"Einen fairen Umgang aller Beteiligten - das ist es, was ich am Mittwoch erwarte", erklärte Polizeipräsident Heinrich Bernhardt hinsichtlich des bevorstehenden Halbfinales "Türkei - Deutschland" im Rahmen der Fußballeuropameisterschaft 2008. "Fairness verlange ich hierbei nicht nur den türkischen und deutschen Fußballfans ab, nicht nur den Gewinnern und den Verlierern, nicht nur den Jubelnden und den Ruhesuchenden", ergänzte Bernhardt, "sondern insbesondere den Bürgern und der Polizei!"
Und so werden die Beamten des Polizeipräsidiums Südosthessen auch am Mittwoch mit viel Fingerspitzengefühl wieder die Balance zwischen all den denkbaren Bedürfnissen der Bürger suchen. Bewährt hat sich hierbei das Gespräch mit den Bürgern, um als Vermittler zwischen den Parteien zu fungieren. In dieser Rolle sieht sich denn auch die Polizei. "Wir wollen den Fans nicht den Spaß verderben und sehen es durchaus gerne, wenn fröhlich gefeiert wird." so der Behördenleiter, "Aber diese Jubelfeiern müssen Grenzen finden: Wenn Fans andere mehr als nötig beeinträchtigen, wenn sie Gefahren hervorrufen oder erst recht, wenn sie Straftaten begehen, wird die Polizei einschreiten."
Die Planungen zu der nun anstehenden Begegnung zwischen der türkischen und der deutschen Nationalmannschaft hatten schon vor dem Anpfiff des Eröffnungsspieles der EM 2008 begonnen. In ein bestehendes Konzept mussten also nur noch die aktuellen Entwicklungen einbezogen werden, um frühzeitig auch für dieses Spiel richtig aufgestellt zu sein. "Mit Polizeioberrat Claus Spinnler wird ein erfahrener Mann den Einsatz leiten - in ´zig Großeinsätzen, darunter auch internationale Fußballbegegnungen, hat er seine Kompetenz unter Beweis gestellt", lässt der Polizeipräsident keinen Zweifel daran, dass Spinnler am Mittwoch als Garant für die Sicherheit steht.
"Die vergangenen Spiele haben gezeigt, dass die Fans, egal welcher Nationalität, mit der Polizei kooperativ zusammen arbeiten. Die Ausländerbeauftragten des Polizeipräsidiums Südosthessen stehen im engen Kontakt mit den türkischen Vereinen und Organisationen. Es zeichnet sich ab, dass auch am Mittwoch die türkischen Fans einen frohen Abend genießen wollen. Gleiches gilt für die Anhänger der deutschen Mannschaft.", beschreibt der Polizeioberrat die Lage und gibt einen kleinen Einblick in die Konzeption: "Am Mittwoch werden wir natürlich mit einem Plus an Beamten operieren. Im Fokus der Polizei stehen Hanau und Offenbach, daneben Neu-Isenburg und Gelnhausen. Aber auch in der Fläche, also im Landkreis Offenbach und im Main-Kinzig-Kreis, werden die Wachstärken erhöht."
In Hanau wurde das Public Viewing, das bislang im Tiefgarten stattfand, ins Herbert-Dröse-Stadion verlegt. Hierdurch können einige tausend Zuschauer mehr das Fußballspiel gemeinschaftlich verfolgen. In Neu-Isenburg werden zwei Events gleichzeitig veranstaltet: Auf dem Rosenauplatz findet die HR3-Inline-Party statt, in der direkt anschließenden Hugenottenhalle wird ein Public-Viewing eingerichtet. Auch in Gelnhausen wird das Spiel öffentlich übertragen - die Müllerwiese und die Sportarena sind hier die Treffpunkte.
"Für diese Veranstaltungen wurden gezielte Vorbereitungen getroffen; die Polizei wird mit ausreichend starken Kräften an diesen Orten vertreten sein. Auf den Polizeistationen werden die Mindeststärken erhöht, so dass wir flexibel auf Entwicklungen an den verschiedensten Orten reagieren können.", sieht Einsatzleiter Spinnler die Polizei gerüstet und verspricht: "Wenn uns die Teilnehmer dieser Veranstaltungen keinen Grund zum Einschreiten liefern, werden wir so dezent wie möglich agieren. "Fouls" werden wir allerdings sofort ahnden." Und Polizeipräsident Heinrich Bernhardt resümierte: "Wir wünschen uns gute Verlierer und würdige Gewinner - auf dem Feld und vor allem außerhalb des Spielfeldes!"+++