BISCHOFSHEIM. Florian Reder und Tobias Schneider sind in diesem Jahr das offizielle Bischofsheimer Team beim Rennen „Trans Germany“, das vom 1. bis 7. Juni von Erbach im Odenwald nach Seiffen im Erzgebirge führt. Bischofsheim wird am Montag, 2. Juni Gastgeber des Bike-Events sein. Bürgermeister Udo Baumann hofft, dass das Event heuer wieder so gut wie im Vorjahr angenommen wird. Für Bischofsheim halten mit Florian Reder (Haselbach) und Tobias Schneider (Oberweißenbrunn) je ein Fahrer aus dem RWV Haselbach und dem WSV Oberweißenbrunn die Fahne hoch. „Ich hoffe euer Training passt und ihr könnt mithalten“, ermunterten Baumann die beiden Mountainbiker. „Es ist sicherlich ein tolles Erlebnis bei der Trans Germany einmal mitzufahren“, meinte Baumann weiter.
Florian Reder (22) und Tobias Schneider (26) konnten den Bürgermeister beruhigen und versicherten ihm, dass sie nicht nur gut im Training stehen sondern seit Fasching auf Bier verzichten.
Das Foto zeigt: Florian Reder (zeiter von links) und Tobias Schneider (zweiter von rechts). Die zwei jungen Biker treten bei der Trans Germany offiziell für den Etappenort Bischofsheim in die Pedale. Bürgermeister Udo Baumann (links) und Bischofsheimes Tourismusreferent Gerhard Nägler (rechts) drücken den beiden die Daumen.
Bereits im vorigen Jahr nahm Florian Reder an der Trans Germany teil, baut also auf einen Erfahrungsschatz auf, auf den sich sein Teamkollege verlassen kann. „Durchkommen“, ist für die beiden das angepeilte Ziel. Im Vorjahr hatte Reder mit seinem Teamkollegen aus der hessischen Rhön, Julian Stumpf, viel Glück. Sie hatten auf den 800 Kilometern keinen technischen Ausfall, keinen Plattfuß und auch sonst keine schwerwiegenden Probleme. „So soll es heuer auch wieder sein“, sagte Florian Reder.
Wenn er sich an das vorige Jahr zurück erinnert, kommen ihm fast ausschließlich die positiven Gefühle und Eindrücke in den Sinn. „An die Strapazen kann ich mich kaum noch erinnern“, dennoch gab er zu, dass es streckenweise ein ganz schöne „Schinderei“ war. „Es hat Spaß gemacht, sich da durch zu quälen.“ Scheinbar muss man sich gerne quälen können, denn auch Tobias Schneider gab zu, dass sich auf dem Mountainbike doch gerne quäle.
Mountainbiken ist das große Hobby von Tobias Schneider, er wollte schon im vorigen Jahr gemeinsam mit Florian Reder an der Trans Germany teilnehmen, konnte dann aus beruflichen Gründen nicht freinehmen. In diesem Jahr ist es nun soweit, der 26-jährige Soldat hat sich gut vorbereitet, zig Trainingseinheiten absolviert und fühlt sich fit für die siebentägige Strapaze von Erbach im Odenwald nach Seiffen im Erzgebirge.
Gut 1.800 Kilometer hat Tobias Schneider „auf der Rolle“, einer Art Hometrainer für Profis, im Gelände und mit Joggen absolviert. Florian Reder liegt mit gut 1.300 Kilometer etwas dahinter, gab aber zu, dann es sich bei diesen Zahlen um das doppelte Trainingspensum des Vorjahres handele. Auf jeden Fall fühlen sich die beiden Sportler gut vorbereitet. „Ich denke, dass ich das gut meistern werde“, zeigte sich Schneider zuversichtlich.
Gemeinsame Trainingseinheiten haben Tobias Schneider und Florian Reder kaum absolviert, sie hoffen ganz einfach mal, dass sie auch auf dem Bike gut miteinander harmonieren. Klar ist jedoch schon, dass Tobias bergauf der stärkere Kandidat ist. „Ich hoffe, er zieht mich etwas mit“, sagte Florian Reder mit einem Schmunzeln, er gilt dagegen als der technisch Versiertere, was bei Abfahrten zum Vorteil werden könnte.
Eine Strategie für das Rennen gibt es nicht. „Wir wollen gut durchkommen und nicht Kopf und Kragen riskieren“, sagte Florian Reder. Im Vorjahr habe er sich vorgenommen, gleich zu Beginn Tempo zu machen, sich an eine starke Gruppe anzuhängen, doch bei Hunderten Zweier-Teams sei das nicht machbar gewesen. „Wir legen einfach los und schauen was geht“, beschrieb Reder die Taktik für dieses Jahr.
Auf jeden Fall möchte das Bischofsheimer Duo am dritten Tag, bei der Ankunft vor heimischem Publikum, einen guten Eindruck machen will. „Wir versuchen, uns gut zu verkaufen“, verspricht Florian Reder. Wenn er sich an voriges Jahr erinnert, beginnen seine Augen zu leuchten. „In so einem Tempo bin ich noch nie von Unterweißenbrunn zum Marktplatz gefahren.“ Ab Unterweißenbrunn haben die Menschen gestanden und die Radler angefeuert, dieses „gigantische“ Gefühl möchte er heuer noch einmal erleben. Tobias Schneider freut sich schon am meisten auf das Bier am Ende der Tour, denn immerhin verzichte er seit Fasching auf diesen Genuss.
Im vorigen Jahr waren gut 800 Kilometer zu bewältigen, heuer wurde die Strecke aufgrund von Problemen bei der verkehrsrechtlichen Genehmigung um eine Etappe verkürzt. Die Trans Germany 2008 wird nun folgendermaßen aussehen: Start ist am 1. Juni in Erbach im Odenwald über 657 Kilometer zieht sich die Strecke durch die Orte Frammersbach, Bischofsheim, Oberhof, Bad Steben, Schöneck, Oberwiesenthal und bis zum Zielort Seiffen.
„Wovor habt ihr Angst oder Respekt“, wollte Bischofsheims Tourismusreferent Gerhard Nägler von den beiden Sportlern wissen. „Stürze, technische Defekte“, war das erste, was Florian Reder einfiel. Respekt habe er vor den Steigungen, wie am Kreuzberg oder der Hohen Geba. Allerdings habe er nichts extra auf den Teilstücken um Bischofsheim trainiert. „Das ist nicht notwendig, Steigungen gibt es überall.“ Abschließend wünschte Bürgermeister Udo Baumann dem Bischofsheimer Team ein unfallfreies Durchkommen. Sein Dank galt den Vereinen, WSV Oberweißenbrunn und RWV Haselbach, die auch heuer wieder die Stadt Bischofsheim unterstützen werden.
Für Tourismusreferent Gerhard Nägler ist die Trans Germany ein tolles Werbeevent für Bischofsheim. Aufgrund der Tatsache, dass Bischofsheim ein Etappenort ist, wird das Rhönstädtchen im Fachmagazin Bike bundesweit beworben. Die Ankunft der Rennfahrer wird am 2. Juni in Bischofsheim mit einem großen Fest rund ums Thema Rad auf dem Marktplatz gefeiert. (me, Foto: Eckert) +++