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Kai Möller im Osthessen-News-Interview

Übergabe: Möller gratuliert Nachfolger Raatz
20.03.08 - Fulda
Nun ist er also "nur" noch Spieler des Fußball-Oberliga-Teams von Borussia Fulda. Am gestrigen Abend beendete der 35-jährige Kai Möller seine erfolgreiche Mission zur Rettung des seinerzeit angeschlagenen sportlichen Aushängeschilds einer ganzen Region (osthessen-news.de berichtet in einem weiteren Artikel ausführlich über die Jahreshauptversammlung: http://www.osthessen-news.de/beitrag.php?id=1147710 ). Am 1. Juli 2004 hatte Möller als aktiver Spieler den Vorstandsposten des finanziell gestrandeten Klubs übernommen. In den vergangenen dreieinhalb Jahren hat er gemeinsam mit seinen Mistreitern die Borussia von der drohenden Insolvenz in gesicherte wirtschaftliche Verhältnisse geführt. Er übergab einen finanziell erholten Klub, auf dessen Grundmauern die neue Führungsriege um Neu-Präsident Stephan Raatz und Aufsichtsratsvorsitzender Manfred Schüler nun aufbauen können.
Kai Möller nutzte die Versammlung gestern Abend im proppevollen Funktionsgebäude in der Johannisau, um seine Amtszeit Revue passieren zu lassen. Es spricht für den Charakter Möllers, dass er keine öffentliche Schelte verteilte. Vielmehr dankte er auch den ehemaligen Führungskräften. "Sie haben sicher Fehler gemacht, aber auch viel Geld und Kraft investiert, um den Verein zu retten", sagte Möller. "Dieses Kapitel muss nun aber abgeschlossen sein", setzte Möller einen Strich unter die leidvolle Geschichte der Sportclubs.
Doch der umtriebige Unternehmer machte deutlich, dass viel Arbeit vor der Borussen-Familie liege. Wie sehr sein Herz an dem Fuldaer Klub hängt, spürten die Versammlungsteilnehmer als Möller Missstände aufzeigte, die jedem ehrenamtlichen Vorstandsmitglied der unzähligen Sportvereine in Osthessen bekannt vorkommen dürften. Es fehle am Engagement vieler Mitglieder. Die Bereitschaft, im Verein mitzuarbeiten, verteilt sich auf zu wenige Personen. "Mal einen Kuchen zu backen und dem Verein zu spendieren, das macht kaum Jemand", sagte Möller und nannte ein banales Beispiel.
Sich mit der Borussia zu indentifizieren, sei eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Vereinsarbeit. Dies gelte auch für die sportliche Zukunft. "Die Mannschaft ist top in Ordnung", sagte der ehemalige Präsident und Mitspieler über seine Fußballerkollegen. Der Zusammenhalt zwischen den Mannschaften und der persönliche Einsatz der Akteure solle weiter verbessert werden. "Der Oli (Olivier Djappa, die Redaktion) weiß jetzt auch, wo der Besen steht", sagte Möller und plauderte aus dem Nähkästchen von einer gemeinsamen Putzaktion in den Kabinen.
Diese Beispiele beweisen, dass das große Geld auch im Fußball nicht mehr gezahlt werden kann, "Abzocker" nicht gebraucht und finanzielle Drahtseilakte der Vergangenheit angehören. Wie schnell eine Pleite droht, zeigt die Insolvenzgefahr eines anderen hessischen Traditionsklubs: SV Darmstadt 98. Das hat die Borussia hinter sich und wenn die neue Führungsmannschaft Möllers Steilpass erfolgreich umsetzt, geht es auch sportlich wieder aufwärts. Und dann steigt auch die Bereitschaft der Ehrenamtlichen, etwas mehr zu tun. Einen Motor wie Kai Möller wünscht sich jeder ambotionierte Fußballklub. Zumindest als Spieler wird er seiner Borussia bis zum Saisonende weiterhelfen. (Hans-Hubertus Braune) +++

Rechenschaftsbericht des scheidenden Präsidenten Möller....

..und Beispiele für Borussias erfolgreiche sportliche Vergangenheit...