„Die Teilnahme war überwältigend“, konnte Rektor Erich Schmitt am Sonntagmittag zum Ende des 24-Stunden-Laufs für Tansania erfreut feststellen. Auch wenn man die gesteckte Zielmarke von 7.000 km - diese Strecke entspricht der Luftlinie von Ostheim nach Tansania - nicht erreicht hat, waren die Verantwortlichen der Grundschule und des TSV Ostheim sehr zufrieden. Läufer aus allen Altersschichten - Kinder, Hobby- und Profiläufer - haben die gute Sache unterstützt und insgesamt nach vorläufiger Schätzung vom Montagmorgen rund 5.000 Kilometer „erlaufen“. Damit liegt man auf jeden Fall deutlich über dem Vorjahresergebnis von 4.315 Kilometer.
Schon am Samstagmittag zum Start der Benefizveranstaltung, mit deren Erlös man wieder Kinder- und Jugendprojekte in Tansania fördern möchte, war reger Betrieb auf dem Schulgelände. Auch einige Besucher des gleichzeitig stattfindenden Flohmarktes der Förderschule entschlossen sich spontan dazu, einige Runden um das Schulareal zu drehen oder gaben eine Spende. Dass der Lauf dieses Jahr in den Rhön-Grabfeld-Cup eingebunden war, lockte zusätzlich Laufbegeisterte an. Auch aus der weiteren Umgebung, unter anderem aus Ramsthal waren Sportler gekommen.
Die Oma als Sponsor
Jeder Teilnehmer war aufgerufen, sich im Vorfeld einen Sponsor zu suchen, der ihm für jeden zurückgelegten Kilometer einen frei wählbaren Geldbetrag zusicherte. Das Feld der Förderer war groß. „Meine Oma ist mein Sponsor“, war oft von den jungen Lauffreunden zu hören. Neben Großeltern, Eltern, Tanten und Onkels fungierten auch zahlreiche Unternehmen als Geldgeber. Und es gab auch Teilnehmer, die kurzerhand selbst zum Sponsor wurden.
Ob Laufen, Walken oder einfach nur Gehen - nicht die Geschwindigkeit, sondern die zurückgelegte Strecke war beim 24-Stunden-Lauf entscheidend. Um eine Übersicht über die erlaufene Strecke zu erhalten, bekam jeder Teilnehmer eine Laufkarte, auf der die absolvierten Runden vermerkt wurden. Neben der rund 500 Meter langen Schulrunde, die um das Schulzentrum herumführte, wurden im Laufe des Samstag auch noch geführte Touren über 5, 8, 10, 14 und 20 Kilometer rund um Ostheim angeboten.
Neben Einzelläufern waren auch Gruppen und Vereine mit dabei, wie zum Beispiel die Läufer von TSV Ostheim, Hausen und Hollstadt, die die 24 Stunden beim Wort nahmen und nahezu ständig auf den Beinen waren. Viele nutzten die Gelegenheit, in der Schulturnhalle, die sich von Samstag auf Sonntag in einen großen Schlafsaal verwandelt hatte, zu übernachten, um gleich in aller Frühe wieder auf Tour zu sein. „Manche haben sich auch nur hin und wieder für kurze Zeit hingelegt und waren in der Nacht mehrmals unterwegs“, berichtete Erich Schmitt.
Rektor lobt Kinderläufer
Der Rektor war vor allem vom Einsatz der Kinder fasziniert: „Kaum zu glauben, was die Kinder für eine Energie haben!“ Viele Kids entwickelten einen großen Ehrgeiz und es formierte sich schon ein kleiner Wettbewerb, nach dem Motto, wer wohl die meisten Kreuzchen auf seiner Laufkarte sammelt. Ansporn war auch das Afrika-T-Shirt, das jedem Teilnehmer nach 25 Runden um das Schulgelände als Belohnung winkte. Die Kinder liefen und liefen - da konnten viele Erwachsene nicht mehr mithalten - und hatten jede Menge Spaß dabei. Der Viertklässler Thomas Krahmann aus Ostheim brachte es insgesamt sogar auf sage und schreibe 57 Kilometer.
Mitternachtslauf
Sehr gut angenommen wurden die geführten Touren am Samstagabend. Zum Mitternachtslauf um 23 Uhr hatten sich etwa 50 Läufer und zehn Walker eingefunden. Auch etliche Kinder waren mit von der Partie, die Aussicht lange aufbleiben zu dürfen und einmal in der Nacht zu laufen, war für sie ein besonderer Anreiz. „Der Mond leuchtete erst spät am Himmel, aber die Teilnehmer waren mit Lampen gut ausgestattet und haben ihren Weg gefunden“, wusste Erich Schmitt, der die Läufer gegen Mitternacht in Willmars mit einer Zwischenverpflegung begrüßte, zu erzählen.
Promilauf
Gut besucht war auch der Prominentenlauf, an dem unter anderem Stadtoberhaupt Ulrich Waldsachs, die 2. Bürgermeisterin Ulrike Stanek und einige Stadträte teilnahmen. Auch Reiner Türk, Vorstand der VR-Bank Rhön-Grabfeld eG, die als Hauptsponsor die Veranstaltung unterstützt hat, ließ es sich nicht nehmen , die Laufschuhe zu schnüren. Viele Grüße hatte Landrat Thomas Habermann übermittelt, gerne wäre er wie im Vorjahr mitgelaufen, konnte heuer aber nicht dabei sein. Erich Schmitt freute sich auch über die Geste von Ostheims Pfarrer Christian Schümann. Der machte sich am Sonntagmorgen zum Gottesdienst nach Filke ausnahmsweise nicht mit dem Fahrrad, sondern per Pedes auf den Weg.
Über den pensionierten Lehrer und ehemaligen Leiter der Grundschule Nordheim, Hermann Spiegel, dessen Schwägerin Erlöser-Schwester Eucharis Hartung lange Zeit als Missionarsschwester auf dem Schwarzen Kontinent tätig war, pflegt die Grundschule Ostheim gute Kontakte nach Tansania. Sehr zur Freude der Veranstalter waren am Samstagnachmittag Schwester Eucharis Hartung und Schwester Irmentraut Michelfeit, Generalvikarin der Kongregation der Erlöserschwestern aus Würzburg mit drei Begleiterinnen zu Gast. Sie hatten ihre Glaubensschwestern mitgebracht, Martha-Maria und Emanuela, die beide einige Zeit in der Diözese Mtwara in Südtansania verbracht haben, sowie die einheimische Schwester Franziska, die jetzt für drei Monate zu einem Sprachkurs in Deutschland zu Besuch war.
Viel Dank an die Läufer
Die Schwestern berichteten über die Missionsarbeit und von dem Schulprojekt, das mit Hilfe der Spenden vom letztjährigen Lauf finanziert werden konnte. Dazu gab es auch eine bebilderte Ausstellung in der Schule. Nachdem Schwester Franziska sich auf deutsch über die großartige Benefizaktion bedankt und mit Gesang und Trommel einige Lieder auf Kisuaheli dargeboten hatte, drehten die Schwestern unter dem begeisterten Beifall der Mitläufer und Zuschauer dann schließlich auch noch einige Runden um das Schulhaus.
Viel Lob gab es für die gute Organisation des Lauf-Events. Eltern, Lehrer, Schüler und die Vereinsleute des TSV hatten kräftig mitgeholfen, damit alles reibungslos über die Bühne gehen konnte, und zudem auch noch die Bewirtung übernommen. Dank sprachen die beiden Initiatoren des Laufs, Eberhard Helm vom TSV Ostheim und Schulleiter Erich Schmitt allen Teilnehmern, Helfern und Sponsoren aus, ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre. (eva) +++

Bei der Anmeldung herrschte Hochbetrieb, das Helferteam hatte alle Hände voll zu tun.

In einer Ausstellung konnten sich die Besucher ein Bild über die Lebensumstände in Tansania, das als eines der ärmsten Länder der Welt gilt, machen und etwas über die Projekte erfahren, die bislang mit Hilfe der Lauf-Aktionen der Grundschule Ostheim und desTSV unterstützt wurden.

Auch viele der jungen Läufer hatten die Nacht in der Schulturnhalle verbracht und machten sich schwer bepackt am Sonntagvormittag auf den Heimweg.

Auch diese Läuferinnen waren voller Elan auf der Strecke unterwegs.

Nicht die Schnelligkeit, sondern die zurückgelegte Strecke war beim 24-Stunden-Lauf ausschlaggebend. So konnte man auch geruhsamer mit Nordic-Walking oder einfachem Gehen einen Beitrag für die gute Sache leisten.

Kurz vor dem offiziellen Start des 24-Stunden-Laufs am Samstagmittag scharten sich die Kinder um Rektor Erich Schmitt und warteten ungeduldig darauf, endlich die erste Runde drehen zu können.

Die „Promis“ warten auf den Startschuss...

Ganz schön flott unterwegs – die beiden „Renn-Schwestern“ Martha Maria und Franziska.

Rektor Erich Schmitt (rechts)– im Bild mit den Schwestern Emanuela, Martha-Maria und Schwester Irmentraut, der Generalvikarin der Kongregation der Erlöserschwestern aus Würzburg sowie Schwester Franziska von der Diözese Mtwara in Südtansania und Hermann Spiegel (von links) – freute sich über verschiedenes afrikanisches Kunsthandwerk, das die Schule als Leihgabe für längere Zeit für Unterrichtszwecke behalten darf.

„Ein Lauf von siebentausend Kilometern beginnt mit dem ersten Schritt!“ prangte in Anlehnung an das bekannte chinesische Sprichwort von Hermann Spiegel auf Kisuaheli übersetzt über dem Eingang des Ostheimer Schulhauses.

„awali“ und „shabaha“ heißt auf Kisuaheli „Start“ und „Ziel“.

Bei der Sommerhitze waren die Getränkestände eine willkommene Station für die Läufer.

Schwester Franziska brachte Liedgut aus ihrer Heimat zu Gehör.

Auch der jüngste Laufnachwuchs wollte beim Benefiz-Lauf unbedingt dabei sein.