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- Fotos: Eckert

30.04.08 - RHÖN

"Großer Gewinn für Radtourismus": Spatenstich für lang geplanten Radweg

"Was lange währt, wird endlich gut“, dieses Sprichwort wurde beim Spatenstich zum Radweg zwischen Unterelsbach und Bastheim mehr als einmal gebraucht. Zu Recht, denn das Projekt wird schon seit über zehn Jahren in den jeweiligen Ratsgremien und der Öffentlichkeit diskutiert. Doch nun ist es endlich soweit, alle bürokratischen Hindernisse sind überwunden und der Bau kann beginnen. Der Spatenstich für den Radweg gehörte für Bastheims scheidenden Bürgermeister Manfred Dietz zu einer seiner letzten Amtshandlungen. Der Stolz, die Freude und Erleichterung war ihm anzusehen. „Wir haben ja so lange diskutiert und geplant“, erinnerte er in seiner Ansprache an die jahrelangen Probleme.

Anlässlich des Spatenstichs habe er in seinen Unterlagen im Bastheimer Rathaus nachgeschaut und festgestellt, dass 1996 zum ersten Mal über den Lückenschluß des Radwegs gesprochen wurde. Mit einem Schmunzeln im Gesicht und der Gewissheit, dass es nun kein Zurück mehr gibt, gab Dietz einige Kostproben aus der Chronologie. Viel sei in der Presse geschrieben worden, es habe interessante Diskussionen in den Ratsgremien und mit der Bevölkerung gegeben und nicht zuletzt viele Leserbriefe.

ZUM FOTO: von links: Bastheims künftige Bürgermeisterin Anja Seuffert, Albrecht Euring (Leiter Simonshof), Hans Wolf (stellvertretender Bürgermeister) und Bürgermeisterin Birgit Erb, Franz Juli (stellvertretender Bürgermeister) und Bürgermeister Manfred Dietz, Kurt Fromm (Bastheimer Bürger) und Landrat Thomas Habermann.

Kompromiss zur Trassenführung gefunden

Ein großes Problem, dass die Gemeinden Bastheim und Oberelsbach über Jahre beschäftigte, sei die Trassenführung gewesen. Varianten wurden vorgeschlagen, geprüft und wieder verworfen. 2001 wurde noch überlegt, ob der Radweg auf dem bestehenden Waldweg zur Schlagmühle nach Unterelsbach führen könnte, dann kam die Alternative mit den Els-Auen ins Gespräch. Immer wieder mussten Umplanungen vorgenommen und neue Kalkulationen erstellt werden. Schließlich musste auch noch nach akzeptablen Lösungen für die Querung des Heimathofes Simonshof gefunden werden. Wie Dietz betonte, habe der gefundene Kompromiss am Ende die Zustimmung aller gefunden.

Finanzierung lange Zeit ein Hindernis

Neben der Trassenführung galt lange Zeit auch die Finanzierung als großes Hindernis. Unzählige Behördengesprächen waren nötig, um die optimale Förderung zu erzielen. Dietz erinnerte auch hier an die verschiedenen Varianten, die zur Diskussion standen und machte deutlich, dass der Bastheimer Gemeinderat von Anfang auf 80-prozentige staatliche Förderung angewiesen war. Erst als sich Landrat Thomas Habermann in die Problematik einschaltete und im Rahmen des „Lückenschlussprogramms“ des Landkreises Gelder frei machte, konnte die Finanzierung sicher gestellt werden.

Nachbargemeinde beteiligt sich an den Kosten

Keine Probleme gab es mit der Nachbarbürgermeisterin Birgit Erb, dankte Dietz seiner Amtskollegin aus der Nachbargemeinde. Schnell seien sie sich über die Kostenbeteiligung einig gewesen. Die Gemeinde Bastheim übernimmt 52 Prozent und die Marktgemeinde Oberelsbach 48 Prozent der Kosten. Die Gesamtkosten des Projektes liegen nun bei 920.300 Euro, wobei auf die Straßenbauarbeiten 696.993 Euro und auf die Brückenbauarbeiten 119.998 Euro entfallen. Die Förderung wird 612.500 Euro betragen, so dass die Gemeinden die Restkosten in Höhe von 307.800 Euro zu tragen haben. Für die Gemeinde Bastheim sind es 190.000 Euro und den Markt Oberelsbach 117.800 Euro.

Radwegübergabe im Herbst?

Bürgermeisterin Birgit Erb freute sich, dass der Spatenstich noch in der Amtszeit von Manfred Dietz stattfinden konnte. Nur durch den gemeinsamen Schulterschluss zwischen Bastheim und Oberelsbach sei es gelungen, am Ende eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Erb dankte allen Beteiligten für die Geduld und die Bereitschaft, die Maßnahme zu unterstützen. Abschließend gab sie ihrer Hoffnung Ausdruck, dass der Radweg im Herbst der Öffentlichkeit übergeben werden kann.

Landrat Habermann über Förderung, Radwege und Transrapid

Landrat Thomas Habermann trieb die Sorge um, der Transrapid könne schneller Wirklichkeit werden als der Radweg zwischen Unterelsbach und Bastheim. Doch diese Sorge erwies sich am Ende als unbegründet, da es nun ja doch noch gelang, Lösungen für alle Probleme zu finden. Habermann konnte sich besonders gut an die Finanzierungsgespräche erinnern. Nachdem die staatliche Förderung für den Radwegebau von 80 auf 60 Prozent zurückgefahren wurde, sei der Landkreis gefordert gewesen, die Gemeinden zu unterstützen, die langsamer waren. Es wurden ein Lückenschlussprogramm aufgelegt, das die staatliche Förderung auf 80 Prozent hob. Mit diesem Programm habe der Landkreis vielen Gemeinden schon unter die Arme greifen können.

"Premiumradweg im Wiesengrund"

Auch wenn die Planungen „teilweise sehr zäh“ gelaufen waren, so seien doch alle Beteiligten stets am Ball geblieben. Ihm selbst sei es ein persönliches Anliegen gewesen, dass der Lückenschluss Realität wird, bekannte Habermann und begründete damit auch sein großes Engagement in den Verhandlungen mit der Caritas, dem Träger des Heimathofes Simonshof. Den Radweg bezeichnete Habermann als „Premiumradweg im Wiesengrund“ und als eine wichtige Erschließung für den Besengau und Oberelsbach. Sein Dank ging an den Heimathof Simonshof für die Kooperation und den künftigen Radlern gab er mit auf den Weg, dass sie sich in Simonshof als Gäste zu verstehen haben. Albrecht Euring, der Leiter des Simonshof, stellte deutlich heraus, dass der Radweg nun zwar nicht direkt durch den Heimathof führe, aber sich noch immer auf Grund und Boden des Simonshof verlaufe. Diese Tatsache sei bisher nicht ausreichend erwähnt worden.

Technische Details

Zu den technischen Details des Radwegs zwischen Unterelsbach und Bastheim gab Robert Zehe vom zuständigen Planungsbüro Zehe Auskunft: Die Baulänge des Radwegs zwischen Unterelsbach und Bastheim beträgt 5.500 Meter. Für die Maßnahme, die in zwei Bauabschnitte eingeteilt ist, sind 9.000 Kubikmeter Erdbewegungen nötig. Die Ausbaubreite des kombinierten Flur- und Radweges beträgt 3 Meter, der reine Geh- und Radweg ist 2,5 Meter breit. Zwei neue Elsbrücken sind notwendig, sie werden in Stahl-Holzbauweise erstellt. Der Lückenschluss im Radwegnetz ist für den Experten vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) Jochen Heinke, ein "großer Gewinn für den Radtourismus in der Rhön". Nachdem abzusehen war, dass die Realisierung des Vorhabens in greifbare Nähe rückt, wurde der Weg bereits vor zwei Jahren offiziell in die Radwegebeschilderung des Elstalradweges aufgenommen, der an der Hochrhönstraße beginnt und bis nach Unsleben führt. Seit einem Jahr ist der Weg auch Bestandteil des Hochrhönradweges, der vom Bahnhof in Fulda bis nach Bad Neustadt führt.

Wenn dann auch einmal der weitere Radweg von Bastheim nach Wollbach und weiter nach Bad Neustadt realisiert ist, sei diese Verbindung ein wunderschönes Angebot für den Radtouristen. Das Brendtal, das Streutal und das Elstal sind dann auf familienfreundlichen Radwegen gut zu erreichen und miteinander verbunden. „Wir sind dann sehr gut ausgestattet“, so Heinke. Dem Radtourismus in der Rhön habe es sehr gut getan, dass der Landkreis und die Gemeinde zu Investitionen bereit waren. (me) +++

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