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- Fotos: Eva Wienröder

28.04.08 - Stockheim

Axt & Säge - Sportholzfäller bei Qualifikationsturnier - EBNER auf Platz 2

Am vergangenen Samstag war Stockheim der Treffpunkt für die 18 besten Sportholzfäller Deutschlands, darunter auch einige Athleten aus der Region Main-Rhön. Zum Saisonauftakt der Stihl Timbersports Series ging das erste Qualifikationsturnier zum Vorentscheid zur diesjährigen Deutschen Meisterschaft (DM) in der Rhöngemeinde über die Bühne. Der Grabfelder Shooting-Star Robert Ebner aus Ottelmannshausen, der im vergangenen Jahr Deutscher Vizemeister wurde, mischte wieder ganz vorne mit. Er wurde Zweiter und schlitterte dabei haarscharf am Sieg vorbei. Dirk Braun aus Winterberg (Nordrhein-Westfalen)- als amtierender Deutscher Meister und Europameister bereits für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und damit außer Konkurrenz gestartet - konnte mit drei Punkten Vorsprung im Gesamtklassement den Cup für sich entscheiden.

Die Zuschauer konnten sich auf dem vor kurzem erweiterten Übungsgelände in Stockheim, das erster offizieller deutscher Trainingsstützpunkt der Stihl Timbersports Series ist, an überaus sehenswerten Wettkämpfen erfreuen. Die Sportler traten jeweils im Zweikampf in den sechs Disziplin der Königsklasse des Sportholzfällens an und lieferten sich spannende Duelle.

Neben Robert Ebner waren mit Sebastian Wappes aus Weisbach und Steffen Graf aus Leutershausen noch zwei weitere Athleten aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld mit von der Partie. Die beiden konnten sich in diesem Wettbewerb jedoch kein Ticket für den Vorentscheid zur DM, der am 28. Juni in Wittlich (Rheinland-Pfalz) ausgetragen wird, sichern.

Der Wettkampftag begann mit dem „Springboard“, bei dem Dirk Braun (1:05.36 Min.) die Nase vor Ebner (1:07.66 Min.) hatte. Auch die zweite Runde ging an Braun. Die „Stock Saw“ ist schließlich eine von Brauns besonderen Stärken – er hält den deutschen und den europäischen Rekord. Ebner ist hingegen deutscher Rekordhalter beim „Standing Block Chop“. In Stockheim lag er zwar mit 22.92 Sekunden deutlich unter seiner Bestzeit, lieferte aber mit Abstand das beste Resultat ab. Braun legte mit der „Single Buck“ (17.78 Sek.) und beim „Underhand Chop“ (24.92 Sek.) wieder zu und Ebner konnte in diesen beiden Wertungsläufen (18.40 Sek. und 24.83 Sek.) seinen Verfolger Wolfgang Kraus aus Regenstauf entgültig abschütteln.

An der „Hot Saw“ legte der Grabfelder mit 7.70 Sekunden noch einmal eine Super-Leistung hin und ließ die Konkurrenz hinter sich. Doch reichte dies nicht mehr, um Braun den Sieg abspenstig zu machen. Braun kam in der Gesamtwertung auf 99 Punkte, Ebner auf 96 und Kraus auf 89 Zähler.

Für den Vorentscheid zur DM haben sich neben Braun, Ebner und Kraus außerdem die Plätze 4 bis neun qualifiziert: 4. Jan Klein (Heidmühlen, Schleswig-Holstein), 5. Werner Brohammer (Hornberg, Baden-Württemberg), 6. Stefan Stark (Gramschatz bei Würzburg), 7.Timo Böckle (Schwaigern/Niederhofen, BW), 8. Markus Dengler (Widdern, BW), 9. Karl Heinz Dengler (Widdern, BW). In Schmalenberg (Sauerland) wird demnächst noch ein Cup für die Qualifikation zum Vorentscheid ausgetragen. Beim Vorentscheid in Wittlich am 28. Juni stellt sich dann heraus, wer zur DM am 9. August in Marburg antreten wird.

Infos zu den Disziplinen

Die Wettbewerbe der Stihl Timbersports Series, wie der Qualifikations-Cup zur Deutschen Meisterschaft, der am Samstag in Stockheim ausgetragen wurde, gliedern sich stets in sechs Disziplinen.

Beim „Underhand Chop“ gilt es auf einem horizontal verankerten Stamm stehend diesen mit der Axt von zwei Seiten zu bearbeiten und zu durchschlagen. Beim „Standing Block Chop“ wird das Fällen eines Baumes simuliert, wobei ein senkrecht verankerter Holzblock von 30 cm Durchmesser so schnell wie möglich von der Seite durchschlagen werden muss. Mit der „Stock Saw“, einer handelsüblichen Motorsäge, müssen von einem waagrechten befestigten 40 cm dicken Holzstamm zwei Scheiben (Cookies) in einer vorgegebenen Stärke mit einem Abwärts- und einem Aufwärtsschnitt abgesägt werden. Eine besondere Herausforderung ist schließlich die „Single Buck“. Mit ihr gilt es, eine Holzscheibe von einem horizontal befestigten Block mit 46 cm Stärke abzusägen. Sägerhythmus und Dynamik sind bei der Handhabung der rund zwei Meter langen Handzugsäge entscheidend. Der sichere Umgang mit der Axt ist ebenso wie Balance und Geschicklichkeit beim „Springboard“, das auch als „Königsdisziplin“ bezeichnet wird, gefordert . Bei dieser Disziplin werden hintereinander zwei Trittbretter (Springboards) in einen senkrecht verankerten Holzstamm platziert. Über die Springboards erklimmt der Sportler die Spitze des Stammes, wo ein Holzblock von 27 cm Durchmesser mit der Axt durchschlagen werden muss.

Höchstleistungen werden den Sportlern auch bei der „Hot Saw“ abverlangt. Es erfordert viel Übung die getunte Motorsäge mit der geballten Kraft von bis zu 62 PS, einer Kettengeschwindigkeit von 240 km/h und einem Gewicht von 27 kg zu beherrschen. Ziel ist es, möglichst schnell drei Holzscheiben in einer definierten Stärke von einem waagerecht verankerten Holzblock (Durchmesser 46 cm) zu sägen. Die Sportler können entweder mit ihrer eigenen Spezialanfertigung antreten oder auf eine, von Stihl gestellte, Hot Saw zurückgreifen. +++


Der letzte Hieb - Jan Klein hat gerade den Block durchschlagen

Sebastian Wappes aus Weisbach konnte sich noch nicht für den Vorentscheid zur Deutschen Meisterschaft, der am 28. Juni in Wittlich (Rheinland-Pfalz) stattfindet, qualifizieren.


Die Besucher des Qualifikations-Cups in Stockheim durften sich einmal an der „Single-Buck“, der großen Einhandzugsäge, betätigen und versuchen, ein „Cookie“ abzuschneiden.

Behielt die Konkurrenz genau im Auge – Favorit Dirk Braun.



Jungstar und Lokalmatador Robert Ebner aus Ottelmannshausen hackte sich ordentlich durch und wurde Zweiter. Der deutsche Vize-Meister hat gute Chancen auch dieses Jahr bei der Deutschen Meisterschaft ganz vorne dabei zu sein.


Auch Phillip Vielwerth (rechts), Leiter des Stockheimer Stihl-Trainingsstützpunktes, und sein Helferteam verfolgten gespannt das Wettkampfgeschehen.

Die Athleten ließen beim Wettkampf (hier in der Disziplin „Stock Saw“) ordentlich die Späne fliegen.



Im Gespräch – Trainingsstützpunkt-Chef Phillip Vielwerth (links) mit dem amtierenden Deutschen Meister und Europameister Dirk Braun, der auch den Cup in Stockheim gewann.

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