zu lesen. Wenn die Hunde angeleint sind, könnten solche Vorfälle vermieden werden. In Hessen müssen Hunde in der freien Natur grundsätzlich nicht angeleint werden. Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn ein Hund andere Tiere hetzt oder reißt.

Jagdbehörde hofft auf Einsicht der Hundehalter

Nach dem hessischen Naturschutzgesetz besteht für die Städte und Gemeinden des Kreisgebietes die Möglichkeit, das Verhalten von Hundebesitzern in der Flur zu regeln. So könnten uneinsichtige "Herrchen" und "Frauchen" durch eine Ortssatzung verpflichtet werden, ihre Hunde generell anzuleinen. Die untere Jagdbehörde hat jedoch die Hoffnung, dass sich die Hundehalter auch ohne diese Sanktion einsichtig zeigen und durch rücksichtsvolles Verhalten zum Schutz des Jungwildes beitragen.

Jagdtrieb macht Hunde unberechenbar

Vor allem hochträchtige Rehe, die in ihrer Bewegungsfreiheit und Fluchtmöglichkeit stark eingeschränkt sind, fallen im Frühjahr mitsamt ihren ungeborenen Kitzen den Hundebissen zum Opfer. So mancher Hund, der ansonsten aufs Wort gehorcht, wird überraschend unberechenbar, wenn er eine frische Fährte aufgenommen hat. Dies kann gerade während der Brut- und Setzzeit fatale Folgen haben.

Rehkitze und Bodenbrüter gefährdet

Häufig argumentieren die Halter, ihre Hunde seien friedlich. Dabei verkennen sie aber, dass es für aufgestöberte Jungtiere wie zum Beispiel Rehkitze oft schon tödlich ist, wenn sie vom Hund aufgescheucht werden und dabei wegen einer kleinen Berührung auch nur teilweise dessen Geruch annehmen. Das Elterntier nimmt bereits die kleinste Veränderung der Witterung wahr und lässt dann seinen Nachwuchs unversorgt - dessen qualvolles Zugrundegehen ist die grausame Folge. Streunende Hunde vertreiben auch Bodenbrüter wie Rebhuhn, Lerche, Kiebitz, Wildente und Wachtel von ihren Nestern. Deren Eier und Junge werden dann ein leichtes Opfer von Krähen und Elstern oder kühlen aus. Die Hundehalter selbst können diesen Vorgang meistens überhaupt nicht wahrnehmen, wenn sich das Geschehen im dichten Gras oder Unterholz abspielt.

Hunde sollten an die Leine genommen werden

Die vierbeinigen Hausgenossen sollten im Interesse der frei lebenden Tierwelt vorübergehend die Beschränkung des Leinenzwangs auf sich nehmen. Ausgenommen hiervon sind nur Polizei- und Rettungshunde im Einsatz sowie jagdlich ausgebildete Hunde während der Jagdausübung.+++

Über Osthessen News

Kontakt
Impressum
Cookie-Einstellungen anpassen

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Whatsapp
Instagram
TikTok

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön