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30.06.08 - Unterfranken

Trotz Niederlage gegen Spanien - friedliche Fans auch beim EM-Endspiel

Auch der gestrige letzte Tag der Fußball-EM 2008 war geprägt von einer überaus friedlichen Stimmung bei zahlreichen Public-Viewing-Veranstaltungen in Unterfranken. Natürlich war die Enttäuschung groß nach der Finalniederlage der deutschen Elf gegen die Mannschaft aus Spanien. Das Ergebnis trug seinen Teil dazu bei, dass es nur zu vereinzelten Autokorsos gekommen ist. Die unterfränkische Polizei, die sich mit einem größeren Aufgebot für alle Eventualitäten gerüstet hatte, verzeichnete bislang einen alles in allem ruhigen Ausklang der Fußballeuropameisterschaft.

Wie schon bei den zurück liegenden Spielen der deutschen Mannschaft verzeichneten auch beim Finale am Sonntagabend die unterfränkischen Metropolen Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt den größten Fanzulauf. Allein in diesen drei Städten verfolgten etwa 25.000 Fans das Endspiel bei verschiedenen Großveranstaltungen. Aber auch andere Städte meldeten gut besuchte, wenn gleich kleinere Public-Viewing-Veranstaltungen. Überall herrschte schon lange vor dem Anpfiff eine ausgesprochen gute Stimmung. Der Marktplatz in Schweinfurt und die Posthalle in Würzburg mussten schon etwa eine Stunde vor Spielbeginn wegen des starken Besucherandrangs geschlossen werden.

Die größte Einzelveranstaltung gab es auch diesmal in Schweinfurt, wo sich auf dem restlos gefüllten Marktplatz 7.000 Menschen eingefunden hatten. Nach Spielende hatte sich das Veranstaltungsgelände bis Mitternacht größtenteils geleert. Die Fans zogen enttäuscht, aber friedlich ab. Ein kleinerer Autokorso war schnell wieder beendet.

In Würzburg gab es bei verschiedenen Public-Viewing-Veranstaltungen etwa 10.000 Besucher. Die Posthalle war mit knapp 3.000 Menschen restlos gefüllt. Auch hier wanderten die enttäuschten Fans nach dem Abpfiff schnell ab. Die Fanmeile Sanderstraße hatte mit etwa 500 - 1.000 Besuchern deutlich weniger Zulauf als noch beim Halbfinale am Mittwoch.

In Aschaffenburg war in den gastronomischen Betrieben mit "Public Viewing-Bezug" eine nochmalige Steigerung im Verhältnis zum EM-Halbfinale zu verzeichnen. Bereits kurz vor 20:00 Uhr waren alle größeren Lokale und Biergärten mit EM-Bezug "brechend voll". In den sieben Aschaffenburgern "Public-Viewing-Bereichen" hielten sich schätzungsweise 5.000 Menschen auf. Hinzu kommen noch die Besucher des Aschaffenburger Volksfestes, die im Festzelt das Spiel verfolgten. Hier ist von etwa 3.000 Zuschauern auszugehen.

Einige Minuten nach Spielende versammelten sich bis gegen Mitternacht bis zu 1.500 Personen im Bereich des Feierkreisels. Ein kleinerer Autokorso war in der Aschaffenburger Innenstadt unterwegs. Sperrungen und Verkehrsableitungen sind im Gange.

Gegen 20.20 Uhr war in räumlicher Nähe zum "Feierkreisel" ein Lkw-Tieflader aufgefallen, auf dem sich ca. 30 - 40 Personen befanden. Die Aschaffenburger Polizei unterband die Weiterfahrt des Fahrzeugs, das mit einer großen Musikanlage und einem Fernseher bestückt war. U.a. hatten in Kitzingen 2.000 Menschen und in Bad Kissigen ca. 1.500 Besucher das Endspiel bei Public-Viewing-Veranstaltungen verfolgt.

NACHTRAG von 02.00 Uhr

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Nach der 0:1 Endspielniederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft ist bei den zahlreichen Veranstaltungsorten größtenteils wieder Ruhe eingekehrt. Lediglich in Würzburg halten sich in der Sanderstraße noch immer etwa 1.000 Personen auf, von denen viele deutlich dem Alkohol zugesprochen haben. In Schweinfurt bevölkert noch ein bescheidener Rest von etwa 100 Fans den Marktplatz (Stand: 01:40 Uhr). In Aschaffenburg sind bereits die Kehrmaschinen im Einsatz, nachdem dort die Fußballanhänger das Feld geräumt haben.

Den größten Zwischenfall gab es in Würzburg, wo in der Mainaustraße wenige Minuten nach Mitternacht ein Mann mit einer Stichverletzung im Rückenbereich aufgefunden wurde. Das Opfer wurde in ein Krankenhaus gebracht. Nähere Einzelheiten zu diesem Fall liegen noch nicht vor. Die Kriminalpolizei Würzburg hat die Ermittlungen übernommen. Bei Vorliegen weiterer Erkenntnisse wird baldmöglichst nachberichtet.

Ansonsten wurde die Würzburger Polizei in der Zeit nach dem Abpfiff des EM-Finales zu mehreren kleineren Rangeleien gerufen. Einige Personen hatten sich Schnittwunden an zerbrochenen Gläsern und Flaschen zugezogen.

Nach wie vor ein wachsames Auge hat die Polizei in Würzburg auf etwa 1.000 Fußballfans, die sich teilweise stark alkoholisiert noch immer (Stand: 01:40 Uhr) in der Sanderstraße aufhalten.

In Aschaffenburg gelang der Polizei nach einem Zeugenhinweis die vorläufige Festnahme von drei jungen Männern. Die Fußballfans stehen im dringenden Verdacht, gegen 23:15 Uhr an der City-Galerie eine Eingangsscheibe eingeschlagen zu haben. Dabei ist ein Sachschaden in Höhe von etwa 500 Euro entstanden. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen kam das Trio wieder auf freien Fuß. Gegen die Beschuldigten wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. +++

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