Die ADAC Hessen Rallye Vogelsberg steht vor der Tür, am Freitag fällt der Startschuss zum zweiten Lauf der Deutschen Rallye Meisterschaft 2008. Was und vor allem wer alles hinter der „Rallye Vogelsberg“ steckt, konnten ca. ein Dutzend Journalisten anlässlich einer Pressekonferenz im Festsaal der Vorderburg erfahren.
Der Schlitzer Bürgermeister und damit auch der Hausherr Hans-Jürgen Schäfer, selbst ein begeisterter Rallyefan, ergriff als erstes das Wort. Er unterstrich in seinen Ausführungen, dass die Rallye Vogelsberg neben den sportlichen Belangen auch einen enormen Wirtschaftsfaktor für de Region Osthessen darstelle. Weit über die Stadtgrenzen hinaus seien Hotels ausgebucht, Ferienwohnungen vergeben und Pensionen belegt.
Seine Amtskollegin aus Schotten, Bürgermeisterin Susanne Schaab-Madeisky bekräftigte die Ausführungen ihres Schlitzer Kollegen und nannte die Rallye eine „spannende Allianz zwischen Technik und Natur“. Beide waren sich einig, dass die ADAC Hessen Rallye Vogelsberg nicht ein punktueller und zeitlich begrenzter Wirtschaftsfaktor sei. „Wem es an den beiden Tagen bei uns gefällt, der kommt vielleicht im Sommer für eine Woche wieder“.
Im Anschluss erläuterte Rallyeleiter Friedrich Goldstein den mittlerweile hohen Stellenwert der osthessischen Rallye unter nationalen und internationalen Gesichtspunkten. „Wir freuen uns auf eine großartige Rallye“, so Goldstein. Sicherlich habe es eine solche Großveranstaltung im ländlichen Raum mangels entsprechender Infrastruktur wie großen Plätzen oder Hallen nicht einfach, jedoch hätte die Rallye Vogelsberg einen enormen Vorteil anderen nationalen und internationalen Veranstaltungen gegenüber: die heimische Bevölkerung! „Alle ziehen an einem Strang“, so Goldstein weiter. Dies sei nicht überall so und man könne stolz sein, solch eine Bevölkerung hinter sich zu wissen.
Er nutze auch gleich die Gelegenheit, sich bei allen Beteiligten zu bedanken, die mithelfen, die Rallye Vogelsberg zu dem zu machen, was sie über die Jahre hinweg geworden ist. Immerhin seien alleine ca. 950 Helfer am Freitag und Samstag rund um die Strecken eingesetzt. Bei dieser Zahl seinen aber noch nicht die Personen dabei, die z.B. die Bewirtung des Serviceplatzes übernehmen. „Wenn die Fahrer am Samstag morgen um 6 Uhr einen heißen Kaffee möchten, dann bekommen Sie diesen, denn unsere Leute sind dann bereits auf den Beinen!“, so Goldstein.
Das Comeback des Jahres dürfte wohl Heinz-Walter Schewe sein. Getreu dem Motto „Einmal Porsche, immer Porsche“ hat der Meister von 1976 sich dazu entschlossen, dieses Jahr mit einem 375-PS-Porsche selbst in der DRM mit zu mischen – und das im beachtlichen Alter von 65 Jahren! „Mich begeistern die modernen Autos“, so Schewe in seinen Ausführungen. Das er den Vergleich zu jüngeren Fahrern nicht scheuen braucht, zeigt die Tatsache, dass er anlässlich der Saar-Pfalz-Rallye sich den zweiten Platz sichern konnte, dann aber wegen einem defekten Rad doch vorzeitig aufgeben musste.
Helmut Zindler, der Vorsitzende des Automobilclubs Schlitz bekräftigte nochmals die Ausführungen von Rallyeleiter Goldstein und machte deutlich, dass eine solche Veranstaltung ohne den Zusammenhalt und ohne die Zusammenarbeit der heimischen und befreundeten Vereine nicht möglich sei. Was die Rallye Vogelsberg der heimischen Bevölkerung bedeutet, machte er an einem Beispiel fest, wie es sich letztes Jahr in einer Schlitzer Schule zugetragen haben muss, als die Lehrerin der Klasse über das Rallyewochenende hin Hausaufgaben aufgeben wollte und die Klasse dies verdutzt mit den Worten „Wir hon Rallye!“ ablehnte.
Wer mehr über die anstehende ADAC Hessen Rallye Vogelsberg am kommenden Wochenende wissen möchte, der schaue doch mal auf http://www.rallye-vogelsberg.de nach! (cj). +++