23.12.14 - Mit gemischten Gefühlen machten sich die Lauterbacher Luchse am vergangenen Freitag auf den Weg nach Dortmund. Wohlwissend, dass mit den Eisadlern der ungeschlagene Spitzenreiter der Eishockey Reginalliga West auf die Luchse wartete. Zudem musste Coach Roger Nicholas auch noch die Ausfälle der Topverteidiger Hilgenberg, Obernesser und Grund, sowie Stürmer Manuel Six verkraften, die allesamt berufsbedingt passen mussten. Der wohl schmerzlichste Ausfall für die Luchse dürfte der von Goalie Jan Obernesser sein. Er hatte sich unter der Woche im Training erneut eine schwere Muskelverletzung zugezogen und wird die nächsten Wochen ausfallen. Zudem ist mit Sebastian „Quack“ Grunewald auch der zweite Goalie der Luchse seit Wochen angeschlagen und konnte nur eingeschränkt trainieren.
Am Ende kam dann aber alles ganz anders als von vielen im Vorfeld erwartet. Mit einer sechzigminütigen Glanzleistung, brachten die Luchse den Ligaprimus mächtig ins Wanken. Erst im Penaltyschiessen mussten sich die Luchse den Eisadlern geschlagen geben und entführten einen nicht unbedingt erwarteten Punkt aus Dortmund. Für die Eisadler war dies erst der zweite Punktverlust überhaupt, in der laufenden Saison. Die Luchse bestimmten von Beginn an das Spiel gegen den Spitzenreiter und erspielten sich gleich zu Beginn großartige Einschussmöglichkeiten. Den ersten Treffer erzielten allerdings die Gastgeber, durch einen unhaltbaren Schlagschuss in der 6. Spielminute. Als Lauterbachs Miro Hantak für zwei Minuten in die Kühlbox musste, hatte Dortmund die große Gelegenheit, die Führung weiter auszubauen. Doch daraus wurde nichts, im Gegenteil.
Der quierlige Stürmer Jens Feuerfeil luchste einem Dortmunder Abwehrspieler die Scheibe ab und verwandelte unnachahmlich zum Ausgleich. Als dann Ersatzkapitän Benni Schulz kurz darauf die Luchse erstmals verdient in Führung brachte, durfte jedem der anwesenden Zuschauer klar geworden sein, dass die Luchse an diesem Abend nur schwer zu knacken sind. Der vielumjubelte Dortmunder Ausgleich fiel dann aber doch noch. Vier Minuten vor Ende des 1. Drittels, musste der starkaufspielende Sebsatian Grunewald erneut hinter sich greifen. Mit einem für die Gastgeber etwas schmeichelhaften Unentschieden, ging es dann erstamls in die Pause.
Mit mächtig Wut im Bauch, kamen die Dortmunder zurück aufs Eis. Mit aller Macht wollten die Eisadler die drohende Heimniederlage verhindern. Mit drei schnellen Toren, gleich zu Beginn des Mitteldrittels, schien dies auch zu gelingen. Innerhalb von fünf Minuten machten die Gastgeber aus einem 2:2, eine 5:2 Führung. Wer nun dachte, dass war es dann, wurde eines Besseren belehrt. Die Luchse wischten sich kurz den Mund ab und schlugen gnadenlos zurück. In Überzahl verwandelte Nils Vogel einen Abpraller von Miro Hantak, um auf 3:5 zu verkürzen. Nur eine Minute später schlug erneut Stürmer Benni Schulz zu. Mit einem platzierten Schuss ins kurze Eck, ließ er dem starken Torwart der Eisadler keine Abwehrchance. Doch es sollte noch besser kommen. In der 32. Spielminute schnappte sich der slowakische Sturmtank Miro Hantak den Puck, vernaschtedie komplette Dortmunder Hintermannschaft und vollendete seinen Auftritt mit einem sehenswerten Treffer zum Ausgleich für die Luchse. Den Schlusspunkt unter ein tolles Drittel beider Mannschaften, setzte dann Nils Vogel. Er fälschte einen Schuss von Verteidiger Marko Filip unhaltbar ab und brachte sein Team zum zweiten Mal in Führung.
Das letzte Drittel sollte dann nochmal Spannung pur bieten. Dortmund drängte auf den Ausgleich, die Luchse verteidigten geschickt und setzte immer wieder zu gefährlichen Kontern an. Chancen auf beiden Seiten, im Fokus die beiden Goalies. In der 49. Spielminute sollte es dann aber doch noch passieren. Dortmund schaffte den Ausgleich. Die Luchse steckten danach aber nicht auf, sondern versuchten ihrerseites erneut in Führung zu gehen und das hätte auch kurz vor Ende fast noch geklappt. Nur um Zentimeter verfehlte ein Schuss von Benni Schulz das Gehäuse der Eisadler. Weitere Treffer sollten dann aber nicht mehr fallen. Unentschieden nach sechzig Minuten, ein Punkt sicher, wer hätte das im Vorfeld erwartet. „Klar freuen wir uns über den erkämpften Punkt, doch wenn du so kurz davor bist, den ungeschlagenen Tabellenführer zu besiegen, dann ärgert man sich schon ein bisschen, dass es nicht zum Sieg gereicht hat“, so Stürmer Jens Feuerfeil nach dem Spiel. Im anschließenden Penaltyschiessen war das Glück dann auf Seiten der Eisadler. Während für die Luchse nur Benni Schulz verwandelte, trafen die Dortmunder zweimal und sicherten sich somit den Extrapunkt in einem wahren Spitzenspiel.
Aufstellung der Luchse:
Tor: Sebastian Grunewald
Abwehr: Marko Filip, Sven Naumann, Daniel Hornivius, Dennis Klinge
Sturm: Jens Feuerfeil, Miroslav Hantak, Benjamin Schulz, Nils Vogel, Lars Metzendorf, Constantin Schneider, Mario Kreuz, Matthias Matysek, Nils Feustel
Statistik des Spiels:
1:0(6.) Gose; 1:1(9.) Feuerfeil; 1:2(11.) Schulz (Kreuz); 2:2(16.) Bergstermann; 3:2(21.) Kuntu-Blankson; 4:2(23.) Gose; 5:2(24.) Wichern; 5:3(26.) Vogel (Hantak); 5:4(27.) Schulz (Filip, Hantak); 5:5(32.) Hantak (Schulz, Feuerfeil); 5:6(35.) Vogel (Filip, Feuerfeil); 6:6(49.) Bitter
Strafzeiten: Dortmund 14 - Lauterbach 8 +++