Einen grandiosen Empfang bereitete Bischofsheim den Teilnehmern der zweiten Bike Trans Germany, die in diesem Jahr von Erbach im Odenwald bis in den Kurort Seiffen führt. Bischofsheim war auch heuer wieder Etappenort und zeigte sich bei strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite. Nach der Schlammschlacht im vorigen Jahr war das Wetter heuer geradezu ideal, um die rund 200 Biker-Paare zu begrüßen.
Es war die zweite Etappe der Trans Germany, die von Frammersbach im Spessert über Burgsinn, Schondra, den Guckaspass und den Kreuzberg nach Bischofsheim führte. Start war am Morgen um 9 Uhr in Frammersbach. Zunächst ging es auf dem Eselsweg gen Nordosten und weiter durch das einsame Schondratal in die Rhön. Auf Schotterwegen nahmen die Biker den Guckapass in Angriff, um dann, nach einer kurzen Abfahrt, den Kreuzberg zu erklimmen. Ein toller Fernblick eröffnete sich vor den Mountainbikern, den sie wohl nur am Rande genießen konnten. In einer schwierigen Trailabfahrt ging es dann hinab zum Etappenziel nach Bischofsheim. Die Schnellsten hatte das Ziel in gut drei Stunden erreicht.
Schweißüberströmt und glücklich strahlend kamen die Mountainbiker in den Zielbereich am Bischofsheimer Marktplatz und das Publikum bereitete ihnen einen überschwänglichen Empfang. Jubelrufe, schwingende Karton-Hände und ein ohrenbetäubendes Ratschen-Orchester bot die perfekte Kulisse für den Endspurt der Trans-Germany-Teilnehmer.
Im Ziel gab es dann die ersehnte Abkühlung. Nach 82,89 Kilometer Gesamtstrecke, 2.050 Höhenmetern und dem Kreuzberg als maximale Erhebung mit 934 Meter konnten die Teilnehmer sich erfrischen, durchschnaufen, erste Interviews für die Fans und Autogramme geben.
Einen prominenten Ausfall gab es gleich am ersten Tag. Der Biathlet Andreas Birnbacher musste nach einem Sturz aus dem Rennen aussteigen. Der mehrfache Olympiasieger Michael Greis wird die restlichen Etappen nun alleine bestreiten. In Bischofsheim wurde er jubelnd begrüßt und von den Schulkindern, die zur Zielankunft Schulfrei bekamen, dicht umlagert.
Doch Greis war nur einer der Favoriten, der dicht umlagert und freudig umjubelt wurde. Bischofsheim präsentierte sich als echte Mountainbiker-Stadt. Es wurden alle Teilnehmer, ob prominent oder unbekannt, ob Einheimischer oder internationaler Starter genauso herzlich empfangen. Der Marktplatz war komplett gesperrt, in einer Bike-Expo gab es umfassende Informationen zu Wissenswertem rund um den Mountainbike-Sport. Im Schatten der großen Schirme lagerten sich die Sportler und Zuschauer, labten sich an Bier, kühlen Getränken und stärkten sich vor allem mit kohlehydratreicher Kost. Ein Massageservice vor Ort vertrieb Muskelkrämpfe und Verspannungen. Die Helfer des RWV Haselbach hatten alle Hände voll zu tun, die Teilnehmer mit Getränken und einer kleinen Stärkung zu verköstigen, das war quasi Dauerstress.
Die schnellsten Einheimischen waren Martin Voigt (Wildflecken) und Felix Reidelbach (Oberbach), die für den WSV Oberweißenbrunn am Start sind.
„Grandios“, schwärmte Felix Reidelbach im Ziel. Der Stolz, dass sie das schnellste Bischofsheim-Team waren, stand beiden ins Gesicht geschrieben. Sie hatten schon am Vortag auf das offizielle Bischofsheimer Team mit Florian Reder (RWV Haselbach) und Tobias Schneider (WSV Oberweißenbrunn) eine gute Viertelstunde Vorsprung. Auf der Etappe von Frammersbach nach Bischofsheim konnten sie noch mehr herausfahren. „Wir sind sensationell unterwegs“, kommentierte Martin Voigt. Es sei schon ein tolles Gefühl, wenn man durch die bekannten Orte fahre und allenthalben angefeuert werde. Von Frammersbach bis Bischofsheim haben die Schul- und Kindergartenkinder und die Bevölkerung die Strecke gesäumt. In den einzelnen Ortschaften um den Kreuzberg wurden sie sogar mit Namen angefeuert. „Das motiviert doch sehr“, sagte Martin Voigt. „Ihr habt die Rhön würdig vertreten“, wurden ihnen aus dem Publikum zugerufen.
Genauso würdig vertreten haben Florian Reder und Tobias Schneider Bischofsheim und die Rhön. Bürgermeister Udo Baumann war einer der ersten, der sie ihm Zielbereich beglückwünschte. Tobias Schneider sprühte vor Energie, topfit fühle er sich, die Etappe sei prima zu bewältigen gewesen. Unterwegs habe er sogar noch Zeit gefunden, seinem Freund, Oliver Eisenmann, eine SMS zu tippen und ihn über den Stand der Dinge zu informieren.
Florian Reder fühlte sich weniger euphorisch. „Mir ist es einfach zu heiß. Ich hätte gerne wieder den Schlamm und Matsch vom vorigen Jahr“, bekannte er frei heraus. Beide Sportler wurden von ihren Familien und Freunden in Empfang genommen. Nach dem ersten Jubel und den Fotos fürs Familienalbum, war Ausruhen angesagt.
Am Abend trafen sich alle Teilnehmer zur großen Siegerehrung im Feuerwehrhaus, die damit verbundene Pasta-Party war die Gelegenheit, ein weiteres Mal die Kohlehydrat-Speicher aufzufüllen. (me) +++