Die Gremien des Deutschen Tischtennis-Bundes haben am vergangenen Wochenende ihrer Ansicht nach "wichtige zukunftsweisende Beschlüsse" für die nächste Saison der Deutschen Tischtennis Liga getroffen. So gab es grünes Licht für das von Liga- und Leistungssportausschuss beantragte neue Spielsystem. Das "DTTB-System" fand die erforderliche Mehrheit unter den Delegierten und wird ab der Spielzeit 2008/09 in der Deutschen Tischtennis Liga, im Ligapokal und in der 1. Damen-Bundesliga zur Anwendung kommen.
Das neue System
Ab der kommenden Saison wird in der DTTL nach folgendem Modus gespielt: Ein Team besteht aus drei Spielern, die vor Spielbeginn benannt werden. Im Doppel, das die fünfte Partie einer Begegnung sein wird, kann jede Mannschaft einen zusätzlichen Akteur einsetzen. Dies ermöglicht den Klubs den regelmäßigen Einsatz eines vierten Spielers. Die Mannschaftsaufstellung ist frei wählbar. Die Bekanntgabe des Doppels erfolgt unmittelbar nach dem Ende des letzten Einzels. Gespielt wird bis zum dritten Punkt für ein Team auf drei Gewinnsätze. Unentschieden sind künftig nicht mehr möglich. Es geht knallhart um Alles oder Nichts, um Sieg oder Niederlage. Der Ablauf: 1. Spieler A1 – B 2, 2. A2 – B1, 15 Minuten Pause, 3. Spieler A3 – B3, 4. A1 – B1, 5. Doppel A2/A3 oder A2/A4 oder A3/A4 gegen B2/B3 oder B2/B4 oder B3/B4.
Transparentes Spielsystem
Heike Ahlert, Vizepräsidentin Leistungssport des DTTB, erläuterte die Überlegungen, die zu dem richtungsweisenden Beschluss führten. "Das Spielsystem muss für den Zuschauer transparent sein. Die Partie kann nicht ein Spitzenspieler allein entscheiden. Der dritte Spieler soll regelmäßig Einzeleinsätze erhalten. Dem Doppel soll eine gehobene Bedeutung zukommen. Es muss mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zum Topspiel der beiden Spitzenspieler kommen. Berücksichtigt wurde auch, dass es kein komplett neues Spielsystem sein sollte. So ist das DTTB-System die Modifizierung von Olympia- und WM-System. Es soll in der kommenden Saison ausprobiert und bei guten Ergebnissen auch der ITTF als mögliches Spielsystem auf internationaler Ebene vorschlagen werden. Die kommende Spielzeit betrachten wir als Testsaison für das System.“
Neue Setzung
Die Übernahme des neuen Spielsystems wurde auf Antrag des Ligaausschusses auch auf die Deutsche Pokalmeisterschaft der Herren übertragen, bei der anhand der Weltranglistenposition der einzelnen Mannschaftsmitglieder auch eine neue Setzung im Viertelfinale vorgenommen wird. Durch die neue Setzung soll ermöglicht werden, dass spielstarke Mannschaften frühestens in der Runde der letzten Acht aufeinander treffen. Die neuen Mitglieder des Ligaausschusses, seit dem 16. April 2008 im Amt, waren bereits am Samstag von der Bundeshauptversammlung einstimmig bestätigt worden: Andreas Preuß als Vorsitzender, Michael Müller als sein Stellvertreter sowie Beisitzer Karl Kamps.
"Absolut zufrieden"
Überaus zufrieden zeigten sich die Repräsentanten der Liga nach den Entscheidungen von Frankfurt. Andreas Preuß: "Wir sind absolut zufrieden, alle Anträge sind durch, die Liga hat alle Ziele erreicht. Wir sind wirklich auf einem guten Weg." Karl Kamps pflichtete ihm bei: "Ich freue mich sehr, dass die Anträge des Ligaausschusses große Unterstützung fanden und bin zuversichtlich, dass die Gremien des DTTB die Weiterentwicklung der DTTL und der Bundesligen mit Engagement unterstützen".(Foto Archiv: Hendrik Urbin)+++