FREIENSTEINAUVogelsbergauswahl - Eintr. Frankfurt 1:12 (1:8)

1.800 Fans bei Testspiel begeistert - Nach Schaaf-Rücktritt keine Nerven

27.05.15 - Mit ausgebreiteten Schwingen landeten am Dienstagabend die Adler auf dem Vulkan: Vor 1.800 Fußballfans gab sich Bundesligist Eintracht Frankfurt ein Stelldichein in Freiensteinau, wo die südhessischen Kicker in einem Freundschaftsspiel auf eine Auswahl von Vogelsberger Fußballern um den KSC Volkartshain/Völzberg e.V. trafen. Während die Gäste auf dem Rasen dominierten und in unspektakulärer Manier standesgemäß mit 12:1 (8:1) siegten, war bereits sechs Stunden zuvor der Vulkan in der Mainmetropole eruptiert: Frankfurts Trainer Thomas Schaaf hatte nach internen Querelen überraschend das Handtuch geworfen und seinen ursprünglich noch bis Juni 2016 laufenden Vertrag auf eigenen Wunsch vorzeitig aufgelöst.

Die Eintracht-Spieler, die diese Nachricht sicherlich noch nicht verdaut hatten, verhielten sich wie echte Profis: Kein Kommentar zum Rücktritt ihres Trainers – stattdessen dominierte die Freude am „Tanz auf dem Rasen“. Betreut wurde das Team, das sowohl auf dem Platz als auch am Spielfeldrand einen sympathischen Auftritt hinlegte, in Freiensteinau von Co-Trainer Wolfgang Rolff. Bester Torschütze war Jungprofi Joel Gerezgiher mit vier Treffern, dicht gefolgt von Nachwuchsstürmer Enis Bunjaki, der dreimal einnetzte. Als Schwarm des Abend entpuppte sich – wie nicht anders zu erwarten – Torhüter Kevin Trapp, der sich nach dem Schlusspfiff vor Autogrammjägern kaum retten konnte. Einziges „Manko“ des Eintracht-Keepers war, dass er in der 21. Minute einmal hinter sich greifen musste, nachdem er leichtfertig gegen Martin Hämel einen Strafstoß verursacht hatte, den Julian Granobles vom SV Fischborn eiskalt verwandelte. Zudem muss „Trappo“ eindeutig noch an seinen Torjägerqualitäten arbeiten: In der letzten halben Stunde als Stürmer eingesetzt, wollte ihm trotz größter Bemühungen seiner Mitspieler kein Tor gelingen.

Klar, dass der Schaaf-Rücktritt vor und während des Spiels ein heißdiskutiertes Thema unter den Eintracht-Anhängern war. „Ich habe irgendwie damit gerechnet“, sagte Stefan aus Grebenhain. „Allerdings hat Thomas Schaaf im Verlauf der Saison nichts verkehrt gemacht. Versaut hat das Ganze eindeutig Vorstand Axel Hellmann. Ich hoffe, die kriegen sich im Vorstand wieder ein.“ Lukas aus Lauterbach meinte: „Das stimmt mich richtig traurig. Diejenigen, die hinter den Kulissen gegen Thomas Schaaf geschossen haben, sind schuld.“ Marcus aus Tann sah die Sache ähnlich: „Die Diva vom Main ist wieder da! Wobei es besser ist, jetzt einen Schlussstrich zu ziehen als mitten in der Saison.“ Arno vom EFC Vogelsbergadler 1984 e.V. kommentierte den Paukenschlag aus Frankfurt folgendermaßen: „Das ist für mich eine Riesen-Überraschung. Ich hatte nach dem Ausgang des letzten Spiels gegen Leverkusen nicht damit gerechnet. Aber wir Fans werden die Interna wohl nie erfahren.“

Eine alltägliche Partie stellte das Freundschaftsspiel wohl für keinen der Beteiligten dar: weder für die Gastgeber, die das Event ihrer Vereinsgeschichte stemmen mussten, noch für die Gäste aus Frankfurt, die den Abgang ihres Trainers zu verarbeiten hatten. So schnell vergessen werden dieses Aufeinandertreffen in Freiensteinau weder der KSC Volkartshain/Völzberg e.V. noch die Jungs und die Fangemeinde von Eintracht Frankfurt: Für die einen war es das Spiel ihres Lebens; für die anderen ein weiterer Eintrag in die Annalen der Diva vom Main: „Der Tag, an dem Thomas Schaaf der Eintracht aus Frankfurt den Rücken kehrte.“ (Stefanie Harth) +++


STATISTIK: 

Vogelsbergauswahl
: Görgner; Ortwein, S. Sill, Dietz, Kremer, N. Fischer, Zimmermann, Schuster, Hämel, Granobles, Mulfinger, D. Schneider, Papsch, Meinhart, Oechler, Fehl, Röhrich, Schultheis, Herchenröder, Kreller-Beetz, Brand, Fischer, Ruhl, Stribny, S. Peppel, K. Peppel, Dömel, Langlitz, J. Sill

Eintracht Frankfurt: Trapp; Inui, Djakpa, Madlung, Flum, Waldschmidt, Kinsombi, Gerezgiher, Rösler, Rinderknecht, Bunjaki, Balayev, Russ, Oczipka, Ignjovski

Schiedsrichter: Sebastian Betz (Bad Soden)

Tore: 0:1 Joel Gerezgiher (3.), 0:2 Luca Waldschmidt (7.), 0:3 Joel Gerezgiher (7.), 0:4 Luca Waldschmidt (11.), 0:5 Enis Bunjaki (19.), 1:5 Julian Granobles (21., Foulelfmeter), 1:6 Joel Gerezgiher (24.), 1:7 Alexander Madlung (37.), 1:8 Joel Gerezgiher (43.), 1:9 Johannes Flum (52.), 1:10 David Kinsombi (81.), 1:11 Enis Bunjaki (86.), 1:12 Enis Bunjaki (89.)

Zuschauer: 1.800. +++


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