25.11.15 - Drei Spiele in sechs Tagen: auf die Luchse Lauterbach wartet ein knackiges Programm in der 1. Liga West. Während es am Samstag nach Köln gegen die Haie 1b geht, kommt es am Sonntag zum Hessen-Derby gegen die 1b der Roten Teufel Bad Neuheim. Am darauffolgenden Donnerstag steht bereits das Rückspiel in Nauheim auf dem Programm.
Für das strapaziöse Wochenende mit dem Gastspiel in Köln und dem Heimspiel am Sonntagabend gegen RT Bad Nauheim 1b gibt Kapitän und Torjäger Benni Schulz eine klare Zielsetzung aus: "Wir wollen beide Spiele gewinnen und Platz sechs festigen." Diese Platzierung ist das erklärte Saisonziel und berechtigt zur Teilnahme an den Pre-Playoffs, bei denen die vier Teilnehmer für die weiteren Playoffs ausgespielt werden. Bislang liegen die Schützlinge von Neu-Trainer Arno Lörsch im Soll, auch wenn es zuletzt eine unnötige Niederlage in Solingen setzte.
Seit Januar 2013 schnürt Benni Schulz seine Schlittschuhe für die Luchse und ist in Lauterbach Leistungsträger, Torjäger und Kapitän in Personalunion. In zehn Spielen sind ihm bislang 19 Tore gelungen. "Damit muss man zufrieden sein, auch wenn es Möglichkeiten für mehr Tore gab", so der 28-Jährige. Vom ERV Chemnitz, bei dem Schulz sportlich unzufrieden war, verschlug es ihn vor über zwei Jahren nach Lauterbach. Über den damaligen Trainer Marc Garthe, ein Freund von Schulz, kam der Kontakt zu den Luchsen zu Stande. Zunächst pendelte der Stürmer noch, dann verlegte er seinen Lebensmittelpunkt in den Vogelsberg. In Homberg (Ohm) fand er eine Stelle und arbeitet seitdem als Biologisch-technischer Assistent. "Das ist im Eishockey normal, dass man viel pendeln muss", sagt Schulz, der mindestens viermal pro Woche von seinem Wohnort nach Lauterbach fährt, angesprochen auf die hohe Belastung.

19 Tore sind dem Stürmer bislang gelungen Archivfotos (2): Chris Heuser

Im Vogelsberg hat Benni Schulz eine neue sportlich und berufliche Heimat gefunden ...

Der Stürmer beobachtet den Nachwuchs der Luchse
Als Nachwuchsspieler schaffte es Benni Schulz bis in die Bundesliga. In den Junioren und in der Jugend des ETC Crimmitschau spielte er in der höchsten Liga, später, im Herrenbereich, schaffte es er in die Regionalliga. "Mit dem Eishockey habe ich mir mein Studium finanziert", sagt Schulz, der als 19-jähriger mit Halle in der Oberliga debütierte. 2008 wechselte er nach Braunlage zur den Harzer Wölfen, mit denen er aus der Regionalliga abstieg und insgesamt drei Jahre lang in der Oberliga spielte. Im Harz lernte er aber auch die Schattenseiten des Halb-Professionellen Sports kennen: zweimal meldete sein damaliger Verein Insolvenz an. "Das ist natürlich hart, wenn du nicht weißt, wie es weiter geht", erzählt Schulz.
Er ging zurück nach Chemnitz, seiner Heimatstadt. Zum ERV, für den er schon als Kind auf den Kufen stand. Zum Eishockey kam Schulz aber eher aus Zufall. "Meine Eltern haben einen Sport für mich gesucht und mit Fußball konnte ich nichts anfangen", lacht Schulz. Er ging zum Eislaufen und wurde dort von einem Trainer, der mit seiner Mannschaft auf der anderen Hälfte übte, entdeckt. "Ihm hat scheinbar mein Tempo auf dem Eis gefallen", erzählt Schulz über seine Anfänge als vierjähriger. Einem speziellen Klub drücke er nicht die Daumen, als Kind schwärmte er aber für die Mighty Ducks aus der NHL. "Das war damals aber eine Modeerscheinung, weil sie viele mit ihrem Marketing und Merchandising erreicht haben", so Schulz.
Bereut hat Benni Schulz den Schritt in seine neue Heimat nicht. Für den Vogelsberg im Allgemeinen und Lauterbach im Speziellen hat Schulz nur warme Wort übrig. "Ich bin ein naturverbundener Mensch, daher passt der Vogelsberg - auch mit der Arbeit - super für mich. Und was in Lauterbach für eine Eishockey-Begeisterung herrscht, ist unglaublich", so Schulz, der am Doppelspieltag beide Spiele gewinnen möchte. Und nach Möglichkeit auch sein Torekonto ausbauen will. (Tobias Herrling) +++