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Lauterbach, Mücke und Homberg voll belegt - Entlastung der Ehrenamtlichen
05.11.15 - In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sind im Vogelsbergkreis weitere 269 Flüchtlinge eingetroffen, wie das Landratsamt berichtete . In der Zeit zwischen 22 Uhr am Abend und 4 Uhr früh trafen mehrere Kleinbusse ein. Die meisten Flüchtlinge, die zuvor alle bereits im hessischen Erstaufnahmelager Gießen waren, wurden in Lauterbach in der Großsporthalle an der Wascherde untergebracht und versorgt, etwa 50 wurden nach Alsfeld gefahren. Inzwischen sind damit die Notunterkünfte, die der Landrat aufgrund des Einsatzbefehls des Innenministers eingerichtet hatte, fast vollständig belegt.
Als „zu 100 Prozent belegt“ wurden nun Lauterbach, Mücke und Homberg gemeldet. Gegenwärtig sind 814 Kriegsflüchtlinge im Vogelsbergkreis – zusätzlich zu den wöchentlichen regulären rund 40 Zuweisungen – untergebracht. In Homberg und Mücke sind die Zahlen seit einer Woche unverändert: 231 und 114. In Lauterbach befinden sich 324 Flüchtlinge, in Alsfeld in der Großsporthalle sind es 145. Der größte Anteil der Flüchtlinge kommt aus Syrien und Afghanistan. 30 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder.
Über 50 Kinder und Jugendliche sind ohne Begleitung ihrer Eltern im Vogelsberg angekommen – sogenannte „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ – um sie kümmert sich das Jugendamt in der Kreisverwaltung. In der Nacht waren in Lauterbach und Alsfeld 80 Einsatzkräfte im Dienst, davon etwa 35 von DRK und Bergwacht. Insgesamt sind an den vier Standorten rund 120 Einsatzkräfte im Dienst, davon 25 Soldaten der Bundeswehr und 25 Dolmetscher.
Rasche Entlastung der Ehrenamtlichen
Landrat Görig rechnet kurzfristig mit der zugesagten Übernahme aller vier Einrichtungen durch die DRK-Kreisverbände Fulda (betrifft Lauterbach und Alsfeld) und Gießen-Marburg (betrifft Mücke und Homberg). Das Ziel der hauptamtlichen Übernahme durch das Deutsche Rote Kreuz auf der Grundlage einer vertraglichen Beauftragung durch das Land Hessen ist die rasche Entlastung der vielen Ehrenamtlichen, die nun bereits seit vier Wochen im Einsatz sind und „oft über ihre Grenzen gegangen sind, um die immense Aufgabe im Auftrag des Landes Hessen zu meistern“, so Landrat Görig in der jüngsten Pressemitteilung.
Landrat Görig dankt erneut den Ehrenamtlichen von DRK, Feuerwehr, THW, Bergwacht, den vielen Dolmetschern („ohne die könnte gar nichts laufen“) sowie den vielen Unterstützern aus der Bürgerschaft und auch dem „hochengagierten Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung“. Nach Görigs Angaben waren zu Spitzenzeiten während des Stabseinsatzes über 50 Angestellte und Beamte in die Abläufe einbezogen – und sind es zum Teil noch. Sein Dank gilt auch der „höchst zuverlässigen Unterstützung“ durch die rund 30 Bundeswehr-Soldaten, der guten Arbeit der Polizei und der guten Kooperation mit den Rathäusern in Lauterbach, Alsfeld, Homberg und Mücke im Zusammenhang mit den Notunterkünften.
Ärzteteam des RP untersucht die Vogelsberger Flüchtlinge in Homberg
Am Freitag, 6. November, führt das Ärzteteam der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung beim Regierungspräsidium Gießen in der Stadthalle in Homberg/Ohm die vorgeschriebene medizinische Untersuchung für alle rund 800 Flüchtlinge durch, die in Homberg, Mücke, Lauterbach und Alsfeld untergebracht sind.
Bürgertelefone in den Stadtverwaltungen
Für Fragen rund um Unterstützungsmöglichkeiten vor Ort stehen die Bürgertelefone in den Stadtverwaltungen zur Verfügung. Bürgerinnen und Bürger die helfen, spenden oder anderweitig ihre Unterstützung anbieten, finden dort ihre Ansprechpartner. Hier können Bürgerinnen und Bürger ihre Hilfsangebote nennen. Das betrifft ausdrücklich nicht nur die aktuell zusätzlich zugewiesenen Kriegsflüchtlinge, sondern auch die „regulär“ rund 900 bereits im Vogelsbergkreis wohnenden Asylbewerber, die in 14 von 19 Kommunen untergebracht sind.+++